Samstag, 26. Oktober 2019

Curaçao

Am Sonntag den 11.08.19, nach 40 sm (Höchstgeschwindigkeit 9 kn im Schnitt waren wir mit 6 kn unterwegs), fiel der Anker (nach etwas längerer Suche für den optimalen Ankerplatz) gegen 17:00 auf Curaçao im Spanish Water und dort im Ankerfeld A.
Land in Sicht!
die befahrbare Rinne ist ganz schmal
<
kaum sind wir durch die schmale Einfahrt stoßen wir auf die ersten super Reichen

Zur geografischen Lage:
Die Insel liegt in circa 60 km Entfernung zum Festland (nördlich von Venezuela und nordöstlich von Kolumbien). Westlich von Curaçao befindet sich die Insel Aruba, die bis 1986 ebenfalls zu den Niederländischen Antillen gehörte, östlich die Insel Bonaire (von der wir gerade gekommen sind). Zusammen mit diesen gehört Curaçao geographisch zu den Inseln unter dem Winde. Südöstlich liegt Klein Curaçao, eine besonders bei Tauchern beliebte unbewohnte Insel, auf der nur ein Leuchtturm steht. Curacao ist die größte der ABC-Inseln.
In ganz Curaçao gibt es nur einen einzigen Ankerplatz und der heißt Spanish Water. Nirgends sonst ist es erlaubt zu ankern. Es gibt ein paar kleinere Marinas, die größte und bekannteste ist die Curaçao Marina in Willemstad. Die ganze Insel steht unter strengem Naturschutz. Die Unterwasserwelt ist sehr schön und vollkommen intakt, deshalb darf nirgendwo geankert werden. Mit genauer Reiseroute, wann man wo sein will, sind vier weitere Ankerbuchten in Curaçao für je 3-4 Tage vorhanden. Santa Cruz, Santa Martha Bay, Piscadera Bay und Funk Bay. Wie schon angedeutet man benötigt die Bewilligung des Hafenmeisters. Nach dem was wir gelesen und gehört haben sind die Buchten nicht unbedingt empfehlenswert. Alles in allem fühlen wir uns auf unseren Ankerplatz in Spanish Water am besten aufgehoben.
Spanish Water
Ingrid hat ein Ankerplatz gefunden (das Bild wurde auf dem Weg zur Immigration aufgenommen)
Gleich Montag früh fahren wir mit dem Bus 6A nach Willemstad um uns in Curaçao anzumelden, Wer, wie wir, das erste Mal in Curaçao ist muss herausfinden wo der Zoll und die Immigration und der Hafen Meister ist. Es gibt vor Ort keine einschlägigen Informationen oder Reiseführer die uns das Einreisen erleichtern würden. Gut das wir uns schon in Bonaire schlau gemacht haben. Auf jeden Fall braucht man mindestens einen halben Tag Zeit um alle Formalitäten zu erledigen. Die Beamten sind sehr, sehr freundlich und äußerst zuvorkommend. Auch das wir zu viert einreisen und nur wir zwei ausreisen wurde vermerkt.
die Imigration und gleich gegenüber
die Eisentreppe hoch der Hafen-Kapitän








Willemstad ist eine wundervolle Stadt. Wir flanieren durch die Hauptstadt und sehen uns die wunderschönen und farbenprächtigen Häuser, schmalen Gassen und spektakulärsten Brücken an.
Hier ist die wohl berühmteste Brücke in Willemstad die Queen Emma Bridge. Diese auf Pontons schwimmende Brücke verbindet den Fußgängerverkehr zwischen dem alten Stadtteil „Punda“ und dem neuen Stadtteil„Otrobanda“. Die Häuserreihe im Hintergrund ziert so manches Bild. Diese wunderschöne Kulisse ist geradezu perfekt für solche Schnappschüsse. Ivonne und Eric, natürlich auch wir, genießen es sichtlich.
Queen Emma Bridge, sie schwimmt auf
kleinen Booten, nur das erste wird angetrieben








Brücke etwas länger offen und schon geht es mit der Fähre rüber
Wir genießen einen Smoothi und schauen auf die Queen Emma Brücke wie sie für den Schiffsverkehr auf und wieder zu geht. Sie wird mit Hilfe eines Dieselantriebs über den Kanal gefahren. So erleben wir ein Schauspiel der Extraklasse. Man könnte hier Stundenlang sitzen, schauen und staunen. Wenn ein großes Frachtschiff ein oder ausfährt bleibt die Brücke für längere Zeit geöffnet. Um dann die Seiten zu wechseln benutzt man die kostenlose Fähre, was auch interessant ist. Im Hintergrund des Bildes sieht man die höchste Brücke in Willemstad die Queen Juliana Brücke.
die Queen Juliana Brücke
Am Dienstag müssen wir um ankern, denn wenn der Wind stärker wird und die Richtung ändert, (das geschieht hier ständig) stoßen wir mit unserem Nachbarn zusammen (er hängt an einer Mooring und hat ein viel kleineren Schwoi-Kreis als wir am Anker) und das wäre echt schlecht! Also noch vorm Frühstück Motor an und los, das ist aber kein Problem. Nach dem Frühstück wird Eric (unser Enkel) zum ersten Schlauchboot Fahrer ausgebildet!
Nach ein bis zwei Übungsrunden, das heißt anlegen am Boot, anlegen am gegenüber liegenden Steg hat er den Dreh raus. Nun kann er die nähere Umgebung erkunden, alleine und auch mit der Oma zusammen. Zwischendurch immer mal ein Sprung in das 28°C warme Wasser.
ab sofort ist Eric für den Transport zuständig
auch die Oma traut seinen Fahrkünsten
das an- und ablegen wird zur Routine








