Freitag, 20. Oktober 2017

Interessante Stunden in Uruguay

Es ist nicht immer leicht einen Bericht zu schreiben, wenn man längere Zeit an einem Ort verbringt, denn dann treten sich die Pfade immer mehr aus, soll heißen es kommt eine tägliche Routine zustande mit wenig Abwechslung. Würde man versuchen zu Hause in Deutschland oder wo auch immer, Berichte zu schreiben was du so täglich alles erlebst, obwohl du nur morgens aufstehst, frühstückst, zur Arbeit fährst, abends dann nach Hause kommst, das Abendessen vertilgst und dich dann vor den Fernseher setzt, dann, so kann ich mir vorstellen, dass die Berichte nicht sehr viele Höhepunkte beinhalten. In einer ähnlichen Lage befinden wir uns auch (oder auch nicht). Denn wir sind bereits schon seit zwei Monaten hier in Piriapolis (Uruguay) und eine gewisse tägliche Routine kann man nicht verleugnen.
wenn wir noch viel länger bleiben, werden wir zu Einheimischen und saugen am Mate-Tee
Aber es gibt ja noch ein paar Dinge wo der geneigte Leser auf eine Antwort wartet (z.B. Getriebe, weiterer Reiseplan und noch einiges mehr).
Fangen wir mal mit dem Getriebe an. Der letzte Stand war ja,das das Getriebe vor unseren Landausflug heil und ohne Probleme angekommen ist. Da das Getriebe vor dem Versand in Miami (USA) noch einmal geprüft wurde und alles o.K. war bin ich doch auf den glorreichen Gedanken gekommen das Getriebe alleine einzubauen und ein paar Dollar zu sparen. Was für eine Sch..... Idee. Nachdem ich mehrere Liter Schweiß verloren hatte war das Getriebe nach zwei Tagen eingebaut.

Am dritten Tag sollte der Funktionstest stattfinden, das heißt Motor starten und Gang einlegen. Doch dann gefror das Lächeln im Gesicht – das Getriebe dreht sich nicht, weder vorwärts noch rückwärts. Na da konnte ich mir von allen möglichen Leuten was anhören. Die erste war Ingrid (sie stand ja gleich neben mir) – „jetzt haste das Getriebe kaputt gemacht, Mensch du oller Geizhals was musstest du es alleine einbauen“. Ich wusste aber zu 100 Prozent das ich an diesem Getriebe nichts kaputt machen konnte. Als nächstes haben wir unseren Mechaniker, Diego, aufs Boot geholt. Ich war extrem aufgebracht, denn ich dachte die haben uns ein kaputtes Getriebe angedreht. Diego ist auch das Lachen vergangen ihm war klar das ich mit dem Einbau das vereinbarte Geld halbieren wollte. In dieser aufgeregten Situation haben wir keine Übersetzung hinbekommen. Deshalb hat Ingrid Jorge Diena (unsere gute Seele), den TO Stützpunkt-Leiter in Montevideo (der schon so viel Gutes für uns getan hatte), angerufen. Nachdem er eine Weile mit Diego gesprochen hatte erklärte er mir ganz trocken am Handy „ihr habt einen unterschriebenen Vertrag an den hättet ihr euch halten müssen. Diego möchte das Getriebe ausgebaut an Deck haben um es in die Werkstatt zur Überprüfung mitzunehmen.“ Jetzt war meine Laune auf dem Null-Punkt, denn in diesem Moment stellte sich die Situation für mich wie folgt dar: wir wurden mit einem kaputten Getriebe betrogen, die 5000 Euro konnten wir in den Wind schreiben, keine Arbeitslohn Einsparung und weiterer Schweißverlust beim ausbauen des Getriebes – was für ein Anschiss. Ich glaubte in Diegos Gesicht so etwas wie Mitleid zu erkennen. Aber was soll's, alle schlechten Gedanken beiseite und das Getriebe ausbauen. Das ging rekordverdächtig schnell (na ja, Übung macht den Meister). Nachdem Diego das Getriebe geprüft und in Miami angerufen hat war alles klar, das war ein links laufendes Getriebe. Bei der Auftragserteilung habe ich extra darauf hingewiesen das die Drehrichtung unseres Motors „clockwiese“ (im Uhrzeigersinn, rechtsdrehend, ist). Das Problem ließ sich aber relativ leicht beheben in dem der Deckel der Ölpumpe um 180 Grad gedreht wurde.
Ich habe extra den Ölpumpen-Deckel beim alten Getriebe abgebaut und nachgeschaut
Jetzt hatte Diego ein schlechtes Gewissen und als kleinen Ausgleich hat er das gesamte Getriebe mit Epoxid-Harz als Korrosionsschutz gestrichen.
das Getriebe glänzt, hoffentlich auch bald unsere Augen
Als das Getriebe wieder an Bord war lachten wir schon wieder Alle. Vor allem, nach dem ich ihm klar machte das ich mit einem Glas Wein in der Hand auf meinem Platz sitze, keinen Finger krumm mache und nur Anweisungen gebe. Sie bauten zu zweit, mit dicken Schweißperlen auf der Stirn, das Getriebe ein. Natürlich profitierten sie von meinen Vorbereitungen (Flaschenzug, Motorhalterung und vielen Tipps).
Ich suche gerade mein Glas Wein
Arbeiten und Schwitzen
dürfen die beide alleine
 








Ein kurzer Probelauf – Getriebe dreht in beide Richtungen, Öldruck ist in ordnung, alles gut. Jetzt musste das Boot aus dem Wasser wir haben mit Hilfe von Diego die Schlepphilfe für den Tag organisiert, das hat auch bestens geklappt.
jetzt werden wir in die Slip-Anlage geschleppt
Das Boot hing im Travellift (Kran) dann war erst einmal Schluss mit der Aktion.
die Gurte um das Boot
das Boot angehoben und Ende im Gelände
Jetzt wieherte der 








