Montag, 13. August 2018

Cusco - Peru

Bevor wir nach Cusco kommen ging es erst einmal durch ein unglaubliches Drecksloch, es war Juliaca, einer Grenzstadt die, laut Internet, vom Schmuggel lebt und deshalb hat die Regierung eine schöne Ausrede, wieso es kein Geld gibt, um Beispielsweise eine ordentliche Straße zu bauen. So eine staubige und runtergekommene Stadt haben wir auf unserer gesamten Reise nicht gesehen. Es ist kaum zu glauben das sich hier der Hauptflughafen der Region befindet.

was für eine abartige Stadt, nicht eine
befestigte Straße nur roter Sand und Staub

die Einwohner müssen doch
alle eine Staublunge habem
 












 


Aber dann sind wir in Cusco, der Hauptstadt der Inkas angekommen. Cusco ist die wahrscheinlich schönste Stadt in Peru. Auf einer Höhe von über 3300m gelegen sind alle Sehenswürdigkeiten zu Fuß zu erreichen. Die Luft ist zwar immer noch dünn, aber etwas besser als in Puno. Die Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht sind weiterhin sehr groß. Wir waren am Abend eine Pizza essen (die war super gut, aber die kleinen Restaurantes werden nicht beheizt), obwohl wir uns in die Nähe des  warmen Pizzaofens gesetzt hatten musten wir unsere dicken Jacken anbehalten.

trotz warmen Pizzaofen
ist es saukalt







 

An dieser Stelle werde ich ich mal ein klein wenig auf die geschichtlichen Ereignisse eingehen.
Prächtige Kolonialbauten, schöne Kirchen und vor allem die noch erhaltenen alten Inkamauern, die aus passgenauen Felsblöcken zusammengefügt wurden. Und das nicht zufällig, war Cusco doch einst das politische, wirtschaftliche und religiöse Zentrum des Inkareichs, das zur Zeit seiner größten Ausdehnung von Ekuador bis nach Chile reichte und 12 Millionen Menschen zählte. Als der "Nabel der Welt" galt den Bewohnern ihre Stadt. Hier residierten die Herrscher, unter ihnen die erwähnten Pachacutec und Tupac Amaro. Hier führten alle Wege des Reiches zusammen, ein Netz von 20.000 Kilometern Länge, von denen ein Teil bis in die Gegenwart erhalten ist und von den Touristen als "Inkatrails" geschätzt wird. 
Auch damals standen Spanier auf diesem Platz, allerdings war sonst alles ganz anders. Wo heute fliegende Händler wortreich ihre Waren anpreisen, gellten die Rufe von Soldaten, wo Kameras klicken, klirrten die Waffen, und von dem Wunsch nach einer friedlichen Begegnung mit den Bewohnern des Landes waren die Fremden aus der alten Welt so weit entfernt wie der Mond von der Erde. Die hier standen, hatten ganz andere Wünsche.

Im Jahr 1492 waren die Spanier unter Christoph Kolumbus auf Kuba an Land gegangen und von dort weiter nach Mittel- und Südamerika vorgedrungen, angetrieben von der Suche nach dem sagenhaften Goldland El Dorado, von dem die Legenden berichteten. Um dieses Ziel zu erreichen, war ihnen jedes Mittel recht. Im Namen der spanischen Krone mordeten und plünderten sie, scheuten vor keinen Grausamkeiten zurück und brachten den Ländern, über die sie herfielen, den hunderttausendfachen Tod. Nachdem sie 1526 unter ihrem Anführer Francisco Pizarro in das heutige Peru gelangt waren, nahmen sie dort sechs Jahre später den Inkaherrscher Atahualpa gefangen. Gegen ein Lösegeld würden sie ihn freilassen, erklärten die Spanier, ein Angebot, auf das der Inka sich einließ. Er bot ihnen Gold an - so viel, wie der Raum fassen konnte, in dem er sich befand, und darüber hinaus noch gewaltige Mengen an Silber. Wochenlang brachten Lamakarawanen daraufhin aus allen Teilen des Reiches das Gewünschte herbei, doch obwohl Atahualpa sein Versprechen gehalten hatte, rettete ihn das nicht vor dem Tod durch die Garotte - einem Halseisen, wie die Spanier es auch in ihrer Heimat benutzten und mit dem er erdrosselt wurde. Im November 1533 zog Pizarro mit seinen Truppen in Cusco ein, und nur wenige Jahrzehnte später hatte das Inkareich aufgehört zu bestehen. Galeerenweise wurden seine Reichtümer nach Europa geschafft, während gleichzeitig große Teile der nach den Kämpfen noch übrig gebliebenen Bevölkerung von der Grippe und den Pocken dahingerafft wurden - Krankheiten, die bis zur Ankunft der Spanier in diesem Teil der Welt unbekannt gewesen waren. 
Um nichts zu verpassen buchten wir in Cusco eine Tagestour und die hat sich voll gelohnt. Treffpunkt war der zentrale Platz vor dem Denkmal des Pachacutec, eines der tapfersten, kriegerischsten und zugleich weisesten Herrscher, den das Inkareich je gehabt hat.
das Denkmal des Pachacutec
Jetzt ging es zu Fuß durch die schmalen historischen Gassen um die ersten überdachten Inka Bauwerke zu bestaunen. Es ist unglaublich wie passgenau und glatt die Steine mit den relativ primitiven Werkzeuge bearbeitet wurden. Und immer wider Öffnungen wo der Sonnenstand entweder zur Zeitmessung oder zu besonderen Schattenspielen genutzt wurde. Wir kamen aus den Staunen nicht mehr raus.


