Mittwoch, 12. Dezember 2018

Abenteuer im Urwald - Puerto Maldonado - Peru

Abenteuer im Urwald - Puerto Maldonado - Peru
Puerto Maldonado, in der Region Madre de Dios im Südosten Perus gelegen, ist eine Dschungelmetropole, die sich verstärkt auf den Tourismus konzentriert. Sie liegt im tropischen Regenwald des Amazonas Tieflandes und nahe der Grenze zu Bolivien. In der Umgebung der Stadt liegen nicht weniger als drei wichtige Nationalparks, die noch vom Menschen vollkommen unberührten Regenwald enthalten: der Manu-Nationalpark, der Tambopata-Candamo-Nationalpark und das Bahuaja-Sonene-National Reservat. Die unüberschaubare Vielfalt der Flora und Fauna dieser Parks trägt Puerto Maldonado auch den Beinamen "Hauptstadt der Biodiversität" ein. Dieser verheißungsvoll Ort sollte ab jetzt für etliche Tage unser zu Hause sein. Nach der Ankunft blieben wir eine Nacht im Hostel. Am nächsten Tag früh wurden wir mit einem Jeep abgeholt und zum Fluss gefahren. Normalerweise hätten wir jetzt eine 7 Stündige Bootsfahrt zur ersten Urwald-Lodge gemacht aber es kam alles anders. Der Regenwald heißt eigentlich Regenwald weil es dort oft regnet, aber hier hat es schon seit Tagen nicht mehr geregnet (gut für uns, schlecht für die Natur) Das Ergebnis ist, der Wasserstand ist so niedrig das selbst die schmalen, flachen Boote an einigen Stellen nicht mehr durchkommen. Und so begann unser erster verrückter Trip – mit dem Jeep durch den Urwald. Das war das ultimative Offroad-Erlebnis. Man kann sich kaum vorstellen wie der relativ schmale und lehmige Weg beschaffen war. Meter tiefe steile Furchen vom letzten Regen (ein Reifen passte gerade auf die Krone) unheimlich tiefe und große Löcher. Wir wurden extrem hin und her geschleudert. Ich schaute automatisch auf die inneren Überrollbügel das da auch ja alles in Ordnung ist. Am liebsten hätten wir uns noch Kreuz-Gurte gewünscht. Aber wir konnten nicht groß darüber nachdenken. 
Das große Abenteuer beginnt
fast bodenlose Löcher und Gräben








Denn schon kam das nächste Erlebnis in Sicht. Es war ein umgefallener Baum der quer über dem Weg lag. Er war nicht allzu dick aber unheimlich zäh. Hinter uns kam noch einer mit einem Moped. Uns allen zusammen gelang es endlich den Baum zur Seite zu schieben. Ich wollte gerade in das Auto steigen da spürte ich ein krabbeln an mir – Ameisen – und was für Riesen Dinger. So im Dreieck gesprungen um die Viecher loszuwerden bin ich schon lange nicht mehr. Der Guide erklärte uns das die Eingeborenen diese Ameisen als Wundklammern benutzen. Sie lassen sie über die zusammengedrückte Wunde zubeißen und trennen den Körper vom Kopf. Das wird im Abstand von einem halben Zentimeter immer wieder gemacht bis die Wunde verschlossen ist. Ingrid hat sich bei den bloßen Gedanken an diese Viecher gleich mit geschüttelt.