Amtsschimmel. Wenn einer denkt in Deutschland ist die Bürokratie groß dann muss er unbedingt nach Südamerika. Die können einen schier zur Verzweiflung treiben. Jetzt heißt es im Hafenbüro Formulare ausfüllen. Die Formularschlacht fällt noch intensiver aus als bei der Anmeldung. Schweiß überströmt sitze ich am Schreibtisch und versuche die richtigen Worte in die richtigen Spalten zu setzen. Unterstützt wurde ich von vier Leuten die um mich herum standen und kreuz und quer ihre Kommentare in spanisch abgaben, mir platzte fast der Kopf. Das Amts-Spanisch verstehe ich nur andeutungsweise. Immerhin konnte ich ausschließen, dass da steht, ich werde ihnen Hembadoo schenken. Nach der Aktion hatte Walter, der Hafenmeister, soviel Mitleid mit mir, das er mit einem Teil der Formulare (zur Genehmigung – Stempel und Unterschrift) selber zur Prefectura gefahren ist. Nachdem das alles erledigt war konnte sich der Kran wieder in Bewegung setzen. Im übrigen haben wir das Boot ohne Geld und ohne Getränke verlassen, im guten Glauben das es spätestens Mittag fest auf Land liegt und wir wieder rauf können. Es wurde Mittag und alle verschwanden ohne ein Ton zu sagen für mindestens eine Stunde in die Mittagspause. Uns blieb nichts anderes übrig als zu den kleinen Imbiss-Stand im Hafengelände (dort wollte ich nie wieder hin, teuer und schlecht) zu gehen und etwas zu essen und vor allen etwas zu trinken zu bestellen (es war ein richtig heißer Tag) und bezahlen erst am nächsten Tag. Sie hat sich Gott sei Dank darauf eingelassen und wir sind nicht vor Hunger und Durst Tod umgefallen. Die ganze Mannschaft (immerhin waren es 5 bis 6 Leute) hatte mittlerweile beschlossen wieder weiter zu machen. Das Boot wurde auf ein Transportwagen gestellt und in die festgelegte Lücke verfrachtet.

vom Travellift auf den Transportwagen
und ab in die Lücke







Nachdem am späten Nachmittag alles fertig war fragten wir die Leute wie wir nun auf das Boot kommen, weit und breit war keine Leiter. Der Eine sagte ich sollte mitkommen und er gab mir aus einem Lager eine nagelneue Leiter. Ich war einigermaßen erstaunt. Aber uns sollte es nur recht sein. Das Glück sollte aber nicht lange anhalten. Der Mann kam wie ein geprügelter Hund an (wahrscheinlich hat ihn Walter zusammengestaucht das er die neue Leiter herausgegeben hat) und tauschte sie gegen etwas was man als hochkant hingestelltes (aus dünnem, schlecht verschweißten Rundeisen) Geländer und nicht als Leiter bezeichnen konnte. Beim hochsteigen wackelte das Ding gewaltig und wir dachten es wird jeden Moment zusammenbrechen. Am Abend kam noch Diego um Bescheid zu sagen wie es weiter geht. Bis zur Hälftei ist er auf die "Leiter gestiegen, dann ist er umgedreht, denn das war selbst für ihn zu viel. Zehn Minuten später kam er mit einem Kollegen und einer richtigen stabilen Leiter von seiner Firma zurück. Wir waren sehr zufrieden. Das Ausbauen der Welle ging relativ flott. Es wurde alles neu geschweißt und auf der Drehbank abgedreht und gefräst. Die Wellendichtung wurde neu gemacht. Alles in allen hat Diego eine 1A Arbeit abgeliefert.
geschweißt
gedreht und gefräst
polliert, gedichtet und eingebaut











  
Dann kam der Tag wo das Boot in das Wasser kam. Sicherheitshalber hat Ingrid ein Rucksack mit dem Nötigsten gepackt. Diesmal ging alles ein wenig schneller. Schon am Vorabend bin ich mit Diego zur Prefektura gefahren um die Genehmigung zum einsetzen des Bootes zu holen.

 
bevor der Fisch in die Kisten kommt
aber jetzt Boot aufladen
Stützpfähle weg und hoffen
das es diesmal nicht so lange dauert
 















Diego mit rauf aufs Boot – wegen der Probefahrt, Motor gestartet, Vorwärtsgang rein und - ups - das Boot fuhr rückwärts (um ein Haar wäre ich rückwärts gegen die Wand gefahren). Ei jai jai die Gangschaltung muss auch noch umgebaut werden. Aber egal erst einmal raus aus dem Hafen und Getriebe und Welle getestet. Auf einmal sprang Diego auf als er merkte das wir aus den Hafen herausfuhren. Er rief mit dem Handy die Prefektura an das wir außerhalb des Hafens eine Probefahrt machten. Was für ein Glück das wir die Prefektura (Küstenwache) nicht noch anrufen müssen wenn wir aufs Klo gehen.
ohne Prefectura geht hier garnichts
Jedenfalls habe ich das Boot vorwärts und rückwärts durch die Bucht gejagt. Es ist alles bestens nichts wird heiß, nichts tropft alle sind zu Frieden. Jetzt bleibt nur noch eins, mit dem vertauschten vorwärts und rückwärts Gang, ohne Schaden am Steg anlegen. 


wir wurden gleich von unseren
Stamm-Seelöwen begrüßt








Hier im Hafen von Piriapolis ist das ziemlich speziell, denn es gibt keine Leine an der Festmacher-Tonne (ohne Badeplattform am Boot oder Schlauchboot im Wasser ist das fast unmöglich). Aber alles hat geklappt und auch das umbauen der Gangschaltung war kein allzu großes Problem. Jetzt war der Zeitpunkt erreicht wo wir unbedingt eine Flasche Sekt öffnen mussten und auf das gute Gelingen anstoßen konnten.  Am nächsten Tag haben wir sofort Jorge Diena angerufen und Bericht erstattet. Des weiteren haben wir uns in Montevideo verabredet denn wir wollten ihn unbedingt zum Riesen-Steak Essen in der alten Markthalle einladen. Also auf nach Montevideo, aber einfach nur so Essen gehen kam nicht in Frage, erst einmal machten wir eine touristische Exkursion durch Montevideo und wir lernten einige Sehenswürdigkeiten kennen. Die erste Anlaufstelle war die Plaza Independencia, das ist der zentrale und größte Platz in der uruguayischen Hauptstadt. Um die Plaza Independencia sind zahlreiche historische und prägende Bauwerke Montevideos angesiedelt. Im Westen steht als letztes Überbleibsel der alten Stadtmauer das isoliert Stadttor, die Puerta de la Ciudadela. Durch dieses Tor führt der Weg in die Fußgängerzone der Calle Sarandí und somit die eigentliche Altstadt.

