Mittwoch, 14. August 2019

Kreuz und quer durch Bonaire

Jetzt haben wir die dritte Stufe der Mobilität auf Bonaire erreicht. Wir haben uns für eine Woche ein Leihwagen, einen ziemlich großen Pick-Up geholt. Es musste so ein Auto sein, denn in den Washington Slagbaai National Park kommt man nur mit einem Geländewagen mit Allrad-Antrieb.
Die ersten zwei Tage (dann kommt unsere Tochter Ivonne und unser Enkel Eric zu Besuch) erkunden wir die Insel allein. Wir fahren die Küstenstraße entlang, kommen bei vielen Tauchspots vorbei, erkennbar an den gelben Steinen. Die Küste von Bonaire ist an vielen Stellen wunderschön, auf der einen Seite das türkisfarbene Meer und auf der anderen die Felsformationen die vom Meer ausgespült wurden.
Nachdem wir durch Kralendijk durchgefahren sind kommen wir zu den Salinen.
und immer wieder die bunten Häuser
egal wo man langfährt
rosa Wasser, weiße Salzberge und

blauer Himmel. was für ein Anblick
hier legen die Frachtschiffe an
Der Süden von Bonaire ist flach, kaum Bewuchs, nur ein paar Divi-Divi Bäume beugen sich dem Passat. Landwirtschaft ist nicht möglich. Das einzige, was hier geerntet werden kann, ist Salz.
Als die Spanier die Inseln Aruba, Bonaire und Curacao "entdeckt" hatten, nannten sie die Inseln "Islas Inutiles" – die nutzlosen Inseln.

Das die Inseln nicht nutzlos waren erkannten bereits vor knapp 400 Jahren die Holländer, die den Spaniern die ‚unnützen Inseln‘ wieder abnahmen.
Der Hunger nach Salz war bei den Holländern groß. Sind sie doch die Erfinder des Matjes, der in Salzlake haltbar gemacht wird. Und Produktion von Delfter Porzellan verschlingt ebenfalls Massen an Salz. In den natürlichen Salzseen auf Bonaire legte man Salinen an aus denen bis heute qualitativ hochwertiges Meersalz geerntet wird. Früher war dies Sklavenarbeit. Die Hütten stehen entlang der Salzstraße und sind perfekt renoviert. Gestrichen im unvermeidlichen Bonaire-Insel-Ocker-Gelb. Die Familien der Sklaven lebten derweil im Norden, im ältesten Örtchen der Insel, Rincon.
Heute übernehmen die schwere Arbeit große Raupen und das Salzschiff wird über ein modernes Loren-System beladen. Damals erfolgte der Transport der Salz-Fracht mit Esel, als man die Tiere nicht mehr zur Salzgewinnung brauchte wurden sie einfach frei gelassen. Sie verwilderten und stellen nun eine Plage dar. Sie sind weder bei Umweltschützern noch bei Gartenbesitzern beliebt. (nur bei den Touristen – wie wir es im Moment sind)
Ein Esel-Reservat nimmt sich seit 20 Jahren dieses Problems an. Zwei Drittel aller Esel wohnen mittlerweile dort und durch Kastration soll eine ungezügelte Vermehrung der freilaufenden Tiere verhindert werden.
schön sehen sie aus
na komm
obwohl sie wild leben, alzu scheu sind sie nicht
Der nächste Halte-Punkt an der Küstenstraße ist der Leuchtturm. Nach der Besichtigung des Leuchtturmes, geht es weiter zu den Sklavenhäusern.
Ja, die hatten wirklich gemauerte Häuser, aber seht selbst, diese Zwergenhäuschen mussten sich sechs Personen teilen. Es war ganz schön eng und wahrscheinlich auch sehr warm.
mensch Ingrid, nicht in den Spiegel, sondern zu den Sklavenhäusern schauen
es ist kaum vorstellbar
das hier 6 Personen geschlafen haben









 Bevor wir zurückfahren machen wir noch einen Abstecher zur Lac Bay – einer Lagune wie in der Südsee. Die Lac Bay, eine 5km lange und mehr als 2km breite, feinsandige weiße Bucht mit glitzerndem türkisblauem Flachwasser, die auf der Nordseite von dichten Mangrovenwäldern eingesäumt ist. Auf mehr als 1km Breite und Länge kann man in dieser Bucht im feinen Sand knie- bis hüfttief stehen. Die Lac Bay liegt frei und offen, nichts stört den Wind – hier kann der beständige Passat, der East Caribbean Trade Wind, mit voller Puste vom Atlantik aus konstant herein blasen. Da der Wind über Land kommt gibt es kaum Wellen, genial für Surfer.
leuchtend blaues Wasser viel Wind
und keine Wellen, große Klasse









Am Sonntag Abend (04.08.19) holen wir Ivonne und Eric vom Flughafen ab. Mit den Beiden machem wir die ganze Insel Rundfahrt noch einmal und etwas ausgiebiger.