Am Mittwoch, gehen Ingrid, Eric und Ivonne, auf Erkundungstour in Richtung Jan Thiel. Kommentar von Ivonne: ca.1,5 km, bergauf, bei Temperaturen über 30°C, da kamen wir schon ordentlich ins schwitzen. Wir suchten, und fanden den Supermarkt, eine Autovermietung und weitere schöne Plätzchen. Erfolgreich und mit frischem Brot im Gepäck, ging es zurück.
kurze Erholungspause
Eric brachte den Einkauf mit dem Schlauchboot zurück an Bord und nahm mich mit zurück an Land, denn wir essen heute im "Piraten Nest". Das Essen war super.
Achtung es kommen Gäste
versteckt das Essen
Am Donnerstag, fahren die drei nochmal nach Willemstad. Ich bleibe an Bord, denn ich muss den Wassermacher anwerfen (wir brauchen ca. 400 Liter das heißt 4 Stunden mit laufenden Generator.
Freitag, Eric darf weiter schlafen und wir Drei machen uns auf zum "Umsonst-Bus", ein kostenloser Shuttle-Service zum Supermarkt. Täglich, morgens 08:30, fährt er hier am Fischereihafen ab.

Am Samstag wurde das Reisebüro von Hembadoo geöffnet. Der Anfang war ein Ausflug zum Curaçao Sea Aquarium. Es war absolut fantastisch, obwohl ich anfangs bei dem Gedanken an Delphine in Gefangenschaft gemischte Gefühle hatte (sie sind auf dem Meer unsere treuesten Begleiter). Ich hatte jedenfalls den Eindruck das die Delphine bei den Vorstellungen und auch danach viel Spaß hatten. Es waren auch keine abgeknickten Rückenflossen zu sehen. Vielleicht liegt es auch an den großen Becken die eine direkte Verbindung zum Meer haben in denen sie auf Höchstgeschwindigkeit beschleunigen können.
na jetzt wollen wir uns mal überraschen lassen

am Anfang werden wir
gleich von Flamingos begrüßt
in den vielen Aqarien gibt es
die verrücktesten Fische zu sehen
der Blick aus den Glasbodenschiff
ist beeindruckend
schwimmen mit Delphinen
Futter oder wir machen Feierabend
für diese Sprünge nehmen sie gewaltig Anlauf
unser Eindruck, die Delphine fühlen sich wohl
die Seelöwen-Show ist auch der Hammer

Sonntag, Ingrid und Ivonne machen sich wieder auf den Weg, die knappen 1,5km bergauf und holen für uns einen Leihwagen. Am Nachmittag nutzen wir das natürlich gleich aus und besuchen -

Das Fort Beekenburg
es wurde 1703 auf Curaçao in der Caracas-Bucht erbaut, um das spanische Wasser zu verteidigen.
Die Caracas-Bucht mit dem spanischen Wasser im Hintergrund war einer der wenigen geeigneten Orte, um vom Meer an Land zu gelangen, es wurde daher beschlossen, eine Festung zu bauen, um es
Feinden zu verunmöglichen, Willemstad zu erreichen.
das Fort ist kostenlos und frei begehbar
ist nicht super Spektakulär, aber schön
mit der Bewaffnung kommen wir auch klar
Kuckuck, verdammt was war das
und das soll der richtige Weg sein?
ja das ist der richtige Weg
eine super Aussicht von der 2. Etage - das Bohrschiff
der Weg nach ganz oben
ist echt abenteuerlich
aber die Aussicht
ist spektakulär
















Wir fuhren auch gleich die umliegenden Strände ab und fanden dabei unseren Favoriten, den Tugboat Beach. Hier lässt es sich gut schnorcheln. Das riesige, stillgelegte, Ölbohrschiff (von weitem sieht es aus wie eine Raketen-Startrampe) gibt eine beeindruckende Kulisse und sorgt für noch ruhigere Verhältnisse in der Bucht.

Am Montag haben wir ein neues Ziel, da fahren wir zur Straußenfarm, gleich am Eingang empfangen uns Pfaue und da wir noch Zeit hatten bis zur nächsten Tour konnten wir uns in aller Ruhe alle anderen Tiere anschauen. Da waren Pfauen, Hühner, eine Boa, eine ganze Horde kleine Äffchen und zwei Ara's und Papageien. Na die waren ja sehr zutraulich und wir konnten ganz nah ran (sie sind frei herumgelaufen).
Die Tour selbst war auch sehr interessant, rechts und links Strauße und auch Emus. Die Strauße haben wir auch füttern können. Die Tiere picken gierig die Körner aus dem Eimer bzw. aus der Hand.
Auf dem Rückweg machten wir noch einen Badestop an unserem Tugboat Beach. Am Dienstag legen wir eine Pause ein um die gewonnenen Eindrücke zu verdauen.
die Farm liegt weit weg und etwas versteckt, wir waren gespannt ob wir sie finden
das Empfangskomitee
die Farm ist ziemlich groß
Empfangsgebäude und Gaststätte
die Papageien und Aras laufen hier frei herrum
na wer bist du denn (fragt der Ara)
die Hitze ist nur mit Eis zu ertragen
na na nicht so wild
ich will mehr
aah gutes Mädchen
wird das unser Frühstücksei oder nicht
die kleinen Affen
sind frech und witzig, wie immer