 
das Tor von der einen
und der anderen Seite
 








Auffällig an der rechten Ecke des Platzes, im Übergang zur Avenida 18. de Julio steht ein märchenhaft wirkendes Gebäude, hierbei handelt es sich um das Palacio Salvo. 1928 wurde es eingeweiht. Mit seiner Höhe von 105 m und 26 Stockwerken war das Bauwerk bis 1935 das höchste in Südamerika. In Auftrag gegeben haben es die Textilindustriellen José und Lorenzo Salvo, zwei Brüder italienischer Herkunft. Der Architekt baute zuvor das selbe nur etwas kleiner in Buenos Aires, mit dem die Stadt heutzutage in gleicherweise wirbt. Jetzt ist das Gebäude das Wahrzeichen von Montevideo. Seit 1996 steht es auf der Liste des “Nationalen Historischen Denkmals”.
Der Torre Ejecutiva ist ein Glaskasten der für mein Geschmack überhaupt nicht hierher passt. Dabei handelt es sich um ein 56 Meter hohes 12-stöckiges Gebäude. Es liegt neben dem ebenfalls dort befindlichen Palacio Estévez. Die lange Bauzeit dieses Gebäudes hat sich der Berliner Flughafen wohl zum Vorbild genommen. Es wurde nach einer 46 Jahre währenden Bauzeit deren Beginn 1963 war erst am 25. Mai 2009 eingeweiht. Derzeit befindet sich in den oberen drei Etagen der Sitz des Präsidenten von Uruguay.
In der Mitte des Platzes der Unabhängigkeit befindet sich Reiterfigur, die den uruguayischen Nationalhelden General José Artigas darstellt. Die Figur wurde 1924 errichtet, ein 17 m hohes Standbild. Die Militärdiktatur erweiterte die Figur im Jahr 1977 um eine monumentale Krypta (das Artigas-Mausoleum) in der sich die Urne mit dem sterblichen Resten des Helden befindet. Treppen auf beiden Seiten der Bronzereiterstatue führen in den Keller. Als wir abstiegen, füllte eine respektvolle Stille jeden Schritt, der uns von der Hektik der Stadt wegführte. Im Inneren bewachen Soldaten immer noch das Grab des Generals. An den Wänden des Mausoleums wird das Leben des Helden dargestellt. Es gibt jedoch keine einzige Zeile seiner berühmten Zitate. (Artigas hat übrigens, mit der Unterstützung der Bevölkerung, Uruguay zur Unabhängigkeit von Spanien und Argentinien verholfen) Jeder Ausdruck von Artigas hätte direkt als Rede für Freiheit und Demokratie verstanden werden können und das wäre für einige Leute zu viel „des Guten“. Hier mal ein paar Zitate von Artigas - der Mann ist mir wirklich Sympathisch:
"Ich bin nicht käuflich, und ich strebe nach keinem Lohn für meine Bemühungen außer dem, meine Nation frei zu sehen." "Yo no soy vendible, ni quiero más premio por mí empeño que ver libre mi nación."

oder das:
"Denken wir daran, daß sie [die Indios] in erster Linie ein Recht haben, und daß es eine Schande für uns wäre, sie weiter in dieser beschämenden Ausschlußsituation zu halten, der sie bis heute ausgesetzt waren, nur weil sie Indios sind." "Recordemos que ellos tienen el principal derecho, y que sería una degradación vergonzosa para nosotros, mantenerlos en aquella exclusión vergonzosa que hasta hoy han padecido por ser indianos."
Und was wurde später gemacht die Indios wurden zu 100% umgebracht. Es besteht kein Zweifel, dass er eine außergewöhnliche Persönlichkeit war, die von Historikern auf der ganzen Welt anerkannt wurde.
das soll wohl das größte Reiter-Denkmal der Welt sein
hier geht es in das Mausoleum
mit der Urne
 








 Dann verließen wir das Zentrum und fuhren auf der Küstenstraße nach Punta Gorda. Auf dem Hügel ist ein gut besuchter Platz und Park, genannt Plaza de al Armada, wo sich das Monumento a los Caidos en el Mar findet, eine Skulptur surrealistischer Kunst, gewidmet den ertrunkenen Seeleuten.

ein wirklich schöner Platz
Inge und Jorge geht es sichtbar gut
das soll wohl eine Person
in einer Welle darstellen
 













Nach soviel Kunst und Architektur war jetzt ein großes Steak fällig. Als krönenden Abschluss ging es in den ultimativen Grill-Tempel, den viel gerühmte Mercado del Puerto, die alte Markthalle in der Nähe des Hafens in der Ciudad Vieja, ist eine echte Sehenswürdigkeit des Viertels. Sie ist ein Konglomerat von riesigen Grillfeuern, der Lust am Fleisch sind hier kaum Grenzen gesetzt. Aber auch die Halle selbst ist sehenswert, nicht zuletzt weil sie eine originelle Stahlkonstruktion samt Glasdach ist, die man in den 1860er Jahren im britischen Liverpool bestellte. Kurioserweise wurde sie dort komplett entworfen, die Eisenteile gegossen und geschweißt, um anschließend nach Montevideo verschifft. Wir können nur froh sein das wir nicht in der Hauptsaison hier sind, dann ist es nämlich brechend voll. 

die englische Herkunft ist zu erkennen
ein Grill-Tresen
nach dem anderen
und Fleisch
ohne Ende
vor allendingen es schmeckt
Nach diesen super tollen Tag (noch einmal Danke für Alles Jorge) ging es mit dem Bus wieder zurück nach Piriapolis. Ja, und jetzt war
auch der Zeitpunkt gekommen an dem Ingrid nach Deutschland fliegt. Ich bleibe an Bord, denn der Liegeplatz ist alles andere als sicher. Nachdem das Auge von Ingrid zum zweiten Mal (jetzt aber erfolgreich) gelasert wurde und auch alle anderen Untersuchungen positiv waren haben wir beschlossen doch nach Süden (Patagonien und Feuerland – wenn sich die Möglichkeit ergibt Kap Horn) zu segeln. Ich nutze die Zeit um das Boot für diese abenteuerliche Tour vorzubereiten. Die Strecke die wir durch das chilenische Labyrinth fahren muss festgelegt werden. Sie muss auch bei der chilenischen Küstenwache vorgelegt werden und dann erhält man das „Zarpe“ die Fahrgenehmigung. 