Unser nächstes Ziel ist der am Nordende der Insel liegende „grüne“ Washington-Slaagbai-Nationalpark, voller Echsen und Vögel – und Touristen, Das dort viele Leute sind bemerkt man nur am Eingang wo man Schlange steht. Im Park dagegen verläuft (verfährt) sich alles und man hat das Gefühl man ist allein unterwegs.
nicht Schlange gucken, sondern stehen
der gesammte Norden ist der Pak








Der Norden ist recht grün, allerdings nicht tropisch üppig bewachsen, sondern Kakteen-Wälder dominieren den Bewuchs. Dicht gedrängt stehen sie an der Fahrbahn und behindern stellenweise die Weiterfahrt durch die bizarre Wüstenwelten mit Felsen, Agaven und ganzen Kakteenwäldern.
Wie vorhin schon erwähnt der Naturpark darf nur von Allrad getriebenen Fahrzeugen befahren werden. Es dauerte nicht lange und wir wussten warum, es ging extrem steil nach oben und genauso steil nach unten und unendlich viele Löcher schüttelten uns durch.
Kleine Trampelpfade führen durch den Kakteen-Wald. Kakteen kommen (bis auf eine einzige Ausnahme) nur auf dem amerikanischen Kontinent vor, gehören zu den langlebigen „Sträuchern“ und sind definitiv nicht meine Lieblingspflanzen. Aber zwischen 10 Meter hohen Säulenkakteen und Kandelaber-Kakteen zu wandeln, ist eine Hausnummer. Dazwischen wachsen Kugel-Kakteen und „Schwiegermuttersitze“, die von den Azteken als Folterinstrument eingesetzt wurden. Selbst Blatt führende Pflanzen, wie Akazien, haben Dornen. Hier sind alle Pflanzen bis unter die Zähne bewaffnet.

mit dem Pick Up durch Kakteen-Wälder
und durch Fels-Landschaften
Leguane zu fotografieren
ist nicht ganz einfach















Übrigens machen sich die Einheimischen das zu Nutzen und bauen lebende Kakteen-Zäune gegen gefräßige Ziegen und nicht minder hungrige Wild-Esel, die durch die Gegend ziehen.

Früher soll es im Norden einen richtigen Wald gegeben haben, der aber der Abholzung für den Schiffsbau zum Opfer gefallen ist. Eine Wiederaufforstung gestaltet sich schwierig, da Ziegen und Esel alle Schösslinge verbeißen.
In Richtung Küste wird der Bewuchs spärlicher und hört schließlich ganz auf. Die Ostseite mit den ungebremsten Wellen der Karibik, die spektakulär auf die Felsen donnern, ist nahezu Strandlos, rau und dramatisch.
hier  toben die
Naturgewalten









Obwohl wir anfangs keine allzu großen Erwartungen an den Park hatten, da die Insel eher trocken und unfruchtbar ist, wurden wir dann aber doch umso mehr überrascht wie atemberaubend, überwältigend und bizarr die Landschaft dieser Insel sein kann. Wir begegneten bunten Eidechsen (Jurassic Park lässt grüßen), großen Leguanen, Flamingos so rosarot wie nur irgendwie möglich, Papageien, Pelikanen, wilden Eseln und Ziegen, …