Aber schon am Mittwoch geht's wider los und unser Ziel war in die Hato-Höhle. Im ersten Abschnitt der Höhle darf man nicht fotografieren (hier ist die Höhlendecke voll mit Fledermäuse). Das war die erste Höhle die ich betrat die nicht kühl war, ohne die aufgestellten Ventilatoren da drinnen wären wir wahrscheinlich zerflossen. Draußen konnten wir noch über den Indian Trail durch bizarre Felsformationen laufen und sahen Landschildkröten. Es war sehr schön.
der Aufstieg zur Höhle ist schweißtreibend
in die Höhle darf man nur mit Führer
also erst einmal warten
eine schöne warme Tropfstein-Sauna, ohne die
vielen Ventilatoren würde man es nicht aushalten
nun wider runter und auf den Inka-Trail
macht mal hinne, ich kann das nicht ewig halten
bizarr, wild und schön

Nach der Höhle sind wir noch ein Stück weiter gefahren in einen kleinen Natur Park mit
Klettermöglichkeiten in den Felsformationen den Park Roi Rincon. Es war aber sehr heiß und wir hielten uns dort nicht allzu lange auf.
der Park Roi Rincon ist der Spielplatz für Kletterer und Bergsteiger
eine Kulisse wie bei Indianer Jones
irendwo muß doch der Schatz sein

wenn nicht hier
vieleicht hier unten
Einen unserer Wünsche erfüllten wir uns an diesem Tag auch noch, Lobster (Hummer) essen! Na das war ja mal mega lecker. Den Lobster konnten wir uns selber im Aquarium aussuchen. Anfangs wollten wir zwei nehmen. Nachdem wir gesehen haben wie groß der ist (2 kg) haben wir uns nur für den einen entschieden (und wir waren pralle satt).
auf zum Lobster-Essen
noch wuseln sie im Aquarium herum
der gehört mir und Ivonne
super Lecker kann ich nur sagen
Ingrid und Eric haben sich für Fisch und Riesengarnelen entschieden
Am Donnerstag fuhren wir nach Willemstadt um Fahrradteile, und Zubehör zu besorgen und danach ein letztes mal an unseren Tugboat Beach zum schnorcheln.
Am Abend besuchten wir Ralf, Ute und ihren Hund Bruno auf ihrem Katamaran "Casa Antonia" die heute auf Curacao angekommen sind. Wir wollten eigentlich nur kurz Hallo sagen, aber aus den geplanten 30 min wurde ein etwas längerer, schöner Abend.

Freitag, Eric war auf dem Katamaran um auf Bruno aufzupassen, denn Ralf und Ute mussten nach Willemstadt zum ein klarieren.
Bruno ist sich nicht ganz sicher ist er nun ein Hund der ein Fisch, kurz mal in das Wasser springen und Fische fangen das sind seine Hobbys
Ivonne packte ihre Taschen. Die drei Wochen Urlaub sind nun leider zu Ende. Ingrid löste Eric auf dem Katamaran ab, denn Ralf und Ute waren noch unterwegs und wir fuhren zum Flughafen. Das Einchecken am Automat war problemlos. Aber bei der Abgabe des Gepäcks der große Schreck das Flugzeug ist defekt, es steht auf der Insel St. Maarten, und wir sollen morgen wieder kommen! Und nun?, ein Hotel wurde den beiden angeboten, aber sie wollten doch nochmal zurück aufs Schiff. Ich war noch unterwegs als ich die WhatsApp bekam, na dann umkehren, zurück zum Flughafen und die beiden wider einsammeln. Samstag, Mittag wollte Ivonne unbedingt wider zum Flughafen, sie war nervös und wollte einfach wissen, ob sie heute ab fliegen können. Also alle rein ins Auto und los.
Wie es weiter ging schreibt Ivonne:
Es hieß am Schalter, nach einigem Hin und Her, wir fliegen am Abend ab. Eric und ich blieben am Flughafen, als dann langsam die Zeit kam zum einchecken wunderten wir uns doch sehr, das der Flughafen so leer blieb ?!
KLM Mitarbeiter kamen und eröffneten uns, auch heute kommt der Flieger nicht! (die anderen Passagiere wurden im Hotel informiert und sind gleich da geblieben)
Ich hätte am liebsten losgeheult! Heute nahmen wir das Angebot, ins Hotel zu gehen, an. Hauptsächlich wegen der Tatsache das der Leihwagen abgegeben wurde und das wir einfacher an Informationen von KLM kamen. Per Mail oder Anruf klappte das nämlich überhaupt nicht. Ein Taxi holte uns ab und wir kamen ins 'Santa Barbara Beach & Golf Resort', was für eine luxuriöse Anlage. Kurz noch zum Abendessen und dann ab ins Bett.
das Santa Barbara Beach & Golf Resort
Sonntag, 11:00 mittags kam ein Herr von KLM ins Hotel und bestätigte uns Allen das wir heute ab fliegen werden. So langsam konnte ich dann doch das wirklich tolle Hotel etwas genießen. Am Abend wurden wir vom Taxi wieder abgeholt, konnten einchecken und verließen Curacao.
Nach dieser verrückten Rückreise waren wir am Montag gegen Mitternacht endlich zu Hause. Ich musste sofort ins Bett, denn Dienstag hatte ich Frühschicht (und das mit Jetlag)!