so sieht die Streckenvorberitung
nach Süden und durch Feuerland aus
 







In der zweiten Woche nachdem Ingrid weg war gab es große Aufregung im Hafen. Zurzeit findet eine Regatta rund um die Welt statt. Einer der Rennsegler hat es fertiggebracht auf ein Wal zu fahren (der arme Wal). Eins der zwei Ruder wurde völlig verbogen, obwohl der Ruderschaft, also das Rohr am Ruderblatt ein Durchmesser von 12 cm hat und sehr dickwandig ist. Auch die Lagerung wurde beschädigt und deshalb musste das Boot aus dem Wasser. Das Riesenteil aus dem Wasser zu bekommen hat den ganzen Tag gedauert. Die Besatzung hat ordentlich Druck gemacht denen lief natürlich die Zeit davon. Das Boot blieb zum Laminieren die drei Tage gleich im Travellift. Das Ruder musste komplett neu angefertigt werden, das war natürlich ein Job für Diego. Ich konnte mich nicht zurückhalten und musste auch mal Hand anlegen. Kaum das das Laminat gehärtet war ging das Boot wider ins Wasser und sie sing auch gleich los nach Montevideo (von dort mussten sie wider Starten). Das Ruder hat Diego ein Tag später mit dem Auto nach Montevideo geschafft, es wird dort von Taucher eingebaut. Obwohl ich von diesen Millionen schweren Rennjachten gar nichts halte (ist wie Formel 1 auf dem Wasser) war es doch ganz Interessant. 

das ist das Grenzmaß für den Travellift (nicht das Gewicht aber die Größe)
hier erkennt man die neu Laminierte Fläche
die Nummer der Rennyacht
und hier wird das neue Ruder gebaut


und ich werde mal das ganze beschleunigen






 
hier mal die Draufsicht
und nochmal von hinten
 















Damit uns so etwas nicht passiert haben wir ein Wahl-Wecker, eine Glocke wird am Bug befestigt und eine Leine mit ein Stück Blei geht vom Schlägel bis ins Wasser. Wenn wir in der Nacht mit Seegel unterwegs sind wird ein schlafender Wahl geweckt. Was habe ich am Anfang geschrieben „eine gewisse tägliche Routine macht sich breit“ nachdem ich hier alles aufgeschrieben habe muss ich feststellen das das wohl doch nicht ganz stimmt. Am 9. November ist Ingrid wieder in Piriapolis und eine Woche später wollen wir dann in Richtung Argentinien los segeln. Für diejenigen die auf der Karte mal nachschauen wollen wo wir eigentlich hin wollen hier mal ein paar Orte: von Piriapolis nach Mar del Plata (Argentinien), Puerto Madryn, Caleta Horno (hat nichts mit Kap Horn zu tun), Isla Estados, dann die Le Maire Straße (das ist eine sehr spezielle Stelle), rechts abbigen in den Beagle Kanal, Ushuaia (der südlichste Ort von Argentinien), wider ein Stück zurück nach Puerto Williams (Chile), den Beagel Kanal weiter nach Westen, der Brazo Sudoeste, nach Nordrn in Richtung Magelanstraße, Kanal Smyth, Puerto Natales, Puerto Eden, Golfo de Corcovado, Golfo de Ancud, Puerto Montt (das ist erst einmal das 1. Hauptziel), Valdivia (das Ziel) Diese Auflistung ist nur ein kleiner Teil der unzähligen kleinen Kanäle und Ankerbuchten die wir besuchen. Auf dem Foto wo wir abgeschleppt werden erkennt man zwei große Trommeln mit je 100 Meter Leine. Die brauchen wir als Landleinen in den sehr schmalen Buchten denn in dieser Gegend stürmt es gewaltig.



Freitag, 15. September 2017

Die größten Wasserfälle der Welt und vieles mehr

Es ist Sonntag der 20.08.17 der Wecker klingelt – früh um vier Uhr !! - wir fahren mit dem ersten Bus zum Flughafen nach Montevideo, um unsere Tochter und unseren Enkel (für die Beiden leiden wir gerne) abzuholen. Der Flieger ist pünktlich angekommen und die Wartezeit bis zu unserer Busabfahrt, zurück nach Piriapolis, überbrücken wir mit einem Frühstück bei Mc Donald's. 
der erste Transatlantikflug ist geschafft
noch ein kleiner Umweg
und schon sind wir
und die schweren Taschen an Bord
Die nächsten zwei Tage verbrachten Ivonne und Eric mit der Überwindung des Jetlag (immerhin fünf Stunden Unterschied) und dem erkunden der näheren Umgebung. 


in den Felsen herumklettern ist cool

die Robben sind noch cooler



und sie werden intensiv beobachtet
zu guter Letzt wird die Frisur den warmen Temperaturen in Brasilien angepasst
  Am Dienstag war auch schon wieder das packen der Taschen für unseren gemeinsamen Trip zu den Wasserfällen nach Iguazu angesagt. Anfangs haben wir versucht die Reise allein zu organisieren als wir erkannt haben was für ein Aufwand und was für Kosten auf uns zu kommen haben wir den Plan verworfen. Das buchen einer Komplettreise, in einem Reisebüro, in Montevideo war, wie sich auch später zeigte die absolut richtige Entscheidung. In der Reise waren enthalten die Besichtigung der weltgrößten Wasserfälle auf der brasilianischen und argentinischen Seite. Die Besichtigung des Itaipú Staudamms, des zweitgrößten Wasserkraftwerks der Welt (von der Turbinenauslastung her sogar das größte). Eine Einkaufsfahrt nach Paraguay (ein Schmugglerparadies). Ein kleiner Zwischenstopp beim „Show Room de Minas de Wanda" zum Shoppen von Edelsteinen und Kristallen. Das Mittagessen bei San Ignacio Mini mit anschließender Besichtigung der Ruinen der Jesuíticas. Frühstück und Abendessen waren inbegriffen. Das Preis – Leistungs – Verhältnis war super gut und es gab nichts, aber auch gar nichts zu meckern.