gemeinsamm sind wir stark
ich werd verrückt - alles voller Ameisen








Nachdem wir eine ganze Weile auf diesem irren Weg weitergefahren sind stoppte der Fahrer das Auto. Wir standen vor einer „Brücke“. Was heißt Brücke, es waren ein paar dicke nebeneinander gelegte Baumstämme. Der Guide ist ausgestiegen um den Fahrer Zeichen zu geben damit er mit den Rädern auf dem Baumstamm bleibt. Ich bin gleich mit herausgesprungen, denn sollte das Auto kippen dann wollte ich es wenigstens Filmen. Ingrid war vor Schreck zur Salzsäule erstarrt und ist im Auto geblieben. Ich dachte mir noch, na ja, um so authentischer. Zentimeterweise ist das Auto über die Brücke geschlichen aber es ist alles gut gegangen.
die Brücken entsprechen nicht ganz der DIN-Norm
Zu guter Letzt sind wir doch tatsächlich am Fluss angekommen. Aber durch das Niedrigwasser war es ein sehr weiter und steiler Weg nach unten. Unser Guide, Jonas, ganz Gentleman nahm Ingrid das Gepäck ab. Ich dagegen konnte zusehen wie ich mit mein 80 Liter Rucksack und der Tasche den Abhang herunter komme. Mit dem Boot sind wir dann nur schräg über den Fluss gefahren. Nach ein paar Metern standen wir vor der Urwald-Lodge für uns war klar so musste es im Paradies aussehen. 


ja immer schön verwöhnen
Jonas der Pack-Esel









Die Lodge bestand aus dem Gemeinschaftshaus und drei Wohn/Schlafhäuser. Zwischen den Gebäuden standen Mango und Zitronen Bäume, Bananen Pflanzen, Sternfrucht Bäume und Chili-Sträucher und noch vieles mehr. Alle waren voller reifer Früchte. Frischer kann man Obst nicht essen.
wo man auch hinschaut
übeall reife Früchte


so kann man sich den

Garten Eden vorstellen

jetzt noch Pack-Esel 2 - ich Klaus
Das hat sich auch ein Tayra gedacht und vor unseren Augen eine Mango geklaut. 

Ingrid und ich, unser persönlicher Guide Jonas, die Köchin, der „Hausmeister“ und der Bootsführer wir waren die einzigen Menschen weit und breit. Nach dem Trubel von Cusco ist das definitiv das Paradies. Noch ein paar Worte zu unserem Guide Jonas, der Mann ist der Hammer. Er hat Biologie studiert, er spricht mehrere Sprachen (jetzt will er noch chinesisch und deutsch lernen, chinesisch weil immer mehr Chinesen ins Land kommen und deutsch weil er eine Freundin in Deutschland hat) und den Urwald kennt er in und auswendig. Er ist auch ein guter Tierstimmen Imitator. Er kann Vögel rufen oder sie antworten auf seinen Ruf.

Jonas bei der Arbeit - Vögel rufen


das war unser persönliches Häuschen
Ingrid testet die Hängematte



und hier können wir uns von den
anstrengenen Touren erholen













Natürlich mussten wir sofort ein paar Früchte kosten. Auf Empfelung von Jonas (dem Schlitzohr) probierten wir die Riesen Urwald Zitrone. Ich kann nur eins sagen das war das sauerste was ich in diesem Leben gegessen habe. 

bei süße Mango war die Welt noch ok
dann die Riesen Urwald Lemone


Alter -
ist das Sauer








Am nächsten Tag, gleich nach dem Frühstück, brachen wir zu unserer ersten Dschungeltour auf. Nach ein paar Metern hielten wir vor einem Baum an. Oben war ein großer Termiten Bau zu erkennen und am Stamm führten etliche kleine, von den Termiten gefertigte Tunnel nach oben. Jonas brach ein kleines Stück Tunnel auf und wir konnten die Termiten erkennen wie sie nach oben und nach unten rennen. Dann griff er sich ein paar steckte sie sich in den Mund und sagte, die schmecken gut. Da ich mir fest vorgenommen hatte nichts, aber auch gar nichts auszulassen (das alles erleben wir nie wieder) schnappte ich mir ein paar von den kleinen Biestern und zerkaute sie. Ich kann nur eins sagen, sie schmecken gut (etwas kienig, harzig, geräuchert). Jonas setzte noch einen drauf, er hielt die Zunge an den Pfad und lies die Termiten in Reih und Glied in den Mund laufen. Aber man kann die Termiten auch in der Hand zerreiben und sich damit ein schmieren, das ist der beste Mückenschutz. Übrigens das die Termiten gut schmecken weis auch der Ameisenbär denn sie sind seine Lieblingsspeise.