Unser nächstes Ziel ist das „Gotomeer“, dort sollen sich die Flamingos aufhalten. Sie sind in Bonaire heimisch und zugleich Bonaire’s National Vogel. Sowohl auf den karibischen Inseln wie auch an der Nordküste von Südamerika heimisch. Bonaire ist eine der weltweit größten Brutstätten der Flamingos. Grund dafür sind der nährreiche Boden der nicht zu hart und auch nicht zu weich sein darf. Der hohe Salzgehalt im Wasser, eine genügend hohe Frischwasser Zufuhr und die noch ausbleibende Beeinträchtigung durch Menschen und Tiere. Hier können die Vögel ungestört nisten und leben. Durch das Jahr wandern eine Vielzahl von Flamingos zwischen Bonaire, Venezuela, Guyana, Brasilien und Kolumbien. Das Futtervorkommen ist der Grund für ihre Wanderungen. Die Caribbean Flamingos fressen lange und ausgedehnt. Sie wühlen mit ihren langen Beinen Schlamm vom Boden der Salinen-Teiche auf und filtern das Fressbare durch ihren Schnabel. Meeresschnecken, kleine Muscheln, Mücken, Salzwasser Shrimps und Fliegenlarven sind täglich auf dem Speiseplan der Flamingos. Das Karotin welches im Futter reichlich vorhanden ist, gibt den Flamingos ihre unverwechselbare Pinke Farbe.
Tolle Tiere
Der See der Flamingos liegt an der Grenze zum Washington Slagbaai National Park. Wir fahren wider durch Kakteen Wälder und uns zeigt sich ein wunderschöner Salzsee, und wir können die ersten Flamingos von der Nähe beobachten. Das Lake Gotomeer ist der beliebteste Platz bei den auf Bonaire lebenden Flamingos. Auf dem Salzsee im Norden der Insel schnappen sich die scheuen Tiere die roten Salzwasserkrebse. In der Zeit von Januar bis Juli ist bei den Flamingos Brutzeit. Und es ist daher mit vielen Flamingos zu rechnen.
eine Landschaft wie aus dem Bilderbuch

haloho mir geht es gut
nicht posieren, da, die Flamingos anschauen


überall Flamingos
und fotografierende Touristen (Inge und Ivonne)
 








Mit dem Kajak durch die Mangroven.
Den Nordteil der Lac Bay bedecken dichte Mangrovenwälder. Mit ihren langen Luftwurzeln stehen die Mangrovenbäume im Salzwasser und bilden dort nahezu undurchdringliche Geflechte.
Wir haben den Ausflug in der Bonaire Touristen Info gebucht. Ein tolles Erlebnis! Mit den Kajak durch die Mangrovenlandschaft zu paddeln ist bei den teilweise sehr engen Passagen nicht immer einfach. Deshalb wird auch viel gelacht, wenn man sich wieder mal mit dem Paddel oder dem ganzen Kajak in den Mangrovenwurzeln verheddert. Dazwischen geniessen wir die Stille in diesem grossartigen Naturgarten.
das Boot ist ein wenig kleiner als Hembadoo
wir waren nur eine kleine Gruppe (6 Kajaks)

aha Eric (Enkel) lässt Muttern paddeln

und das über längere Strecken (Schlitzohr)

ich muß aufpassen hier wird es richtig eng
Auf der Hälfte der Strecke, Ausstieg aus dem Kajak und los geht’s mit Taucherbrille und Schnorchel zwischen den Mangroven hindurch. Man sieht wunderbar die bewachsenen Wurzeln der Mangroven von unten, farbig, faszinierend. Grosse Fischschwärme suchen hinter den herabhängenden Mangroven-Wurzeln Schutz.
Eric in seinem Element
und ich hinterher










Die Stelle an der wir aus dem Kajak ausgestiegen sind war nicht gerade flach (das Wasser ging bis zum Bauch) und ich ahnte schon das das einsteigen in die kippligen Boote eine besondere Herrausforderung wird. Mit viel Gekreische und Gelächter haben es dann doch alle geschafft.
Es war ein wunderbares Erlebnis! Wir strahlten vor Glück als wir wieder an Land waren. Dadurch das wir (bei der Rückfahrt) relativ dicht an der Riff-Kante waren erlebten wir die Wellen und den Gegenwind mehr als uns lieb war und wir hatten deshalb reichlich Wasser im Kajak  Das gute war, durch den relativ starken Wind blieben wir von lästigen Mücken-Attaken verschont! 