Foz de Iguazu
  Eines der beeindruckendsten Erlebnisse unserer bisherigen Reise und das absolute Highlight sind die gigantischen Iguazu Wasserfälle im Dreiländereck Brasilien, Argentinien und Paraguay. Bei den Iguazu Wasserfällen handelt es sich um 20 größere sowie 255 kleinere Wasserfälle … und das auf einer Ausdehnung von unglaublichen 2,7 Kilometern. Die Wasserfälle sind breiter als die Victoria-Fälle, höher als die berühmten Niagara-Fälle und zweifelsohne schöner und beeindruckender als alle beiden. Unsere gemeinsame Reise starteten wir dann am Bus-Terminal von Piriapolis von dort aus ging es mit dem Bus zum zentralen Bus-Terminal nach Montevideo und von hier weiter mit dem Taxi zum Fernbus des Reiseveranstalters. 

ab in's innere von Südamerika
warten auf den Bus nach Montevideo
unserer Reisebus
er bietet viel Platz und ist sehr bequem
  Mit diesen hochmodernen Bus ging es über Nacht (so etwas muss man einfach auch mal mitmachen, für die nächsten 24 Stunden würde der Bus unser Wohn-, Ess- und Schlafzimmer gleichzeitig sein) nach Foz de Iguazu (24 Stunden über Argentinien nach Brasilien) Nach der Anmeldung beim Reiseveranstalter ging's dann um 13:00 Uhr los, abends gegen 20:30 Uhr, an der Grenze zu Argentinien mussten wir Alle aus dem Bus raus um persönlich „einzureisen“ das war auch gleich eine Gelegenheit um sich die Beine zu vertreten. Alle anderen Grenzübergänge konnte unser Reiseleiter Victor allein erledigen. Zum schlafen im Bus hatte man nach dem herunterklappen der Sitze und der Bein-Ablage erstaunlich viel Platz. Am Donnerstag,den 24.08.2017 kamen wir um 13:00 Uhr an unserem Hotel „Monalisa" in Foz de Iguazu in Brasilien an. Kurz die Taschen ins Zimmer (zwei große 4 Bett Zimmer!) bringen und ab zum Essen ins „Rafain". Was für ein „Fresstempel" ein Buffet Angebot vom Feinsten... ein leckerer Wahnsinn!!! Danach ging's auch gleich weiter zu den Wasserfällen. Wow… Wahnsinn… fantastisch… !!!

zum letzten mal Beine vertreten
die Hotel Lobby ist vielversprechend
noch ein paar Absprachen mit Viktor
das Buffet ist gewaltig
alle an einer langen Tafel
mit ein extra Bus zu den Wasserfällen
Tag 2 - die Iguazu Wasserfälle von der brasilianischen Seite aus 

Der Eintritt in den Park war in unserem Gesamt-Paket enthalten, wir wurden mit einer kleinen Karte versorgt und mit dem Bus direkt in Richtung Wasserfälle gefahren.
die Wasserfälle - eins von den neuen Weltwundern
die brasilianische Seite
Auf dem Weg zu den Wasserfällen gibt es verschiedene Stopps an denen man aussteigen und zum Beispiel eine kleine Wanderung starten, einen Kletterpark besuchen oder eine Bootstour bis zu den Wasserfällen zusätzlich buchen kann. Die Bootstour hätten wir auch gerne gemacht. Aber aufgrund unserer mangelhaften Spanisch Kenntnisse haben wir den Zeitpunkt der Buchung verpasst. So sind wir direkt bis zur vorletzten Station gefahren um von dort entlang der Aussichtspunkte zur letzten Station zu laufen. Einen spektakulären Auftritt hatte unsere brasilianische Reiseleiterin Camila die eigens für die Wasserfälle arrangiert wurde. 


Camila war allseits beliebt
und sorgte immer für gute Laune
Sie verbreitete eine dermaßen gute Laune das man in ihrer Nähe nichts anderes konnte als lächeln. Mit der Vorwarnung: “Auf keinen Fall wilde Tiere streicheln!” verlassen wir den Bus. Schon nach den ersten Schritten erfahren wir, dass die Warnung gar nicht so überflüssig ist, wie es auf den ersten Blick scheint. Ein niedlicher Plüschtierartiger Nasenbär kreuzt unseren Weg und macht keine Anstalten weg zu laufen. Ganz im Gegenteil er ist an Menschen sehr interessiert, und schnüffelt neugierig und unverschämt ob jemand für ihn was zu essen hätte.

die allgegenwärtigen Nasenbären
wen es um Futter geht verstehen sie kein Spaß
Schon beim ersten Aussichtspunkt stellte sich bei uns der Wow-Effekt ein. Einfach gigantisch und einmalig. Dieser Effekt hielt auch bis zum Schluss und wurde sogar zunehmend gesteigert. Der Fluss Iguazu wird vor den Wasserfällen ganz flach, verbreitet sich und bildet unzählige kleine Insel. In vielen Strömen stürzt das Wasser 90 m die fast senkrechte Felskante herunter. Die Ufer des Flusses sind von dichten üppigen Dschungel bewachsen. Noch nie haben wir so viele verschiedene Schmetterlingsarten gesehen. Ständig werden wir um schwirrt von ihnen. Gelbe Schmetterlinge bilden auf dem Boden einen Teppich, blaue sind so groß wie eine Handfläche, alle Farben sind vertreten. Sie setzen sich auf die Kleidung, auf den Kopf, lassen sich fotografieren und mit sich herumtragen. Tropische Vögel zwitschern und flattern im Baumdickicht, manche lassen sich ganz aus der Nähe beobachten. Ab und zu kriecht eine große schwarzweiß gescheckte Echse – ein Iguan bzw. Goldteju – durch das Unterholz. Die Nasenbären sind überall, durchforsten den Wald in Großfamilien. Als sie untereinander streiten sieht man schnell, dass die Warnungen nicht übertrieben sind. Was für spitze große Zähne diese Plüschtiere haben…
Eine besonders spektakuläre Stelle heißt “Teufelskehle”. Von dort aus sieht man das stürzende Wasser von oben. Man erkennt, wie der Strom im freien Fall in Milliarden von kleinen Tröpfchen zerfällt. Nach dem Aufprall kommt von unten eine feine Nebelwolke, die alles mit feinsten Wassertröpfchen bedeckt. Die Sonne verwandelt sie unter unseren Augen in einen leuchtenden Regenbogen.

