Jetzt haben wir die dritte Stufe der
Mobilität auf Bonaire erreicht. Wir haben uns für eine Woche ein
Leihwagen, einen ziemlich großen Pick-Up geholt. Es musste so ein
Auto sein, denn in den Washington Slagbaai National Park kommt man
nur mit einem Geländewagen mit Allrad-Antrieb.
Die ersten zwei Tage (dann kommt unsere
Tochter Ivonne und unser Enkel Eric zu Besuch) erkunden wir die Insel allein. Wir
fahren die Küstenstraße entlang, kommen bei vielen Tauchspots
vorbei, erkennbar an den gelben Steinen. Die Küste von Bonaire ist
an vielen Stellen wunderschön, auf der einen Seite das türkisfarbene Meer
und auf der anderen die Felsformationen die vom Meer ausgespült
wurden.
Nachdem wir durch Kralendijk
durchgefahren sind kommen wir zu den Salinen.
und immer wieder die bunten Häuser
egal wo man langfährt
rosa Wasser, weiße Salzberge und
blauer Himmel. was für ein Anblick
hier legen die Frachtschiffe an
Der Süden von Bonaire ist flach, kaum
Bewuchs, nur ein paar Divi-Divi Bäume beugen sich dem Passat.
Landwirtschaft ist nicht möglich. Das einzige, was hier geerntet
werden kann, ist Salz.
Als die Spanier die Inseln Aruba,
Bonaire und Curacao "entdeckt" hatten, nannten sie die
Inseln "Islas Inutiles" – die nutzlosen Inseln.
Das die Inseln nicht nutzlos waren
erkannten bereits vor knapp 400 Jahren die Holländer, die den
Spaniern die ‚unnützen Inseln‘ wieder abnahmen.
Der Hunger
nach Salz war bei den Holländern groß. Sind sie doch die Erfinder
des Matjes, der in Salzlake haltbar gemacht wird. Und Produktion von
Delfter Porzellan verschlingt ebenfalls Massen an Salz. In den
natürlichen Salzseen auf Bonaire legte man Salinen an aus denen bis
heute qualitativ hochwertiges Meersalz geerntet wird. Früher war
dies Sklavenarbeit. Die Hütten stehen entlang der Salzstraße und
sind perfekt renoviert. Gestrichen im unvermeidlichen
Bonaire-Insel-Ocker-Gelb. Die Familien der Sklaven lebten derweil im
Norden, im ältesten Örtchen der Insel, Rincon.
Heute übernehmen die schwere Arbeit
große Raupen und das Salzschiff wird über ein modernes Loren-System
beladen. Damals erfolgte der Transport der Salz-Fracht mit Esel, als
man die Tiere nicht mehr zur Salzgewinnung brauchte wurden sie
einfach frei gelassen. Sie verwilderten und stellen nun eine Plage
dar. Sie sind weder bei Umweltschützern noch bei Gartenbesitzern
beliebt. (nur bei den Touristen – wie wir es im Moment sind)
Ein
Esel-Reservat nimmt sich seit 20 Jahren dieses Problems an. Zwei
Drittel aller Esel wohnen mittlerweile dort und durch Kastration soll
eine ungezügelte Vermehrung der freilaufenden Tiere verhindert
werden.
schön sehen sie aus
na komm
obwohl sie wild leben, alzu scheu sind sie nicht
Der nächste Halte-Punkt an der
Küstenstraße ist der Leuchtturm. Nach der Besichtigung des
Leuchtturmes, geht es weiter zu den Sklavenhäusern.
Ja, die hatten wirklich gemauerte
Häuser, aber seht selbst, diese Zwergenhäuschen mussten sich sechs
Personen teilen. Es war ganz schön eng und wahrscheinlich auch sehr
warm.
mensch Ingrid, nicht in den Spiegel, sondern zu den Sklavenhäusern schauen
es ist kaum vorstellbar
das hier 6 Personen geschlafen haben
Bevor wir zurückfahren machen wir noch
einen Abstecher zur Lac Bay – einer Lagune wie in der Südsee. Die
Lac Bay, eine 5km lange und mehr als 2km breite, feinsandige weiße
Bucht mit glitzerndem türkisblauem Flachwasser, die auf der
Nordseite von dichten Mangrovenwäldern eingesäumt ist. Auf mehr als
1km Breite und Länge kann man in dieser Bucht im feinen Sand knie-
bis hüfttief stehen. Die Lac Bay liegt frei und offen, nichts stört
den Wind – hier kann der beständige Passat, der East Caribbean
Trade Wind, mit voller Puste vom Atlantik aus konstant herein blasen.