hier sind die Reste der Inkahäuser

ohne Mörtel extrem stabil
und glatt
so ein Ergebniss
mit solchen Werkzeugen

Entsetzen im Gesicht des Inka-Oberbaumeisters, er hat eine kleine Abplatzung entdeckt, er pfiff sofort den zuständigen Steinmetz herran und lies ihn den Fehler reparieren
Danach ging es mit dem Bus weiter zu den Inka Bauten der näheren Umgebung. Dazu gehörte auch Sacsayhuamán, die alte Inka Festung. Gewaltige Steine wurden hier zu zykloplischen Mauern zusammengefügt, der größte von ihnen neun Meter hoch und fünf Meter breit, ein Gewicht von mehr als 200 Tonnen. So passgenau wurden diese Steine verbaut, dass nicht einmal die Klinge eines Messers zwischen ihnen Platz fände. Wie die Baumeister der Inka diese Leistungen vollbracht haben, ist bis heute nicht restlos geklärt, verfügten sie doch weder über Wagen für den Transport solch gewaltiger Blöcke, da sie das Rad nicht kannten, noch über Werkzeuge aus Eisen für ihre Bearbeitung. 

 
der komplette Umriss der Inkafestung
das sieht von weiten schon gewaltig a
und von Nahen noch gewaltiger


vermutlich wurden sie so transportiert

das sind keine gleichmäßigen Quader

aber da ist kein Millimeter Luft zwischen




















Der nächste Ort war auch sehr Interessant, hier haben die Inka ihre Toten zurecht gemacht (mumifiziert?). Um den Altar zu sehen auf den die Toten lagen mussten wir durch schmale Felsengänge in eine ziemlich dunkle Höhle. Draußen angekommen gab es wider Steinformaitonen zu bewundern wo die Sonne den Schatten eines Katzenkopfs auf den Boden wirft.
und weiter auf Entdeckungsreise
das ist ganz schön schmal
und geht auch steil nach unten

so sahen die Toten aus

nachdem sie hier zurechtgemacht wurden

die erzeugten Schatten lassen einen Staunen
Zuguterletzt sind wir noch zu der kleinen Inkafestung Pukapukara gefahren. Hier war das interessanteste das eine kleine Felsformation, genau in Richtung Machu Picchu, das Relief von Machu Picchu abbildete.
der Eingang nach Pukapukara
genau dasRelieff von Machu Picchu








Aber warum haben wir den Besuch von Cusco, dem Tal der Könige und dem weltberühmten Machu Picchu abgebrochen?
In der Planung unserer Reise in Deutschland war von Anfang an klar das wir Machu Picchu besuchen. Aber die Realität hat uns auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Cusco eine wunderschöne Stadt, aber tausende von Souvenir-Läden und Stände und ihre Verkäufer trüben das Bild. Schaut man sich einige Sachen genauer an findet man „Made in China“. Die Stadt ist voll von unzähligen Touristen, das kann man sich kaum vorstellen. Um nach Machu Picchu zu kommen gibt es nur zwei Möglichkeiten eine Preiswerte, den Inkatrail zu Fuß (das ist sehr, sehr Anstrengend und man muss ziemlich Fit sein) oder mit dem Zug (da es keine Alternative gibt sind die Preise abartig hoch und das Gedränge auf dem Bahnhof extrem). All das war nicht unser Geschmack und deshalb verließen wir das wirklich sehr schöne Zentrum der Inkas vorzeitig.

hunderte von Souvenier-Läden
die Gassen voller Touristen


jeder versucht ein paar Cent zu verdienen

ob als Händler
oder ein Foto mit Alpaca

es sind einfach zu viele (und warscheinlich organisiert)



















Wir haben uns für ein Besuch des Urwalds an den Zuflüssen des Amazonas entschieden. Also ab nach Puerto Maldonado und wider runter in das Tiefland. Eins kann ich schon jetzt verraten der Satz „das Beste kommt zum Schluss“ ist bei diesem Trip absolut zutreffend.

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