Jetzt wird es aber Zeit das wir uns von Bonair verabschieden. Wir gönnen uns noch ein großes Abschiedsessen und dann geht es weiter in Richtung Curacau.
ja, ja nur nicht abmagern

Mittwoch, 17. Juli 2019

Bonaire - Holland im Westen der Karibik

Anfangs mussten wir sechs Stunden mit Motor fahren (dicht an der Nordküste von Trinidad immer nach Osten, um ein besseren Windwinkel zum Segeln zu bekommen). Das war ein guter Test für das Getriebe. Die Ölundichtigkeit war größer als anfangs gedacht. Wir verbrauchten pro Stunde knapp ein Liter Automatik-Getriebeöl. Wir haben es positiv gesehen und gemeint das es gut sei das das Getriebe gespült wird. Aber es ist auch klar das wir in Bonair unbedingt die Wellendichtung wechseln müssen. Wegen der Piraterie mussten wir reichlich Abstand zu Venezuela gewinnen. Den Aufenthalt in St. Vincent haben wir verworfen denn die Regenzeit läuft zur Hochform auf und das gefällt uns gar nicht – also weiter!

der Leuchtturm und ein Funkmast vielmehr ist nicht zu erkennen
Es ist geschafft,wir haben knapp fünfhundert Seemeilen ohne Probleme überstanden! Anfangs segeln wir mit achterlichem Wind und ruhiger See. Am Abend sehen wir Blitze am Horizont zucken, aber das Gewitter kommt nicht näher. Mit jeder Meile nach Westen lassen wir die Regen hinter uns. Es ist so, wie wir uns das Segeln vorstellen. In Richtung Westen, im Passatwind ist es das pure Vergnügen und einfach (keine Segel trimmen). Wie immer besuchen uns Delfine. Auch wenn die Wellen zwischendurch mal ca. 3 bis 4 m hoch waren. Sie kommen von hinten und Hembadoo mit seinen 20 Tonnen versuchte sogar zu Surfen. An den venezolanischen Inselchen schleichen wir uns vorbei, ohne Positionslichter ohne AIS-Sender, nur für den Fall das Piraten nach uns Ausschau halten. Als Belohnung erschien nun am Mittag das Tauchparadies Bonaire am Horizont. Von der Insel sehen wir anfangs nur den Leuchtturm, sonst nichts. Die Insel ist so flach wie eine Nordsee Hallig. Beim näher kommen kann man ein paar Häuser ausmachen und später riesige Salzberge. Ingrid wäre am liebsten schon mit Brille im Gesicht und die Flossen an den Füssen in das Wasser gesprungen. Doch erst müssen wir um die Südspitze schaukeln, den Kurs nach Norden ändern und endlich in ruhigem Wasser Hoch am Wind nach Kralendijk segeln. Hembadoo fliegt regelrecht durch das Wasser (22 Knoten Wind und kaum Wellen), wir strahlen und an Steuerbord ziehen flache Wüstenlandschaft, Salzseen und aufgeräumte bunte Häuschen vorbei.
Bonaire ist die östlichste und zweitgrößte der niederländischen ABC-Inseln. Im Gegensatz zu ihren beiden Nachbarn Aruba und Curacao ist sie jedoch kein autonomes Land, sondern eine besondere Gemeinde der Niederlande. Die knapp 19.000 Einwohner haben also einen niederländischen Pass und sind EU-Bürgern gleichgestellt, auch wenn Bonaire nicht zum Gebiet der EU gehört. Die Währung ist der US-Dollar.

Ankern rund um Bonaire ist strengstens verboten, um den submarinen Nationalpark zu schützen. Die Riffe liegen kaum 50 Meter vom Strand entfernt, Steilwände, die von 10 Metern direkt auf bis zu 100 Meter abfallen. Um die Segler dennoch nach Bonaire zu locken, hat die Inselverwaltung an der Strandpromenade von Kralendijk 45 Moorings gelegt, an denen man für 10 Dollar pro Tag liegen kann. Wir hatten natürlich Pech und alle Moorings waren belegt.
alle Moorings sind belegt
Mal auf die schnelle schwimmen oder Schnorcheln fällt aus das ist schon ziemlich enttäuschend. Als Alternative blieb uns nur die Marina im holländischem Stil mit gepfefferten Preisen, eigentlich nichts für uns. So ein klares Wasser haben wir in einer Marina auch noch nicht gesehen und richtig große und bunte Fische. Letztendlich waren wir dann doch ganz zufrieden da wir ja fünf Wochen auf unsere Tochter und unseren Enkel warten müssen (Stromanschluss, Wasser, Duschen).