So jetzt waren wir wider allein, das Hembadoo-Reisebüro hatte aber noch nicht ganz geschlossen nur das wir jetzt nicht mit dm Auto sondern mit dem recht preiswerten Bus unterwegs waren. Also rein in den Bus 6A und bis zur Endhaltestelle nach Willemstadt.
Wir bestaunen die alten Stadtmauern die das Fort Amsterdam umgibt. Hinter diesen Viaduktbögen verbergen sich mit schöner Meeressicht ein paar hübsche Restaurants, im Moment war hier nicht allzu viel los, der richtige Trubel setzt erst am Abend ein.
auch wenn alles sehr schön aussieht
wir bleiben nicht hier
Aber unser Ziel war ohnehin ein anderes und zwar folgendes:

Der Old Market
Ein kurioses Restaurant, das man einfach gesehen und getestet haben muss! Zwischen 11:00h und 15:00h ist der Old Market geöffnet. Es gibt Originale, einheimische Küche. Von Einheimischen gekocht und zubereitet. Einfach nur köstlich… und sehr originell und dabei noch preisgünstig. Wir dürfen in die Töpfe gucken mit herrlich duftenden Speisen. Fisch in vielen Variationen, Hühnchen, Rindergulasch. Es gibt ein fantastisches Ziegenragout und auch Leguan-Eintopf. Zubereitet wird auf einer gemauerten, offenen Feuerstelle auf Holzkohlen. Es ist etwa 40 Grad hier drinnen und die Damen und Herren kochen an den heiß glühenden Feuerstellen in riesigen Pfannen und Töpfen. Sie braten in der riesigen Gusseisenpfanne im heißen Fett die Speisen. Man setzt sich an die vorhandenen Tische mit Plastiktischtücher und wird dann von den Service-Damen oder Herren sehr nett bedient. Es hat ein gewisses Kantinen Feeling hier drinnen. Es gefällt uns hier sofort. Die bunte Gästeschar sind Touristen, Einheimische, ältere Menschen, vom Polizisten bis zum Beamten ein bunt gemischtes Völkchen welche sich für einen unkomplizierten Lunch trifft. Wir fanden das Essen und die Atmosphäre spitze!

die gesamte linke Seite besteht aus Küchen
und es schmeckt

Jetzt steht nur noch eine Reise an. Ingrids Flug nach Deutschland. Ich bleibe auf dem Boot, meine To-Do-Liste ist wiedermal lang wie eine Rolle Klopapier. Aber auch Ingrids Einkaufsliste kann sich sehen lassen. Ingrids Abflug gestaltete sich problemlos. Und auf Hembadoo kehrte eine ziemliche Stille ein. Das Reisebüro wird geschlossen. Meine Reisen beschränken sich auf die Fahrt mit dem „Umsonst-Bus“ zum Einkaufen.
Der erste und wichtigste Punkt der erledigt werden musste war das Nachnähen der Genua. Das ist das sehr große Vorsegel (ca. 90 m²). Eigentlich hatte ich vier bis fünf Tage dafür vorgesehen. Zum Schluss waren es 1 ½ Wochen da die Schäden doch größer waren als es auf den ersten Blick schien.
ja hier bleibt in nichts erspart
so ein Mist, kurz vor Schluß bricht die letzte Nadel ab
da bleibt nur eins mit Handschuh und normaler Nadel nähen
Um das Segel allein wieder hochzuziehen und einzurollen musste ich mir einen relativ windstillen Tag aussuchen aber selbst dann kommt man gehörig ins schwitzen. Eines Tages bekam ich Besuch von Paul ein Segler hier aus dem Ankerfeld. Er hat mich für den nächsten Abend zu ein Dingi-Treffen (Schlauchboot-) eingeladen. Die Segler vom Ankerplatz trafen sich mit Getränke und Verpflegung ausgerüstet ganz am anderen Ende von Spanish Water. Dort wurden alle Schlauchboote zusammengebunden und wir ließen uns vom Wind zurück blasen. Es waren etliche Nationen vertreten. Das ganze war bei einer Sternenklaren Vollmond Nacht sehr romantisch und nach einigen Büchsen und Flaschen auch sehr Lustig.

im weißen Hemd das ist Paul
eine echt lustige Truppe

ach wie romantisch
Ute und Ralf haben auch mitgemacht
Die fünf Wochen waren auch schnell vorbei und Ingrid landete wohlbehalten auf Curacao und beim Zoll gab es Gott sei Dank keine Probleme. Bevor Ute und Ralf wider nach klein Curacao gesegelt sind haben wir uns noch einmal zu einem Spiele-Abend getroffen es gab viel zu staunen und zu lachen aber auch zu ärgern.
was für ein Spiel, man muß dem Spielpartner ein Begriff entweder erlären, malen oder durch Pantomime erklären
Wir haben uns einen neuen Plan ausgedacht. Von Trinidad aus konnten wir ja wegen des Beginns der Hurrikan-Saison die kleinen Antillen nicht mehr besuchen, also werden wir noch einmal zurücksegeln um es nachzuholen. Der vorläufige Plan sieht folgendermaßen aus:

  • Anfang November für eine Woche nach klein Curacao
  • dann, wenn eine freie Moorring vorhanden, nochmal eine Woche Bonair
  • weiter zu den venezolanischen Korallen-Inseln Islas Los Roques
  • und von dort nach Norden zu den kleinen Antillen und zwar nach St. Maarten
  • dann Insel für Insel nach Süden.
Wir sind schon jetzt gespannt wie sich St. Maarten nach dem verheerenden Hurrikan Irma (2017 – stärkster Hurrikan mit 300 kmh Windgeschwindigkeit) erholt hat.