der Termitenbau
und der geöffnete Tunnel


und rein mit die Dinger

satt wird man davon nicht














Dann ging es weiter, immer tiefer in den Urwald. Wir schauten uns laufende Bäume an. Es sollte niemand über die laufenden Bäume im Film der Herr der Ringe lachen, denn diese Bäume gibt es wirklich. Sie laufen immer zum sonnigsten Platz. Sie schaffen etwa 15 bis 20 cm pro Jahr. Die Eindrücke prasseln auf uns ein und trotzdem fühlen wir uns frei und entspannt. Der nächste Stopp war an ein gewaltigen Baum. Dieser Riesenbaum wird bis 700 Jahre alt und erreicht eine Höhe bis zu 80 Meter. Er ist wegen der Abholzung durch illegale Holzfäller sehr selten geworden. Das Holz ist sehr hart, wasserfest und extrem teuer.
der laufende Baum


das ist mal ein Baum
Unsere ständigen Begleiter sind wunderschöne Schmetterlinge mein persönlicher Favorit ist der Morpho Blue. Das extrem leuchtende Blau der Flügel sticht sofort ins Auge. Aber ein Foto vom fliegenden Schmetterling ist uns nicht gelungen (die waren zu schnell). Aber deren Flügel findet man öfters am Boden (sie werden gerne von Vögeln gefressen und nur die Flügel bleiben übrig.

die Flügel haben eine beeindruckende Farbe
Auf jeden Fall bekamen wir einen ersten Eindruck von der unglaublichen Vielfalt der Pflanzen- und Tierarten, unvorstellbar auch wie viele Pflanzen so nützlich für uns sein können, z.B. im medizinischen Sinne. Ach ja wir entdeckten auch eine frische Spur von einem Jaguar. Was natürlich Konsequenzen nach sich zog. Am späten Nachmittag waren wir von unserem ersten Ausflug zurück. Da verkündete Jonas das wir nachdem Abendbrot unbedingt noch einmal zu der Stelle sollten wo wir den Abdruck des Jaguar gesehen haben. Denn ihre aktivste Zeit ist am Abend und vielleicht bekommen wir ihn zu Gesicht. Bei Ingrid sträubten sich die Nackenhaare „im Dunkeln in den Dschungel bei all dem Kriechzeug – nein Danke nicht mit mir“. Also sind wir zu zweit aufgebrochen. Ich muss zugeben, es war schon ein bisschen unheimlich. Ein nicht endend wollendes Summen, Zwitschern, Surren, Rascheln, Brummen und Piepen umgab uns und man konnte nicht einschätzen ob es weiter weg oder genau neben einem war. Sicherheitshalber habe ich einen ordentlich starken Knüppel aufgelesen und mitgenommen, falls der Jaguar oder jemand anderes mit schlechter Laune aufkreuzt. Was jetzt folgte kann man sich kaum vorstellen, ein und eine halbe Stunden haben wir auf einem umgebrochenen Baum gesessen (den habe ich aber gewissenhaft nach Ameisen ab geleuchtet) ohne uns zu bewegen und wir haben auch nur ganz flach geatmet – nur keine Geräusche machen. 

der Dschungel-Pfad hatte es in sich
die Qualität der Brücken ist nicht so doll


sitzen und warten
das war die Spur die wir gefunden haben
so wollten wir ihn sehen (Foto aus dem Internet)