Am nächsten Tag machten wir ein Fußmarsch ins Zentrum von Kralendijk zum Einklarieren. Zoll und Immigration sitzen in einem Büro und die ganze Aktion war völlig unproblematisch. Die Hauptstadt Kralendijk ist ein sehr lebendiger, bunter Ort mit karibischem Flair und vorwiegend Shops und Restaurants.
Bei unserer Wanderung durch das Zentrum ist der Einfluss von Holland nicht zu übersehen, die bunten Häuser, die sauberen Straßen, Papierkörbe, wo man hinschaut, nur Palmen Kakteen und Flamingos lassen erkennen wo man sich wirklich befindet. Nachdem wir wieder zurück auf dem Boot waren, waren wir fix und fertig. So lange Strecken (knappe 6 km) bei sengender Hitze (kein Schatten) wandern waren wir gar nicht mehr gewöhnt. Statt Tauchen und Schwimmen war Dusche und Beine hoch angesagt. Aber am nächsten Tag gleich nach dem Frühstück sind wir bei uns um die Ecke(!), an den Coco-Beach, zum Baden beziehungsweise Schnorcheln gegangen. Kristall klares Wasser, Fische und Korallen wie in einem Aquarium nur wenige Meter vom Strand. Das ist Balsam für die geschundene Seele (Stress in Trinidad).

der fast lehre Strand neben der Marina
knapp 30 Grad Wassertemperatur, super









Die nachfolgenden Unterwasser-Fotos haben wir direckt an den oben zu sehenden Strand gemacht. Durch den von den Wellen aufgewirbelten Sand ist das Wasser nicht ganz so klar. Aber es ist verrück, schon nach ein paar Zentimetern schwimmen Fische um uns herrum. Sie lassen sich durch unsere Anwesenheit bei der Futtersuche überhaupt nicht stören. Na das ist vileicht ein Spass.

gerade noch am Strand im Trocknen und Sekunden später mitten im Fisch-Schwarm
die meisten Fisch sehen freundlich aus 😊
oder wie eine zu groß geratene Stricknadel


andere sind flach und schielen


und sind Meister der Tarnung


Schade keine Schatztruhe


zum Schluss ein freundliches Tschüss





















Wir haben uns wie immer schnell eingelebt. Einen Service nutzen wir sofort, den kostenlosen Bus-Shuttle zum Supermarkt (jeden Dienstag und Freitag um 17.00 Uhr). Im Supermarkt kommt dann der nächste Schock. Erst die positive Überraschung, wegen all der tollen Dinge, die es zu kaufen gibt, und dann das böse Erwachen beim Blick auf die Preise. Die Supermärkte sind ausgezeichnet bestückt. Man bekommt nach europäischem Standard praktisch alles was das Herz begehrt und den Gaumen erfreut. Bonair ist sehr teuer, trotz des günstigen Umrechnungs-Kurs US Dollar zu Euro.

Schnell mussten wir erkennen das die Entfernungen von der Marina zu den interessanten Punkten doch sehr groß sind. Also aktivierten wir unsere Fahrräder, obwohl sie eigentlich Seewasserfest sein sollten hat der Rost ordentlich zugeschlagen. Die jetzt gewonnene Mobilität erleichtert unser Leben erheblich. Die ersten Begegnungen mit der Flora und Fauna auf der Insel sind auch Interessant. Zur Zeit begeistern uns am meisten die bunten Eidechsen (von denen gibt es tausende) und vor allen die großen Leguane.
Die grünen Leguane sind auf Bonaire heimisch. Sie sind von Natur aus sehr scheu und vorsichtig. Aber bei einem Spaziergang waren wir Zeuge einer wirklich kuriosen Geschichte. Ein Hund und ein Leguan spielten mit einander. Als der Leguan der Meinung war das ihm auch ein schattiger Platz in der Hundehütte zusteht, war der Hund nicht begeistert, er nahm den Leguan vorsichtig ins Maul und bugsierte ihn nach draußen, wo der Leguan heftig protestierte.

Raus aus mein Haus
also wirklich, du spinnst wohl









Fortsetzung folgt.