Da der Wind über Land kommt gibt es kaum Wellen, genial für Surfer.
leuchtend blaues Wasser viel Wind
und keine Wellen, große Klasse
Am Sonntag Abend (04.08.19) holen wir
Ivonne und Eric vom Flughafen ab. Mit den Beiden machem wir die ganze
Insel Rundfahrt noch einmal und etwas ausgiebiger.
Unser nächstes Ziel ist der am
Nordende der Insel liegende „grüne“
Washington-Slaagbai-Nationalpark, voller Echsen und Vögel – und
Touristen, Das dort viele Leute sind bemerkt man nur am Eingang wo
man Schlange steht. Im Park dagegen verläuft (verfährt) sich alles
und man hat das Gefühl man ist allein unterwegs.
nicht Schlange gucken, sondern stehen
der gesammte Norden ist der Pak
Der Norden ist recht grün, allerdings
nicht tropisch üppig bewachsen, sondern Kakteen-Wälder dominieren
den Bewuchs. Dicht gedrängt stehen sie an der Fahrbahn und behindern
stellenweise die Weiterfahrt durch die bizarre Wüstenwelten mit
Felsen, Agaven und ganzen Kakteenwäldern.
Wie vorhin schon
erwähnt der Naturpark darf nur von Allrad getriebenen Fahrzeugen
befahren werden. Es dauerte nicht lange und wir wussten warum, es
ging extrem steil nach oben und genauso steil nach unten und
unendlich viele Löcher schüttelten uns durch.
Kleine Trampelpfade führen durch den
Kakteen-Wald. Kakteen kommen (bis auf eine einzige Ausnahme) nur auf
dem amerikanischen Kontinent vor, gehören zu den langlebigen
„Sträuchern“ und sind definitiv nicht meine Lieblingspflanzen.
Aber zwischen 10 Meter hohen Säulenkakteen und Kandelaber-Kakteen zu
wandeln, ist eine Hausnummer. Dazwischen wachsen Kugel-Kakteen und
„Schwiegermuttersitze“, die von den Azteken als Folterinstrument
eingesetzt wurden. Selbst Blatt führende Pflanzen, wie Akazien,
haben Dornen. Hier sind alle Pflanzen bis unter die Zähne bewaffnet.
mit dem Pick Up durch Kakteen-Wälder
und durch Fels-Landschaften
Leguane zu fotografieren
ist nicht ganz einfach
Übrigens machen sich die Einheimischen
das zu Nutzen und bauen lebende Kakteen-Zäune gegen gefräßige
Ziegen und nicht minder hungrige Wild-Esel, die durch die Gegend
ziehen.
Früher soll es im Norden einen richtigen Wald gegeben haben, der
aber der Abholzung für den Schiffsbau zum Opfer gefallen ist. Eine
Wiederaufforstung gestaltet sich schwierig, da Ziegen und Esel alle
Schösslinge verbeißen.
In Richtung Küste wird der Bewuchs spärlicher und hört
schließlich ganz auf. Die Ostseite mit den ungebremsten Wellen der
Karibik, die spektakulär auf die Felsen donnern, ist nahezu
Strandlos, rau und dramatisch.
hier toben die
Naturgewalten
Obwohl wir anfangs keine allzu großen Erwartungen an den Park hatten, da die
Insel eher trocken und unfruchtbar ist, wurden wir dann aber doch
umso mehr überrascht wie atemberaubend, überwältigend und bizarr
die Landschaft dieser Insel sein kann. Wir begegneten bunten
Eidechsen (Jurassic Park lässt grüßen), großen Leguanen,
Flamingos so rosarot wie nur irgendwie möglich, Papageien,
Pelikanen, wilden Eseln und Ziegen, …
Unser nächstes Ziel ist das „Gotomeer“, dort sollen sich die
Flamingos aufhalten. Sie sind in Bonaire heimisch und zugleich Bonaire’s National
Vogel. Sowohl auf den karibischen Inseln wie auch an der Nordküste
von Südamerika heimisch. Bonaire ist eine der weltweit größten
Brutstätten der Flamingos. Grund dafür sind der nährreiche Boden
der nicht zu hart und auch nicht zu weich sein darf. Der hohe
Salzgehalt im Wasser, eine genügend hohe Frischwasser Zufuhr und die
noch ausbleibende Beeinträchtigung durch Menschen und Tiere. Hier
können die Vögel ungestört nisten und leben. Durch das Jahr
wandern eine Vielzahl von Flamingos zwischen Bonaire, Venezuela,
Guyana, Brasilien und Kolumbien. Das Futtervorkommen ist der Grund
für ihre Wanderungen. Die Caribbean Flamingos fressen lange und
ausgedehnt. Sie wühlen mit ihren langen Beinen Schlamm vom Boden der
Salinen-Teiche auf und filtern das Fressbare durch ihren Schnabel.