Mittwoch, 14. August 2019

Kreuz und quer durch Bonaire

Jetzt haben wir die dritte Stufe der Mobilität auf Bonaire erreicht. Wir haben uns für eine Woche ein Leihwagen, einen ziemlich großen Pick-Up geholt. Es musste so ein Auto sein, denn in den Washington Slagbaai National Park kommt man nur mit einem Geländewagen mit Allrad-Antrieb.
Die ersten zwei Tage (dann kommt unsere Tochter Ivonne und unser Enkel Eric zu Besuch) erkunden wir die Insel allein. Wir fahren die Küstenstraße entlang, kommen bei vielen Tauchspots vorbei, erkennbar an den gelben Steinen. Die Küste von Bonaire ist an vielen Stellen wunderschön, auf der einen Seite das türkisfarbene Meer und auf der anderen die Felsformationen die vom Meer ausgespült wurden.
Nachdem wir durch Kralendijk durchgefahren sind kommen wir zu den Salinen.
und immer wieder die bunten Häuser
egal wo man langfährt
rosa Wasser, weiße Salzberge und

blauer Himmel. was für ein Anblick
hier legen die Frachtschiffe an
Der Süden von Bonaire ist flach, kaum Bewuchs, nur ein paar Divi-Divi Bäume beugen sich dem Passat. Landwirtschaft ist nicht möglich. Das einzige, was hier geerntet werden kann, ist Salz.
Als die Spanier die Inseln Aruba, Bonaire und Curacao "entdeckt" hatten, nannten sie die Inseln "Islas Inutiles" – die nutzlosen Inseln.

Das die Inseln nicht nutzlos waren erkannten bereits vor knapp 400 Jahren die Holländer, die den Spaniern die ‚unnützen Inseln‘ wieder abnahmen.
Der Hunger nach Salz war bei den Holländern groß. Sind sie doch die Erfinder des Matjes, der in Salzlake haltbar gemacht wird. Und Produktion von Delfter Porzellan verschlingt ebenfalls Massen an Salz. In den natürlichen Salzseen auf Bonaire legte man Salinen an aus denen bis heute qualitativ hochwertiges Meersalz geerntet wird. Früher war dies Sklavenarbeit. Die Hütten stehen entlang der Salzstraße und sind perfekt renoviert. Gestrichen im unvermeidlichen Bonaire-Insel-Ocker-Gelb. Die Familien der Sklaven lebten derweil im Norden, im ältesten Örtchen der Insel, Rincon.
Heute übernehmen die schwere Arbeit große Raupen und das Salzschiff wird über ein modernes Loren-System beladen. Damals erfolgte der Transport der Salz-Fracht mit Esel, als man die Tiere nicht mehr zur Salzgewinnung brauchte wurden sie einfach frei gelassen. Sie verwilderten und stellen nun eine Plage dar. Sie sind weder bei Umweltschützern noch bei Gartenbesitzern beliebt. (nur bei den Touristen – wie wir es im Moment sind)
Ein Esel-Reservat nimmt sich seit 20 Jahren dieses Problems an. Zwei Drittel aller Esel wohnen mittlerweile dort und durch Kastration soll eine ungezügelte Vermehrung der freilaufenden Tiere verhindert werden.
schön sehen sie aus
na komm
obwohl sie wild leben, alzu scheu sind sie nicht
Der nächste Halte-Punkt an der Küstenstraße ist der Leuchtturm. Nach der Besichtigung des Leuchtturmes, geht es weiter zu den Sklavenhäusern.
Ja, die hatten wirklich gemauerte Häuser, aber seht selbst, diese Zwergenhäuschen mussten sich sechs Personen teilen. Es war ganz schön eng und wahrscheinlich auch sehr warm.
mensch Ingrid, nicht in den Spiegel, sondern zu den Sklavenhäusern schauen
es ist kaum vorstellbar
das hier 6 Personen geschlafen haben









 Bevor wir zurückfahren machen wir noch einen Abstecher zur Lac Bay – einer Lagune wie in der Südsee. Die Lac Bay, eine 5km lange und mehr als 2km breite, feinsandige weiße Bucht mit glitzerndem türkisblauem Flachwasser, die auf der Nordseite von dichten Mangrovenwäldern eingesäumt ist. Auf mehr als 1km Breite und Länge kann man in dieser Bucht im feinen Sand knie- bis hüfttief stehen. Die Lac Bay liegt frei und offen, nichts stört den Wind – hier kann der beständige Passat, der East Caribbean Trade Wind, mit voller Puste vom Atlantik aus konstant herein blasen. Da der Wind über Land kommt gibt es kaum Wellen, genial für Surfer.
leuchtend blaues Wasser viel Wind
und keine Wellen, große Klasse









Am Sonntag Abend (04.08.19) holen wir Ivonne und Eric vom Flughafen ab. Mit den Beiden machem wir die ganze Insel Rundfahrt noch einmal und etwas ausgiebiger.