Samstag, 22. Juni 2019

Trinidad zum „Dritten“


Gleich als erstes muss ich mich korrigieren, im vorherigen Bericht habe ich die Exporteure aus den USA als Betrüger hingestellt. Das stimmt so auf keinen Fall. Nach den jetzigen Erkenntnissen haben sie uns sogar ein sehr gutes, neues Getriebe nach Uruguay geliefert. Es hatte nur einen entscheidenden Fehler, es drehte verkehrt herum (obwohl die Drehrichtung unseres Motors bekannt war).
Aber jetzt der Reihe nach. Alles verlief planmäßig und wir sind in Richtung Grenadinen (St. Vincent) aufgebrochen. Aber diesmal sind wir nicht einmal von der Küste weg gekommen und das Getriebe war schon glühend heiß. Also wider langsam zurück und das ganze Theater begann von vorne. Getriebe ausbauen, Getriebe zerlegen, alles voller Metallspäne dadurch Kupplungsscheiben und Öl-Pumpe kaputt. Ich glaube man kann sich gut vorstellen was wir für ein Hals hatten. Wir machten ein Termin bei der Chefin von Power Boot. Peter begleitete uns als Sachverständiger und Übersetzer. Ich legte die zerstörten Kupplungsscheiben und den Magneten mit den Metallspänen auf den Tisch. Jetzt konnte sich keiner mehr herausreden. Power Boot erklärte sich bereit eine neue Ölpumpe zu bezahlen und der Mechaniker musste auf seine Kosten neue Kupplungsscheiben und einen neuen Dichtungssatz besorgen, das Getriebe auf seine Kosten zusammenbauen und in das Boot einbauen. 
der Magnet ist voller Metallspäne

nach 4 Stunden hatte das Öl die Farbe von Kaffee

Wir waren mit diesem Ergebnis zufrieden. Doch die Ernüchterung kam sofort. Bei einer Probefahrt in der Bucht wurde das Getriebe wider sofort heiß und drehte sich extrem schwer (also irgend etwas klemmte da drinnen). Für uns war klar das jetzt Schluss war. Wir wollten das gesamte Geld und das Getriebe im Urzustand zurück und wir wollten ein regeneriertes Getriebe in den USA bestellen. Aber ab jetzt wurde es völlig verrückt. Durch ein Zufall erfuhren wir das ein Besitzer einer Luxus-Yacht seine zwei 7,5 Liter Motoren mit samt den Getrieben austauscht. Da bei einem Antrieb mit zwei Propellern einer links und einer rechts drehen muss hatte er zwei unterschiedliche Antriebe. Erst jetzt kam uns die Erkenntnis das wir ein falsches Getriebe im Boot hatten. Das bedeutet das uns vor zwei Jahren in Uruguay ein falsch rum drehendes Getriebe eingebaut wurde. Das heißt wir sind zwei Jahre mit ein rückwärts drehenden Getriebe gefahren. Aus diesem Grund wurde das Planeten-Getriebe und etliche andere Teile im Laufe der Zeit zerstört. 
Aber das Gute an der Geschichte war das wir ein Getriebe kostengünstig erwerben konnten. Wir haben auch beschlossen auf das Geld zu verzichten und dafür das alte Getriebe mit dem neuwertigen Innenleben als (sehr teure) Ersatzteile zu behalten (Kupplung vorwärts, Kupplung rückwärts, Öl Pumpe und noch Einiges mehr). So gesehen war die völlige Unfähigkeit der Mechaniker für uns ein Glücksfall ansonsten wären wir wider mit ein rückwärts drehenden Getriebe losgefahren und es wäre nur eine Frage der Zeit bis dieses auch zerstört wäre.
so sieht der Arbeitsplatz mit unserem Getriebe aus  😖

jetzt sind das alles Ersatzteile
Eine weitere Probefahrt war nicht hundert prozentig Erfolgreich denn die Wellendichtung am Getriebeeingang ist undicht. Das bedeutet das Getriebe muss spätestens in Bonaire / Curaçao noch einmal ausgebaut werden. Noch heute Abend werden wir in Richtung Grenadinen (St. Vincent) aufbrechen. Von dort aus werden wir direkt zu den ABC-Insln segeln. Aus Zeitmangel werden wir auf ein Besuch von Martinique verzichten. Obwohl wir regelrecht fluchtartig von Trinidad losgefahren sind haben wir viele liebgewonnene Freunde zurückgelassen. Hier eine kleine Auswahl.😪

die gute Seele
im Büro von Power Boot













Gordon mit seiner langjährigen Freundin
unser deutsch sprechender Tankward

Rainer und Regine

die Grillrunde an jedem Sonnabend

der Trevellift-Fahrer Mike
Peter und Halina

unser Kraftprotz (in einer Hand das Handy und in der anderen 64 kg Getriebe)