Meeresschnecken, kleine Muscheln, Mücken, Salzwasser Shrimps und
Fliegenlarven sind täglich auf dem Speiseplan der Flamingos. Das
Karotin welches im Futter reichlich vorhanden ist, gibt den Flamingos
ihre unverwechselbare Pinke Farbe.
Tolle Tiere
Der See der Flamingos liegt an der Grenze zum
Washington Slagbaai National Park. Wir fahren wider durch Kakteen
Wälder und uns zeigt sich ein wunderschöner Salzsee, und wir können
die ersten Flamingos von der Nähe beobachten. Das Lake Gotomeer ist
der beliebteste Platz bei den auf Bonaire lebenden Flamingos. Auf dem
Salzsee im Norden der Insel schnappen sich die scheuen Tiere die
roten Salzwasserkrebse. In der Zeit von Januar bis Juli ist bei den
Flamingos Brutzeit. Und es ist daher mit vielen Flamingos zu rechnen.
eine Landschaft wie aus dem Bilderbuch
haloho mir geht es gut
nicht posieren, da, die Flamingos anschauen
überall Flamingos
und fotografierende Touristen (Inge und Ivonne)
Mit dem Kajak durch die Mangroven.
Den Nordteil der Lac Bay bedecken dichte Mangrovenwälder. Mit
ihren langen Luftwurzeln stehen die Mangrovenbäume im Salzwasser und
bilden dort nahezu undurchdringliche Geflechte.
Wir haben den Ausflug in der Bonaire Touristen Info gebucht. Ein
tolles Erlebnis! Mit den Kajak durch die Mangrovenlandschaft zu
paddeln ist bei den teilweise sehr engen Passagen nicht immer
einfach. Deshalb wird auch viel gelacht, wenn man sich wieder mal mit
dem Paddel oder dem ganzen Kajak in den Mangrovenwurzeln verheddert. Dazwischen geniessen wir die Stille in diesem
grossartigen Naturgarten.
das Boot ist ein wenig kleiner als Hembadoo
wir waren nur eine kleine Gruppe (6 Kajaks)
aha Eric (Enkel) lässt Muttern paddeln
und das über längere Strecken (Schlitzohr)
ich muß aufpassen hier wird es richtig eng
Auf der Hälfte der Strecke, Ausstieg aus dem Kajak und los geht’s mit Taucherbrille
und Schnorchel zwischen den Mangroven hindurch. Man sieht wunderbar die bewachsenen
Wurzeln der Mangroven von unten, farbig, faszinierend. Grosse
Fischschwärme suchen hinter den herabhängenden Mangroven-Wurzeln
Schutz.
Eric in seinem Element
und ich hinterher
Die Stelle an der wir aus dem Kajak ausgestiegen sind war nicht gerade flach (das Wasser ging bis zum Bauch) und ich ahnte schon das das einsteigen in die kippligen Boote eine besondere Herrausforderung wird. Mit viel Gekreische und Gelächter haben es dann doch alle geschafft.
Es war ein wunderbares Erlebnis! Wir
strahlten vor Glück als wir wieder an Land waren. Dadurch das wir (bei der Rückfahrt) relativ dicht an der Riff-Kante waren erlebten wir die Wellen und den Gegenwind mehr als uns lieb war und wir hatten deshalb reichlich Wasser im Kajak Das gute war, durch den relativ starken Wind blieben wir von lästigen Mücken-Attaken verschont!
Jetzt wird es aber Zeit das wir uns von Bonair verabschieden. Wir gönnen uns noch ein großes Abschiedsessen und dann geht es weiter in Richtung Curacau.