die Boote fahren dicht an die Wasserfälle
hier fehlen ein die Worte
ohne Worte 1
ohne Worte 2
ohne Worte 3
ohne Worte 4
da kann es einen schon mal schwindelig werden
klatsch Nass aber Wunderbar
ohne Worte 5
ohne Worte 6
Rußsegler – eine kleine Vogelart – düsen inmitten des kochenden Wasser. Sie sehen so klein und zerbrechlich aus, dass es als Wunder erscheint, dass der Wasserfall sie nicht zum Stürzen bringt. Was für andere Naturgewalt ohne Gleichen ist, bedeutet für sie Schutz und Sicherheit. Weder ein Raubvogel noch eine Raubkatze wären in der Lage, ihnen hinter die Wasserwand zu ihren Nestern zu folgen. Auf jeden Fall hatte sich der Ausflug wirklich gelohnt. So richtig konnten wir uns gar nicht vorstellen, was denn auf der argentinischen Seite besser sein sollte. Hatten uns zuvor doch viele gesagt lieber auf die argentinische Seite als zur brasilianischen Seite zu gehen. Wir waren sehr gespannt, denn in zwei Tagen wollten wir die andere Seite der Wasserfälle besuchen. 




 
Abends zurück gibt es Abendessen im „Rafain“ (wieder ein riesiges Buffet und 8 Köche an zwei Grill's). 
Tag 3 – der Itaipu Staudamm und Paraguay 
Am nächsten Tag (Freitag, 25.08.2017) ist um 06:00 wecken und um 07:30 die Abfahrt nach Paraguay zum Staudamm „ITAIPU Binacional" dem zweit größten Wasserkraftwerk der Welt, gemeinsam betrieben von Brasilien und Paraguay am Fluss Paraná.
 



Itaipú bedeutet so viel wie „Der Stein, der singt“ und Binacional wegen der Beteiligung der zwei Nationen. Der Bau des Gemeinschaftsprojekts von Brasilien und dem Nachbarland Paraguay dauerte von 1975 bis 1982. Heute liefert das Kraftwerk hinter dem aufgestauten Fluss Strom mit einer Nennleistung von 14 Gigawatt. Bis zur Fertigstellung des Drei-Schluchten-Stausees in China im Jahr 2006 war Itaipu bezüglich der Leistung das größte Kraftwerk der Erde überhaupt. Aufgrund der hohen Auslastung der Turbinen bleibt Itaipu hinsichtlich der Jahresenergieproduktion auch nach 2006 an erster Stelle. Bei normaler Stauhöhe wird der Paraná im Itaipu-Stausee auf eine Fläche von 1.350 km² und auf etwa 170 km Länge aufgestaut. Bei seinem maximalen Stauvolumen von rund 29 Milliarden m³ erreicht dessen Fläche sogar 1.460 km². Damit ist der See zweieinhalb mal so groß wie der Bodensee. Die dazugehörige Stau Anlage – die Itaipu-Staumauer – ist 7.760 m lang und 196 m hoch. Im Besucherzentrum schauten wir uns ein Informationsfilm über Bau und Betrieb der Anlage an. Mit dem Bus ging es zuerst zur Aussichtsplattform. Wir hatten Pech denn die Tore des Überlaufbeckens waren zu und wir bekamen die donnernden Wassermassen nicht zu sehen. 

im Film schoss das Wasser aus den Becken

schade, bei uns blieben die Tore zu

die Fallrohre sind Gewaltig
ein Fallrohr - eine Turbine
das Umspannwerk übertrifft alles bisher gesehene
Weiter ging es durch ein Tunnel in der Staumauer und über den Hauptteil des Dammes vorbei an den riesigen Fallrohren. Das Wasser fließt hier knapp 90 Meter durch über 10 Meter dicke Rohren mit Turbinen und kommt knapp 40 Meter unter der Wasseroberfläche wieder raus. Das bisschen Wasser was man am Staudamm sieht, dient rein zur Kühlung der Turbinen. Insgesamt gibt es 20 Turbinen die beeindruckende 75% des Energiebedarfs von Paraguay und 27% von Brasilien decken. Alles an diesem Staudamm wird 50:50 zwischen Brasilien und Paraguay geteilt. Es gibt 2 Direktoren (1 Brasilien und 1 Paraguay), 3000 Angestellt (1500 Brasilien und 1500 Paraguay) und auch von den Turbinen besitzt Brasilien 10 und Paraguay 10 Stück. Und da Paraguay die 75% des Energiebedarfs mit der Leistung von nur 1,5 Turbinen (unglaublich!!!) abdeckt, wird der Rest der Energie an Brasilien verkauft. Ich habe mich ehrlich gesagt zuvor mit dem Staudamm wenig beschäftigt, war aber nach der Tour sehr begeistert. Das ganze zu sehen und die Zahlen zu hören war schon beeindruckend – obwohl ich es mir doch etwas spektakulärer und mit mehr Wassermassen am Kraftwerk vorgestellt hatte.
Schön ist anders, aber zum Einkaufen bei Touristen sehr beliebt
 Inzwischen war es schon 11 Uhr – und es ging weiter zum nächsten Programmpunkt: nach Ciudad de Este – der Grenzstadt in Paraguay. Und was will man da? Berechtigte Frage und die Antwort selbst vom Touristenbüro: Einkaufen. Das ganze ist ein Steuer- und Schmuggler Paradies, also Achtung, „wenn da Rolex drauf steht ist mit Sicherheit kein Rolex drin“. Die horrenden Importzölle in Brasilien und instabile Wirtschaftssituation in Argentinien machen aus Grenzgebieten in Paraguay einen blühenden Schwarzmarkt.
hier wird man von der Werbung regelrecht erschlagen
hier gibt es nur eins verkaufen, verkaufen, verkaufen
Mega Shopping-Center, Stände an den Straßen, noch mehr Shopping-Tempel und alle paar Meter ein Händler der dir Alles mögliche verkaufen will. Es gibt keinen Quadratmeter Fassade der frei von Werbung ist (riesige Plakate oder Leuchtreklame) man wird regelrecht erschlagen davon. Ein Muss oder Empfehlung ist es auf jeden Fall nicht. Wir sind durch die Straßen geschlendert, nach dem wir uns etwas orientiert hatten und auch ein paar Kleinigkeiten gekauft hatten kam auf einmal Panik auf, wir schauten auf Eric's Uhr es war 12:25, (ach du Schreck der Bus ist weg) jetzt aber schnell zum Bus! Am Bus angekommen war aber noch keiner von unserer Gruppe zu sehen. Hä und nun? Da erst haben wir registriert das es in Paraguay eine Zeitverschiebung von einer Stunde gab. So konnten wir schweißgebadet noch eine halbe Stunde warten. Aber dann ging es Zurück, direkt ins „Rafain" zum Mittagessen und im Anschluss in den Vogelpark „Parque das Aves" 