Unser nächstes Ziel ist der am Nordende der Insel liegende „grüne“ Washington-Slaagbai-Nationalpark, voller Echsen und Vögel – und Touristen, Das dort viele Leute sind bemerkt man nur am Eingang wo man Schlange steht. Im Park dagegen verläuft (verfährt) sich alles und man hat das Gefühl man ist allein unterwegs.
nicht Schlange gucken, sondern stehen
der gesammte Norden ist der Pak








Der Norden ist recht grün, allerdings nicht tropisch üppig bewachsen, sondern Kakteen-Wälder dominieren den Bewuchs. Dicht gedrängt stehen sie an der Fahrbahn und behindern stellenweise die Weiterfahrt durch die bizarre Wüstenwelten mit Felsen, Agaven und ganzen Kakteenwäldern.
Wie vorhin schon erwähnt der Naturpark darf nur von Allrad getriebenen Fahrzeugen befahren werden. Es dauerte nicht lange und wir wussten warum, es ging extrem steil nach oben und genauso steil nach unten und unendlich viele Löcher schüttelten uns durch.
Kleine Trampelpfade führen durch den Kakteen-Wald. Kakteen kommen (bis auf eine einzige Ausnahme) nur auf dem amerikanischen Kontinent vor, gehören zu den langlebigen „Sträuchern“ und sind definitiv nicht meine Lieblingspflanzen. Aber zwischen 10 Meter hohen Säulenkakteen und Kandelaber-Kakteen zu wandeln, ist eine Hausnummer. Dazwischen wachsen Kugel-Kakteen und „Schwiegermuttersitze“, die von den Azteken als Folterinstrument eingesetzt wurden. Selbst Blatt führende Pflanzen, wie Akazien, haben Dornen. Hier sind alle Pflanzen bis unter die Zähne bewaffnet.

mit dem Pick Up durch Kakteen-Wälder
und durch Fels-Landschaften
Leguane zu fotografieren
ist nicht ganz einfach















Übrigens machen sich die Einheimischen das zu Nutzen und bauen lebende Kakteen-Zäune gegen gefräßige Ziegen und nicht minder hungrige Wild-Esel, die durch die Gegend ziehen.

Früher soll es im Norden einen richtigen Wald gegeben haben, der aber der Abholzung für den Schiffsbau zum Opfer gefallen ist. Eine Wiederaufforstung gestaltet sich schwierig, da Ziegen und Esel alle Schösslinge verbeißen.
In Richtung Küste wird der Bewuchs spärlicher und hört schließlich ganz auf. Die Ostseite mit den ungebremsten Wellen der Karibik, die spektakulär auf die Felsen donnern, ist nahezu Strandlos, rau und dramatisch.
hier  toben die
Naturgewalten









Obwohl wir anfangs keine allzu großen Erwartungen an den Park hatten, da die Insel eher trocken und unfruchtbar ist, wurden wir dann aber doch umso mehr überrascht wie atemberaubend, überwältigend und bizarr die Landschaft dieser Insel sein kann. Wir begegneten bunten Eidechsen (Jurassic Park lässt grüßen), großen Leguanen, Flamingos so rosarot wie nur irgendwie möglich, Papageien, Pelikanen, wilden Eseln und Ziegen, …


Unser nächstes Ziel ist das „Gotomeer“, dort sollen sich die Flamingos aufhalten. Sie sind in Bonaire heimisch und zugleich Bonaire’s National Vogel. Sowohl auf den karibischen Inseln wie auch an der Nordküste von Südamerika heimisch. Bonaire ist eine der weltweit größten Brutstätten der Flamingos. Grund dafür sind der nährreiche Boden der nicht zu hart und auch nicht zu weich sein darf. Der hohe Salzgehalt im Wasser, eine genügend hohe Frischwasser Zufuhr und die noch ausbleibende Beeinträchtigung durch Menschen und Tiere. Hier können die Vögel ungestört nisten und leben. Durch das Jahr wandern eine Vielzahl von Flamingos zwischen Bonaire, Venezuela, Guyana, Brasilien und Kolumbien. Das Futtervorkommen ist der Grund für ihre Wanderungen. Die Caribbean Flamingos fressen lange und ausgedehnt. Sie wühlen mit ihren langen Beinen Schlamm vom Boden der Salinen-Teiche auf und filtern das Fressbare durch ihren Schnabel. Meeresschnecken, kleine Muscheln, Mücken, Salzwasser Shrimps und Fliegenlarven sind täglich auf dem Speiseplan der Flamingos. Das Karotin welches im Futter reichlich vorhanden ist, gibt den Flamingos ihre unverwechselbare Pinke Farbe.
Tolle Tiere
Der See der Flamingos liegt an der Grenze zum Washington Slagbaai National Park. Wir fahren wider durch Kakteen Wälder und uns zeigt sich ein wunderschöner Salzsee, und wir können die ersten Flamingos von der Nähe beobachten. Das Lake Gotomeer ist der beliebteste Platz bei den auf Bonaire lebenden Flamingos. Auf dem Salzsee im Norden der Insel schnappen sich die scheuen Tiere die roten Salzwasserkrebse. In der Zeit von Januar bis Juli ist bei den Flamingos Brutzeit. Und es ist daher mit vielen Flamingos zu rechnen.
eine Landschaft wie aus dem Bilderbuch

haloho mir geht es gut
nicht posieren, da, die Flamingos anschauen


überall Flamingos
und fotografierende Touristen (Inge und Ivonne)
 