Anfangs mussten wir sechs Stunden mit
Motor fahren (dicht an der Nordküste von Trinidad immer nach Osten,
um ein besseren Windwinkel zum Segeln zu bekommen). Das war ein
guter Test für das Getriebe. Die Ölundichtigkeit war größer als
anfangs gedacht. Wir verbrauchten pro Stunde knapp ein Liter
Automatik-Getriebeöl. Wir haben es positiv gesehen und gemeint das
es gut sei das das Getriebe gespült wird. Aber es ist auch klar das
wir in Bonair unbedingt die Wellendichtung wechseln müssen. Wegen
der Piraterie mussten wir reichlich Abstand zu Venezuela gewinnen.
Den Aufenthalt in St. Vincent haben wir verworfen denn die Regenzeit
läuft zur Hochform auf und das gefällt uns gar nicht – also
weiter!
der Leuchtturm und ein Funkmast vielmehr ist nicht zu erkennen
Es ist geschafft,wir haben knapp
fünfhundert Seemeilen ohne Probleme überstanden! Anfangs segeln wir
mit achterlichem Wind und ruhiger See. Am Abend sehen wir Blitze am
Horizont zucken, aber das Gewitter kommt nicht näher. Mit jeder
Meile nach Westen lassen wir die Regen hinter uns. Es ist so, wie wir
uns das Segeln vorstellen. In Richtung Westen, im Passatwind ist es
das pure Vergnügen und einfach (keine Segel trimmen). Wie immer
besuchen uns Delfine. Auch wenn die Wellen zwischendurch mal ca. 3
bis 4 m hoch waren. Sie kommen von hinten und Hembadoo mit seinen 20
Tonnen versuchte sogar zu Surfen. An den venezolanischen Inselchen
schleichen wir uns vorbei, ohne Positionslichter ohne AIS-Sender, nur
für den Fall das Piraten nach uns Ausschau halten. Als Belohnung
erschien nun am Mittag das Tauchparadies Bonaire am Horizont. Von der
Insel sehen wir anfangs nur den Leuchtturm, sonst nichts. Die Insel
ist so flach wie eine Nordsee Hallig. Beim näher kommen kann man ein
paar Häuser ausmachen und später riesige Salzberge. Ingrid wäre am
liebsten schon mit Brille im Gesicht und die Flossen an den Füssen
in das Wasser gesprungen. Doch erst müssen wir um die Südspitze
schaukeln, den Kurs nach Norden ändern und endlich in ruhigem Wasser
Hoch am Wind nach Kralendijk segeln. Hembadoo fliegt regelrecht durch
das Wasser (22 Knoten Wind und kaum Wellen), wir strahlen und an
Steuerbord ziehen flache Wüstenlandschaft, Salzseen und aufgeräumte
bunte Häuschen vorbei.
Bonaire ist die östlichste und
zweitgrößte der niederländischen ABC-Inseln. Im Gegensatz zu ihren
beiden Nachbarn Aruba und Curacao ist sie jedoch kein autonomes Land,
sondern eine besondere Gemeinde der Niederlande. Die knapp 19.000
Einwohner haben also einen niederländischen Pass und sind EU-Bürgern
gleichgestellt, auch wenn Bonaire nicht zum Gebiet der EU gehört.
Die Währung ist der US-Dollar.
Ankern rund um Bonaire ist
strengstens verboten, um den submarinen Nationalpark zu schützen.
Die Riffe liegen kaum 50 Meter vom Strand entfernt, Steilwände, die
von 10 Metern direkt auf bis zu 100 Meter abfallen. Um die Segler
dennoch nach Bonaire zu locken, hat die Inselverwaltung an der
Strandpromenade von Kralendijk 45 Moorings gelegt, an denen man für
10 Dollar pro Tag liegen kann. Wir hatten natürlich Pech und alle
Moorings waren belegt.
alle Moorings sind belegt
Mal auf die schnelle schwimmen oder
Schnorcheln fällt aus das ist schon ziemlich enttäuschend. Als
Alternative blieb uns nur die Marina im holländischem Stil mit
gepfefferten Preisen, eigentlich nichts für uns. So ein klares
Wasser haben wir in einer Marina auch noch nicht gesehen und richtig
große und bunte Fische. Letztendlich waren wir dann doch ganz
zufrieden da wir ja fünf Wochen auf unsere Tochter und unseren Enkel
warten müssen (Stromanschluss, Wasser, Duschen).