Aber weit und breit kein Jaguar. Nach ein paar Dehnungsübungen (ich dachte schon ich bekomme meine Knie überhaupt nicht mehr gerade) begaben wir uns auf den Rückweg. Um doch noch ein Erfolgserlebnis zu haben zeigte mir Jonas wie man die Erdhöhlen der Vogelspinne erkennt und wie man sie mit einem kleinen Stöckchen herauslockt. Ich wollte schon beinahe eine mit nehmen, aber Ingrid wäre wahrscheinlich durch das Dach unserer Hütte gesprungen. Nach dem ich Ingrid alles ausführlich berichtet hatte (die Info von Jonas habe ich erst einmal weggelassen: „Viel schlimmer ist jedoch die schwarze Witwe. Der Biss ist absolut tödlich und dabei ist sie so klein, man kann sie kaum sehen!“ - wahrscheinlich hätte sie unsere ganze Hütte umgedreht) sind wir glücklich und halb Tod in das Bett gefallen.
man kann nicht behaupten das sie putzig aussieht
aber sie tut einen auch nichts
Ach her je, das war die Beschreibung von nur einem Tag, wenn ich so weiter mache wird das kein Blog-Eintrag sondern ein Buch. Ich werde ab jetzt nur noch von den herausragendsten Aktionen berichten. Wie zum Beispiel unsere Dschungeltour am nächsten Tag. Gleich nach dem Frühstück sind wir mit dem Boot Flussaufwärts gefahren um Aras in freier Wildnis zu sehen. Es gibt sogenannte „Lehmschlecken“ an bestimmten Flussstellen, dort gehen die Aras und Papageien regelmäßig in Scharen hin und fressen von dem kalkhaltigem Lehm. Die Vögel müssen das tun, denn beim fressen der Beeren sind auch schon mal unverträgliche dabei und mit dem Lehm neutralisieren sie das. Der Anblick von so vielen bunten Vögeln ist schon der Wahnsinn.

die Flussfahrt war nicht einfach
am Ausichtspunkt waren noch mehr Leute


dann kamen die Aras
einer schöner als die anderen
 und hier die Papageien an der Lehm-Schlecke (danach kommen die Aras)

Nach drei Tagen nahmen wir von unserer abgelegenen Urwald-Lodge Abschied und fuhren mit dem Boot in die nächste Lodge, und zwar in die Amazonas-Lodge. Diese war etwas größer und es war schon eine sechs Personen Gruppe (jeder aus einem anderem Land), mit eigenen Guide, anwesend. Zu uns kam noch ein Pärchen, sie war aus den USA und er aus Frankreich (Er sah aus wie der junge Belmondo). Unser erster Ausflug führte uns auf die Affeninsel. Die Isla de Monos, die Affeninsel, ist nicht weit vom Tambopata Nationalpark. Auf der Insel wimmelt es nur so von Affen verschiedenster Art. Zum anlocken und füttern haben wir uns mit einer großen Tüte Bananen bewaffnet. Nach einer ca. einstündigen Bootsfahrt und einem ordentlichen Fußmarsch waren wir mitten in der Affengemeinschaft. Aber es war sofort klar das die Affen schon öfters gefüttert wurden. Als sie uns sahen kamen sie sofort näher um ihre Bananen in Empfang zu nehmen. Ich wollte es ihnen nicht zu leicht machen und und habe die Banane, nachdem er zugegriffen hat, festgehalten. Man kann sich kaum vorstellen was er auf einmal für ein Geschrei veranstaltet hat, die Augen haben dermaßen bösartig gefunkelt das ich vor Schreck losgelassen habe. Aber alles in allen war es spitzen-mäßig, mitten im Urwald und mitten in der Affenherde.