Mit dem Kajak durch die Mangroven.
Den Nordteil der Lac Bay bedecken dichte Mangrovenwälder. Mit ihren langen Luftwurzeln stehen die Mangrovenbäume im Salzwasser und bilden dort nahezu undurchdringliche Geflechte.
Wir haben den Ausflug in der Bonaire Touristen Info gebucht. Ein tolles Erlebnis! Mit den Kajak durch die Mangrovenlandschaft zu paddeln ist bei den teilweise sehr engen Passagen nicht immer einfach. Deshalb wird auch viel gelacht, wenn man sich wieder mal mit dem Paddel oder dem ganzen Kajak in den Mangrovenwurzeln verheddert. Dazwischen geniessen wir die Stille in diesem grossartigen Naturgarten.
das Boot ist ein wenig kleiner als Hembadoo
wir waren nur eine kleine Gruppe (6 Kajaks)

aha Eric (Enkel) lässt Muttern paddeln

und das über längere Strecken (Schlitzohr)

ich muß aufpassen hier wird es richtig eng
Auf der Hälfte der Strecke, Ausstieg aus dem Kajak und los geht’s mit Taucherbrille und Schnorchel zwischen den Mangroven hindurch. Man sieht wunderbar die bewachsenen Wurzeln der Mangroven von unten, farbig, faszinierend. Grosse Fischschwärme suchen hinter den herabhängenden Mangroven-Wurzeln Schutz.
Eric in seinem Element
und ich hinterher










Die Stelle an der wir aus dem Kajak ausgestiegen sind war nicht gerade flach (das Wasser ging bis zum Bauch) und ich ahnte schon das das einsteigen in die kippligen Boote eine besondere Herrausforderung wird. Mit viel Gekreische und Gelächter haben es dann doch alle geschafft.
Es war ein wunderbares Erlebnis! Wir strahlten vor Glück als wir wieder an Land waren. Dadurch das wir (bei der Rückfahrt) relativ dicht an der Riff-Kante waren erlebten wir die Wellen und den Gegenwind mehr als uns lieb war und wir hatten deshalb reichlich Wasser im Kajak  Das gute war, durch den relativ starken Wind blieben wir von lästigen Mücken-Attaken verschont! 

Jetzt wird es aber Zeit das wir uns von Bonair verabschieden. Wir gönnen uns noch ein großes Abschiedsessen und dann geht es weiter in Richtung Curacau.
ja, ja nur nicht abmagern

Mittwoch, 17. Juli 2019

Bonaire - Holland im Westen der Karibik

Anfangs mussten wir sechs Stunden mit Motor fahren (dicht an der Nordküste von Trinidad immer nach Osten, um ein besseren Windwinkel zum Segeln zu bekommen). Das war ein guter Test für das Getriebe. Die Ölundichtigkeit war größer als anfangs gedacht. Wir verbrauchten pro Stunde knapp ein Liter Automatik-Getriebeöl. Wir haben es positiv gesehen und gemeint das es gut sei das das Getriebe gespült wird. Aber es ist auch klar das wir in Bonair unbedingt die Wellendichtung wechseln müssen. Wegen der Piraterie mussten wir reichlich Abstand zu Venezuela gewinnen. Den Aufenthalt in St. Vincent haben wir verworfen denn die Regenzeit läuft zur Hochform auf und das gefällt uns gar nicht – also weiter!

der Leuchtturm und ein Funkmast vielmehr ist nicht zu erkennen
Es ist geschafft,wir haben knapp fünfhundert Seemeilen ohne Probleme überstanden! Anfangs segeln wir mit achterlichem Wind und ruhiger See. Am Abend sehen wir Blitze am Horizont zucken, aber das Gewitter kommt nicht näher. Mit jeder Meile nach Westen lassen wir die Regen hinter uns. Es ist so, wie wir uns das Segeln vorstellen. In Richtung Westen, im Passatwind ist es das pure Vergnügen und einfach (keine Segel trimmen). Wie immer besuchen uns Delfine. Auch wenn die Wellen zwischendurch mal ca. 3 bis 4 m hoch waren. Sie kommen von hinten und Hembadoo mit seinen 20 Tonnen versuchte sogar zu Surfen. An den venezolanischen Inselchen schleichen wir uns vorbei, ohne Positionslichter ohne AIS-Sender, nur für den Fall das Piraten nach uns Ausschau halten. Als Belohnung erschien nun am Mittag das Tauchparadies Bonaire am Horizont. Von der Insel sehen wir anfangs nur den Leuchtturm, sonst nichts. Die Insel ist so flach wie eine Nordsee Hallig. Beim näher kommen kann man ein paar Häuser ausmachen und später riesige Salzberge. Ingrid wäre am liebsten schon mit Brille im Gesicht und die Flossen an den Füssen in das Wasser gesprungen. Doch erst müssen wir um die Südspitze schaukeln, den Kurs nach Norden ändern und endlich in ruhigem Wasser Hoch am Wind nach Kralendijk segeln. Hembadoo fliegt regelrecht durch das Wasser (22 Knoten Wind und kaum Wellen), wir strahlen und an Steuerbord ziehen flache Wüstenlandschaft, Salzseen und aufgeräumte bunte Häuschen vorbei.
Bonaire ist die östlichste und zweitgrößte der niederländischen ABC-Inseln. Im Gegensatz zu ihren beiden Nachbarn Aruba und Curacao ist sie jedoch kein autonomes Land, sondern eine besondere Gemeinde der Niederlande. Die knapp 19.000 Einwohner haben also einen niederländischen Pass und sind EU-Bürgern gleichgestellt, auch wenn Bonaire nicht zum Gebiet der EU gehört. Die Währung ist der US-Dollar.