Am nächsten Tag machten wir ein
Fußmarsch ins Zentrum von Kralendijk zum Einklarieren. Zoll und
Immigration sitzen in einem Büro und die ganze Aktion war völlig
unproblematisch. Die Hauptstadt Kralendijk ist ein sehr lebendiger,
bunter Ort mit karibischem Flair und vorwiegend Shops und
Restaurants.
Bei unserer Wanderung durch das Zentrum ist der
Einfluss von Holland nicht zu übersehen, die bunten Häuser, die
sauberen Straßen, Papierkörbe, wo man hinschaut, nur Palmen Kakteen
und Flamingos lassen erkennen wo man sich wirklich befindet. Nachdem
wir wieder zurück auf dem Boot waren, waren wir fix und fertig. So
lange Strecken (knappe 6 km) bei sengender Hitze (kein Schatten)
wandern waren wir gar nicht mehr gewöhnt. Statt Tauchen und
Schwimmen war Dusche und Beine hoch angesagt. Aber am nächsten Tag
gleich nach dem Frühstück sind wir bei uns um die Ecke(!), an den
Coco-Beach, zum Baden beziehungsweise Schnorcheln gegangen. Kristall
klares Wasser, Fische und Korallen wie in einem Aquarium nur wenige
Meter vom Strand. Das ist Balsam für die geschundene Seele (Stress
in Trinidad).
der fast lehre Strand neben der Marina
knapp 30 Grad Wassertemperatur, super
Die nachfolgenden Unterwasser-Fotos haben wir direckt an den oben zu sehenden Strand gemacht. Durch den von den Wellen aufgewirbelten Sand ist das Wasser nicht ganz so klar. Aber es ist verrück, schon nach ein paar Zentimetern schwimmen Fische um uns herrum. Sie lassen sich durch unsere Anwesenheit bei der Futtersuche überhaupt nicht stören. Na das ist vileicht ein Spass.
gerade noch am Strand im Trocknen und Sekunden später mitten im Fisch-Schwarm
die meisten Fisch sehen freundlich aus 😊
oder wie eine zu groß geratene Stricknadel
andere sind flach und schielen
und sind Meister der Tarnung
Schade keine Schatztruhe
zum Schluss ein freundliches Tschüss
Wir haben uns wie immer schnell
eingelebt. Einen Service nutzen wir sofort, den kostenlosen
Bus-Shuttle zum Supermarkt (jeden Dienstag und Freitag um 17.00 Uhr).
Im Supermarkt kommt dann der nächste Schock. Erst die positive
Überraschung, wegen all der tollen Dinge, die es zu kaufen gibt, und
dann das böse Erwachen beim Blick auf die Preise. Die Supermärkte
sind ausgezeichnet bestückt. Man bekommt nach europäischem Standard
praktisch alles was das Herz begehrt und den Gaumen erfreut. Bonair
ist sehr teuer, trotz des günstigen Umrechnungs-Kurs US Dollar zu
Euro.
Schnell mussten wir erkennen das die
Entfernungen von der Marina zu den interessanten Punkten doch sehr
groß sind. Also aktivierten wir unsere Fahrräder, obwohl sie
eigentlich Seewasserfest sein sollten hat der Rost ordentlich
zugeschlagen. Die jetzt gewonnene Mobilität erleichtert unser Leben
erheblich. Die ersten Begegnungen mit der Flora und Fauna auf der
Insel sind auch Interessant. Zur Zeit begeistern uns am meisten die
bunten Eidechsen (von denen gibt es tausende) und vor allen die
großen Leguane.
Die grünen Leguane sind auf Bonaire
heimisch. Sie sind von Natur aus sehr scheu und vorsichtig. Aber bei
einem Spaziergang waren wir Zeuge einer wirklich kuriosen Geschichte.
Ein Hund und ein Leguan spielten mit einander. Als der Leguan der
Meinung war das ihm auch ein schattiger Platz in der Hundehütte
zusteht, war der Hund nicht begeistert, er nahm den Leguan vorsichtig
ins Maul und bugsierte ihn nach draußen, wo der Leguan heftig
protestierte.
Gleich als erstes muss ich mich
korrigieren, im vorherigen Bericht habe ich die Exporteure aus den
USA als Betrüger hingestellt. Das stimmt so auf keinen Fall. Nach
den jetzigen Erkenntnissen haben sie uns sogar ein sehr gutes, neues
Getriebe nach Uruguay geliefert. Es hatte nur einen entscheidenden
Fehler, es drehte verkehrt herum (obwohl die Drehrichtung unseres
Motors bekannt war).