allein die Flußfahrten zum Ziel

sind schon ein Knüller


der Weg zu den Affen
war gar kein richtiger Weg


die Affen Fütterung
Erschrecken und Freude


hat er eine Banane
oder nicht



























Jonas macht uns noch auf einen der riesigen, hochgewachsenen Bäume aufmerksam, bricht ein Stück der Rinde ab und lässt uns daran riechen. Der Geruch ist vertraut, doch woher? Es ist ein „Knoblauch-Baum“ und seine Rinde wird hier im Urwald als Gewürz verwendet, wie bei uns der Knoblauch. Das war der Geruch, der gestern Abend so appetitanregend durch die Küche zog. Ich schnuppere nochmal, ja genau das war´s! Jedoch nicht nur als Gewürz ist diese Rinde nützlich, es hilft auch gegen Moskitos. Wenn wir uns damit einreiben, meint Jonas, riechen wir zwar nicht besonders gut, aber es sei wirkungsvoller als jedes Anti-Moskito Spray. Ich schnuppere nochmal und glaube ihm, dieser Geruch vertreibt vermutlich fast alles und jeden.Danach kam die nächste verrückte Aktion. Mitten im Dschungel haben sie einen Kletter-Lauf und Abroll-Perkur, über den Wipfeln der meisten Bäume das heißt in 40 m Höhe, gebaut. Dagegen ist ein europäischer Kletterpark sehr bescheiden. Jonas meinte, während wir die super-schmalen Hänge-Brücken nach oben steigen und am Stahl-Seil hängend in einem irren Tempo nach unten düsten, könnten wir uns Flora und Fauna von oben anschauen. Was für ein Witzbold – ich war froh das meine Hose trocken geblieben ist.

hier geht es imer höher
da wird ein schon mal etwas komisch


und jetzt am Stahl Seil abwärtz

hier haben wir die erste Runde hinter uns


das ganze geht

über mehrere Etagen






















Schon einen Tag später gab es das nächste Highlight, einen Ausflug zum Sandoval Lake. Er ist bekannt durch seine große Vielfalt von Arten(z.B.: See-Sandoval-Affen, Riesen-Otter, Papageienarten, Schildkröten, Alligatoren, Piranhas, Ameisenbären, unendlich viele, große und schöne Schmetterlingsarten, die seltsamsten Vögel usw.)
Vor unserer Abfahrt bekamen wir in der Lodge unser Mittagessen mit (Gemüsereis mit Huhn, eingewickelt in gekochten Bananenblättern – sehr lecker)
schmeckt besser als es aussieht
Wir beginnen unseren Entdeckungs-Ausflug mit einer Fahrt auf dem Fluß Madre de Dios. Nach der Ankunft bei einer in Flussnähe gelegenen Lodge machen wir unsere Mittagspause. Danach machen wir eine Wanderung durch den Urwald von 3 Kilometer zum paradiesischen Sandoval-See. Wir sind Heilfroh das es schon eine Weile nicht geregnet hat und der Weg trocken und fest war.
unterwegs wider die beeindruckenden Bäume
Als wir am See-Ufer ankamen (eigentlich war es ein unter Wasser stehender Wald) bestiegen wir ein für diese Gegend typisches Ruderkanu. Jeder hält Ausschau nach einem Kaiman oder einer Anakonda, im Moment lässt sich jedoch kein Reptil blicken. Während der Fahrt konnten wir die außergewöhnliche Schönheit des Sees genießen und doch noch viele Wildtiere beobachten, wie Eisvögel, Reiher, Affen, Aras, Papageien, Kaimane, exotische Vögel usw.