Ankern rund um Bonaire ist strengstens verboten, um den submarinen Nationalpark zu schützen. Die Riffe liegen kaum 50 Meter vom Strand entfernt, Steilwände, die von 10 Metern direkt auf bis zu 100 Meter abfallen. Um die Segler dennoch nach Bonaire zu locken, hat die Inselverwaltung an der Strandpromenade von Kralendijk 45 Moorings gelegt, an denen man für 10 Dollar pro Tag liegen kann. Wir hatten natürlich Pech und alle Moorings waren belegt.
alle Moorings sind belegt
Mal auf die schnelle schwimmen oder Schnorcheln fällt aus das ist schon ziemlich enttäuschend. Als Alternative blieb uns nur die Marina im holländischem Stil mit gepfefferten Preisen, eigentlich nichts für uns. So ein klares Wasser haben wir in einer Marina auch noch nicht gesehen und richtig große und bunte Fische. Letztendlich waren wir dann doch ganz zufrieden da wir ja fünf Wochen auf unsere Tochter und unseren Enkel warten müssen (Stromanschluss, Wasser, Duschen).

Am nächsten Tag machten wir ein Fußmarsch ins Zentrum von Kralendijk zum Einklarieren. Zoll und Immigration sitzen in einem Büro und die ganze Aktion war völlig unproblematisch. Die Hauptstadt Kralendijk ist ein sehr lebendiger, bunter Ort mit karibischem Flair und vorwiegend Shops und Restaurants.
Bei unserer Wanderung durch das Zentrum ist der Einfluss von Holland nicht zu übersehen, die bunten Häuser, die sauberen Straßen, Papierkörbe, wo man hinschaut, nur Palmen Kakteen und Flamingos lassen erkennen wo man sich wirklich befindet. Nachdem wir wieder zurück auf dem Boot waren, waren wir fix und fertig. So lange Strecken (knappe 6 km) bei sengender Hitze (kein Schatten) wandern waren wir gar nicht mehr gewöhnt. Statt Tauchen und Schwimmen war Dusche und Beine hoch angesagt. Aber am nächsten Tag gleich nach dem Frühstück sind wir bei uns um die Ecke(!), an den Coco-Beach, zum Baden beziehungsweise Schnorcheln gegangen. Kristall klares Wasser, Fische und Korallen wie in einem Aquarium nur wenige Meter vom Strand. Das ist Balsam für die geschundene Seele (Stress in Trinidad).

der fast lehre Strand neben der Marina
knapp 30 Grad Wassertemperatur, super









Die nachfolgenden Unterwasser-Fotos haben wir direckt an den oben zu sehenden Strand gemacht. Durch den von den Wellen aufgewirbelten Sand ist das Wasser nicht ganz so klar. Aber es ist verrück, schon nach ein paar Zentimetern schwimmen Fische um uns herrum. Sie lassen sich durch unsere Anwesenheit bei der Futtersuche überhaupt nicht stören. Na das ist vileicht ein Spass.

gerade noch am Strand im Trocknen und Sekunden später mitten im Fisch-Schwarm
die meisten Fisch sehen freundlich aus 😊
oder wie eine zu groß geratene Stricknadel


andere sind flach und schielen


und sind Meister der Tarnung


Schade keine Schatztruhe


zum Schluss ein freundliches Tschüss





















Wir haben uns wie immer schnell eingelebt. Einen Service nutzen wir sofort, den kostenlosen Bus-Shuttle zum Supermarkt (jeden Dienstag und Freitag um 17.00 Uhr). Im Supermarkt kommt dann der nächste Schock. Erst die positive Überraschung, wegen all der tollen Dinge, die es zu kaufen gibt, und dann das böse Erwachen beim Blick auf die Preise. Die Supermärkte sind ausgezeichnet bestückt. Man bekommt nach europäischem Standard praktisch alles was das Herz begehrt und den Gaumen erfreut. Bonair ist sehr teuer, trotz des günstigen Umrechnungs-Kurs US Dollar zu Euro.

Schnell mussten wir erkennen das die Entfernungen von der Marina zu den interessanten Punkten doch sehr groß sind. Also aktivierten wir unsere Fahrräder, obwohl sie eigentlich Seewasserfest sein sollten hat der Rost ordentlich zugeschlagen. Die jetzt gewonnene Mobilität erleichtert unser Leben erheblich. Die ersten Begegnungen mit der Flora und Fauna auf der Insel sind auch Interessant. Zur Zeit begeistern uns am meisten die bunten Eidechsen (von denen gibt es tausende) und vor allen die großen Leguane.
Die grünen Leguane sind auf Bonaire heimisch. Sie sind von Natur aus sehr scheu und vorsichtig. Aber bei einem Spaziergang waren wir Zeuge einer wirklich kuriosen Geschichte. Ein Hund und ein Leguan spielten mit einander. Als der Leguan der Meinung war das ihm auch ein schattiger Platz in der Hundehütte zusteht, war der Hund nicht begeistert, er nahm den Leguan vorsichtig ins Maul und bugsierte ihn nach draußen, wo der Leguan heftig protestierte.

Raus aus mein Haus
also wirklich, du spinnst wohl









Fortsetzung folgt.