 

der Vogelpark „Parque das Aves"  
Dieser Vogelpark ist beeindruckend und für uns eine spektakuläres Erlebnis. Der Park ist in ein bestehendes Stück atlantischen Regenwald eingebettet. 

Die Vögel leben in großen begehbaren (!) Volieren. Zwischen den Vögeln und den Menschen gibt es keinen Zaun. Die Tukane sehen wir so nah, dass man die roten Blutäderchen in ihren Schnäbeln erkennen kann. Rote und blaue Aras sowie andere Papageien aller Farben fliegen über unseren Köpfen. Aber wir sind froh, dass die sich auch im Park befindenden Kaymane und Anacondas doch mit einem Zaun von uns abgetrennt sind.

wie im botanischen Garten in Rio
Vogel 1
Vogel 2
Vogel 3
Vogel 4
der Tukan, Brasiliens Nationalvogel
Vogel 6
Vogel 7
so und jetzt lächeln
nehmen uns die Touris auf den Arm - ja
naaa du
hallo, bei Robinson war er auf der Schulter

Tag 4 – die argentinische Seite der Wasserfälle 
Für den Besuch der Wasserfälle auf argentinischer Seite ist fast der ganze Tag eingeplant. 

Übersicht 1
Übersicht 2

Schon früh um 6 Uhr haben wir am Frühstückstisch gesessen (der frühe Vogel fängt den dicksten Wurm). Nach knapp 30 Minuten war die Grenze erreicht, der Viktor (unserer Reiseleiter) hat mit unseren Reisepässen alle Formalitäten erledigt (wir mussten den Bus nicht mal verlassen, geschweige denn das irgendjemand an der Grenze etwas kontrolliert hat). Das zeitige losfahren war sehr vorteilhaft denn an der Grenze bildete sich hinter uns ein regelrechter Bus-Stau. Nach weitere knapp 30 Minuten waren wir am Eingang zum Wasserfall-Park, den „Parque Nacional Iguazú“. Problemloser hätte die Anfahrt nicht verlaufen können. Zeit hatten wir nun fast 6 Stunden – denn die Rückfahrt sollte 15 Uhr starten. 6 Stunden, wir dachten das ist aber eine verdammt lange Zeit. Ich kann gleich sagen, es war nicht zu lang. Ganz klar hängt es ab was man alles unternimmt, wie schnell man läuft und wie viele Pausen und Fotostopps man einlegt … aber unterhalb von 5 Stunden kann man diese Seite der Wasserfälle nicht wirklich genießen. Das Gelände ist sehr sauber und sehr gut ausgeschildert. Einzelne Streckenabschnitte können auch mit dem (der Fahrpreis ist im Ticketpreis enthaltenen) Zug zurückgelegt werden. Jedoch sollte man sich auf Wartezeiten an den „Bahnhöfen“ einstellen. Da wir früh bei Zeiten auf dem Bahnhof waren hielt sich das Gedränge noch in Grenzen (was sich im laufe des vormittags ändert, wir haben es an den uns entgegenkommenden Menschenmassen erkannt). Am Bahnhof sitzen die Nasenbären zu zehnt auf dem Tisch des kleinen Kaffees und streiten, wer den geklauten Sandwich bekommt.

der Bahnhof im Park
der Zug ist rappe voll
gemütlich geht es
dem Ziel entgegen
die ersten Meter auf den kilometerlangen Stegen
Insgesamt gibt es 3 Hauptwanderwege mit diversen Aussichtspunkten und man kommt wirklich aus dem Staunen und Fotografieren nicht raus. Die Aussichtspunkte sind jeden Meter des Fußmarsches wert. Man läuft direkt über die Abrisskante der Fälle, sieht bis zum Grund und kann fast jeden Tropfen einzeln fallen sehen. Ein packendes Erlebnis. Bein Anblick der friedlichen Landschafts denken wir an die längst vergangenen Zeiten, als diese Orte nur den Indianern bekannt waren. Was für eine faszinierende Anziehungskraft hatten sie wohl auf die Menschen der Vergangenheit als die Ruhe des Dschungels nur durch schleichende Jaguare und kreischende Affen gestört wurde.

die Indianer waren die ersten Besucher
die ersten Stege wurden gebaut
Die Guarani haben auch heute noch eine romantische Legende über die Entstehung der Wasserfälle. Eine rachsüchtige Schlange hat das Flussbett verunstaltet in dem sie zwei junge Liebende verfolgt hat.


direkt an der Abbruchkante
ohne Worte 1
ohne Worte 2
ohne Worte 3
ohne Worte 4
ohne Worte 5
rechts und links vom Weg
Tiere ohne scheu
Affen zum kaputt lachen
andere überlegen ob bei uns etwas zu holen ist
wie in ein Fantasy Film, fehlen nur die Elfen
Fotografieren bis der
Finger glüht
Vor dem Park wartete unserer Bus und genauso schnell und problemlos wie die Anreise war, gestaltete sich auch die Rückfahrt. An der Grenze legten wir noch ein einstündigen Stopp, zum Besuch des riesigen Duty Free Shops ein. Ein insgesamt sehr gelungener Tag. Angekommen im Hotel haben wir unsere Taschen gepackt und ein letztes Abendessen im „Rafain“ genossen. 
Fazit Wasserfälle 
 Nun haben wir die Wasserfällen von zwei Seiten aus bestaunt – da stellt sich doch die Frage: „Welche Seite ist nun besser; die brasilianische oder die argentinische Seite?“ Wirklich schwer zu sagen, da uns beide Seiten sehr gut gefallen haben. Wer die Zeit hat, sollte auch beide Seiten besuchen (vor allen den Vogelpark). Müsste ich mich aber aus Zeitgründen entscheiden, dann würde ich die argentinische Seite bevorzugen. Grund: es gibt von hier aus einfach mehr und unterschiedliche Perspektiven auf die Wasserfälle. Man fühlt sich mehr mitten in der Wildnis. Auf den Wanderwegen trifft man ständig auf Affengruppen bunte Vögel und natürlich Nasenbären. 
 