erst mal war Paddeln angesagt
wer entdeckt als erster ein großes Tier

Vögel sind überall

auch die Aras


die Riesen Otter
sind auf jeden fall was besonderes


noch ein Blick über den See
Wir hatten Glück und konnten eine Riesenotter Familie beobachten, die lautstark im See herumtollte und sich auf einem Baumstamm ausruhte. Ständig sah die Wasseroberfläche krabbelig aus, als wenn sie kochte. Das lag an den großen Piranha Schwärmen. Als ich wegen der großen Hitze meinen Hut nass machte ihn also mit der Hand im Wasser hin und her schwenkte wurde Ingrid ganz blass und rief nimm die Hand aus dem Wasser die fressen dich auf.
Aber ganz so schlimm ist es nicht. Zur Gefahr werden die Schwarmfische, wenn man mit einer offenen Wunde in ihren Gewässern schwimmt. Blut lockt ganze Schwärme der Fische an. Sie werden dann zu, wild um sich beißenden, Wut-Fischen. Dagegen sind die Piranhas nachts eher friedlich. Wer einen Fluss mit Piranhas durchqueren muss, wartet besser auf die Dunkelheit. Ausgewachsene Piranhas können bis zu 40 Zentimeter groß werden. Die räuberischen Fische leben ausschließlich in den tropischen Gewässern Südamerikas. Dort verbringen sie ihr Leben im Schwarm. Nur im Schwarm jagen sie und greifen an. Piranhas spielen eine wichtige Rolle als Saubermacher und Gesundheitspolizei. Sie fressen fast alles, vor allem Aas und kranke Tiere. Dies ist für das gesamte Öko-System des Regenwalds von enormer Bedeutung, da die Piranhas auf diese Weise die Verbreitung von Krankheiten und Epidemien verhindern.
Nachdem wir den See umrundet haben beginnen wir, den Kopf voll von Eindrücken, die Rückkehr zum Fluss Madre de Dios. Jetzt in der Dämmerung beginnen wir noch mit der Suche nach Kaimanen bzw. Alligatoren. Mir gefallen diese Tiere besonders gut denn Alligatoren, Kaimane, Krokodile sind ausgestattet mit dem perfektesten Organismus, den man sich vorstellen kann. Die Krokodile bevölkerten bereits die Erde, bevor die mit ihnen verwandten Dinosaurier damit begannen, sie zu erobern – vor mehr als 200 Millionen Jahren. Und danach überlebten sie sämtliche Katastrophen, die so vielen Tierarten zum Verhängnis wurden – auch den Sauriern.
Am nächsten Tag ging das Dschungelabenteuer weiter. Wir lernten das Leben einer Indigenen Familie kennen. Wir bekommen hier einen Einblick in die Lebensweise einer Eingeborenenfamilie. Wir erfahren viel über, von Generationen der Eingeborenenstämmen weiter vermittelten Bräuche, bei der Jagd und im Handwerk, kennen. Die Familie informierte uns, über die seit Jahrhunderten hinweg gepflegten Geheimnisse, über deren medizinische Versorgung durch allerlei Naturheilmittel aus dem Regenwald. Am besten hat uns die kleine Einführung in ihren Tänzen und vor allem der kleine Wettkampf im Bogenschießen gefallen.

erst einmal bekommen wir
unsere zunftgerechte Bemalung

was bei Ingrid schon

recht merkwürdig aussieht

die Musikinstrumente sind simpel

wie auch der Tanz

Ingrid erfreut sich an ein Kreiselspiel

mein Ding ist das Bogen schießen


plötzlich entwickelt sich
ein kleiner Wettkampf


am liebsten wäre ich hier geblieben
und der Chef hat Ingrid ins Herz geschlossen


und hätte sie wohl auch da behalten

Abschließend muss man sagen das dieser Ausflug in der Urwald ein Erlebnis der Extraklasse war. Wir können Jonas gar nicht genug Danken wie er sich um uns gekümmert hat. Auch wie die jungen Leute mit uns umgegangen sind (wir waren wiedermal mit Abstand die ältesten) war so toll und erfrischend – einfach Wahnsinn. Aber ehrlicher weise muss man sagen es war auch sehr anstrengend. Ich darf gar nicht dran denken wie es ist, diese Wege wenn sie aufgeweicht sind, mit hohen Gummistiefel bei strömenden Regen zu gehen.
Zum Abschluss haben wir uns in Maldonado, in ein etwas besseren Hotel, ein Zimmer gemietet um uns etwas verwöhnen zu lassen. Kaum das wir im Hotel waren kam auch der Regen, ein Tropenregen vom feinsten. Es war als ob einer die Badewanne genau über uns leerte und das zwei Tage ohne Unterbrechung.
Jetzt wollten wir noch für anderthalb Monate nach Deutschland und in die Schweiz, zu unseren Kindern, meiner Mutter und unseren Freunden. Wir sind schon gespannt denn wir benutzen fünf verschiedene Flieger. Aber über dieses Desaster mehr im nächsten Bericht.