Aber jetzt der Reihe nach. Alles
verlief planmäßig und wir sind in Richtung Grenadinen (St. Vincent)
aufgebrochen. Aber diesmal sind wir nicht einmal von der Küste weg
gekommen und das Getriebe war schon glühend heiß. Also wider
langsam zurück und das ganze Theater begann von vorne. Getriebe
ausbauen, Getriebe zerlegen, alles voller Metallspäne dadurch
Kupplungsscheiben und Öl-Pumpe kaputt. Ich glaube man kann sich gut
vorstellen was wir für ein Hals hatten. Wir machten ein Termin bei
der Chefin von Power Boot. Peter begleitete uns als Sachverständiger
und Übersetzer. Ich legte die zerstörten Kupplungsscheiben und den
Magneten mit den Metallspänen auf den Tisch. Jetzt konnte sich
keiner mehr herausreden. Power Boot erklärte sich bereit eine neue
Ölpumpe zu bezahlen und der Mechaniker musste auf seine Kosten neue
Kupplungsscheiben und einen neuen Dichtungssatz besorgen, das
Getriebe auf seine Kosten zusammenbauen und in das Boot einbauen.
der Magnet ist voller Metallspäne
nach 4 Stunden hatte das Öl die Farbe von Kaffee
Wir
waren mit diesem Ergebnis zufrieden. Doch die Ernüchterung kam
sofort. Bei einer Probefahrt in der Bucht wurde das Getriebe wider
sofort heiß und drehte sich extrem schwer (also irgend etwas klemmte
da drinnen). Für uns war klar das jetzt Schluss war. Wir wollten das
gesamte Geld und das Getriebe im Urzustand zurück und wir wollten
ein regeneriertes Getriebe in den USA bestellen. Aber ab jetzt wurde
es völlig verrückt. Durch ein Zufall erfuhren wir das ein Besitzer
einer Luxus-Yacht seine zwei 7,5 Liter Motoren mit samt den Getrieben
austauscht. Da bei einem Antrieb mit zwei Propellern einer links und
einer rechts drehen muss hatte er zwei unterschiedliche Antriebe.
Erst jetzt kam uns die Erkenntnis das wir ein falsches Getriebe im
Boot hatten. Das bedeutet das uns vor zwei Jahren in Uruguay ein
falsch rum drehendes Getriebe eingebaut wurde. Das heißt wir sind
zwei Jahre mit ein rückwärts drehenden Getriebe gefahren. Aus
diesem Grund wurde das Planeten-Getriebe und etliche andere Teile im
Laufe der Zeit zerstört.
Aber das Gute an der Geschichte war das wir
ein Getriebe kostengünstig erwerben konnten. Wir haben auch
beschlossen auf das Geld zu verzichten und dafür das alte Getriebe
mit dem neuwertigen Innenleben als (sehr teure) Ersatzteile zu
behalten (Kupplung vorwärts, Kupplung rückwärts, Öl Pumpe und
noch Einiges mehr). So gesehen war die völlige Unfähigkeit der
Mechaniker für uns ein Glücksfall ansonsten wären wir wider mit
ein rückwärts drehenden Getriebe losgefahren und es wäre nur eine
Frage der Zeit bis dieses auch zerstört wäre.
so sieht der Arbeitsplatz mit unserem Getriebe aus 😖
jetzt sind das alles Ersatzteile
Eine weitere
Probefahrt war nicht hundert prozentig Erfolgreich denn die
Wellendichtung am Getriebeeingang ist undicht. Das bedeutet das
Getriebe muss spätestens in Bonaire / Curaçao noch einmal ausgebaut werden.
Noch heute Abend werden wir in Richtung Grenadinen (St. Vincent)
aufbrechen. Von dort aus werden wir direkt zu den ABC-Insln segeln.
Aus Zeitmangel werden wir auf ein Besuch von Martinique verzichten. Obwohl wir regelrecht fluchtartig von Trinidad losgefahren sind haben wir viele liebgewonnene Freunde zurückgelassen. Hier eine kleine Auswahl.😪
die gute Seele
im Büro von Power Boot
Gordon mit seiner langjährigen Freundin
unser deutsch sprechender Tankward
Rainer und Regine
die Grillrunde an jedem Sonnabend
der Trevellift-Fahrer Mike
Peter und Halina
unser Kraftprotz (in einer Hand das Handy und in der anderen 64 kg Getriebe)