Tag 5 – Sonntag, 27.08.2017 - Besichtigung der Ruinen der Jesuíticas in Argentinien
Es ist wider zeitiges Aufstehen angesagt den schon um 7 Uhr beginnt unserer Rückreise mit Zwischenstopps.
Tschüss Iguazu
Und schon sind wir wieder, an der Grenze zu Argentinien. Diesmal müssen wir alle raus aus dem Bus. Auch das Gepäck muss raus und ab durch den Scanner. Erst jetzt lernt man die die Errungenschaften der EU mit dem Grenz freien Verkehr richtig schätzen.  Wir machten einen kleinen Zwischenstopp beim „Show Room de Minas de Wanda" zum shoppen von Edel-Steinen & Souvenirs. Die Minen von Wanda befinden sich im Norden der Provinz Misiones, Argentinien. Dieser Ort ist weltweit für seine Vorkommen an Halbedelsteinen, Türkisen und Amethysten bekannt (die meisten wurden in dieser Mine gefunden). Der Name der Stadt und dieser Mine, Wanda, ist auf eine polnische Prinzessin zurückzuführen, die sehr von diesen Edelsteinen angetan war.

Edelsteine
Amethyst, Citrin, Ametrin
hier gibt es alles
Mittagessen gab es bei San Ignacio Mini mit anschließender Besichtigung der Ruinen der Jesuíticas. Die Jesuitenreduktionen der Guaraní sind von den Jesuiten geschaffene Siedlungen für die Guaraní. Ziel waren vor allem die christliche Missionierung sowie der Schutz vor Übergriffen von Sklavenjägern und Ausbeutung durch die weiße Oberschicht. Diese geschützten Reduktionen durften nur durch Guaraní sowie Jesuiten und geladene Gäste betreten werden. Sie unterstanden nicht der Rechtsprechchung der Kolonialregierung, sondern waren, formal, nur der spanischen Krone unterworfen. Spanische Kolonisten durften die Reduktionen nicht betreten und auch keine Indios zur Zwangsarbeit zwingen. 1984 wurden die Ruinen von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt.Es hat wie verrückt geregnet und wir konnten mit unseren Ganzkörperschutz keine gescheiten Fotos machen.
ein Modell der intakten Siedlung



Tag 6 – wider in Piriapolis
Ersteinmal ging es weiter in Richtung Uruguay und am nächsten Morgen, Montag den 28.08.2017,
sind wir morgens gegen 08:00 in Montevideo angekommen. Wir haben auch sofort ein Taxi (zum Bus Terminal) bekommen und, was für ein Glück, auch gleich ein Bus nach Piriapolis. Schon Mittags, gegen 13:00, waren wir wieder zu Hause, auf Hembadoo. Wir wurden auch gleich von den Robben begrüßt. Am Nachmittag gingen wir noch zum Großeinkauf, da die Wetter Aussichten für die kommenden 2 Tage Regen und Sturm vorher sagten. 

die Badeplattform der Yacht ist klein aber fein
die sehen immer freundlich aus
geschlafen wird überall
Ingrid versucht ein Gespräch zu führen
Die restlichen Tage bis zum Rückflug von Tochter und Enkel nach Deutschland
 Die restlichen Tage vergingen wie im „Fluge“, wir haben mit dem Fahrrad Piriapolis und Umgebung in alle Richtungen erkundet. Natürlich hat Eric das Klettern im felsigen Ufer richtig gut gefallen. Ein Besuch des Wochenmarktes durfte nicht fehlen. Die Tage wurden auch genutzt um einfach nur mal Urlaub zu machen und die Seele baumeln zu lassen (lesen, spielen). Da wir alle gerne Fisch und Meeresfrüchte essen haben wir uns davon im Restaurant eine ordentliche Portion gegönnt. Weil es so gut geschmeckt hat haben wir uns gleich noch ein großen Fisch für die Back-Röhre auf Hembadoo gegönnt. Zu guter Letzt haben Ingrid, Ivonne und Eric noch ein Ausflug nach Punta del Este gemacht. Hier machen auch viele Millionäre aus Argentinien Urlaub. Diego Maradona, Gisele Bündchen und Naomi Campbell – sie alle schätzen den Luxus und die Sicherheit von Punta del Este. Die Hochhäuser des auf einer Halbinsel gelegenen Ortes schrecken auf den ersten Blick vielleicht ab, tatsächlich lohnt sich aber ein Blick hinter die Kulissen. Punta del Este ist reich an traumhaften, weißen Stränden. Die beiden beliebstesten sind La Brava, wo sich die Skulptur Los Dedos, befindet und La Mansa. Während sich La Brava durch starken Wellengang auszeichnet, ist das Wasser vor La Mansa am Rande des Rio de la Plata oft so ruhig wie in einem Schwimmbad. 

die üblichen Touristen Fotos
Finger 1
Finger 2
Finger 3
La Brava ist ein Hotspot in Punta del Este. Die Skulptur, Finger im Sand, ein muss für jeden. Hier ist immer etwas los. Viel Zeit verbringen Ivonne und Eric mit dem beobachten der Robben und haben Spass dabei. In unserer Nachbarschaft halten sich immer um die sechs Stück auf und die Bullen haben auch schon mal Soft miteinander.
und nun noch von den Robben verabschieden
Aber jetzt ist es Zeit Abschied zu nehmen bis zum nächsten Urlaub im August 2018, wo auch immer.