Freitag, 20. Mai 2016

Von Almerimar nach Gibraltar

16.05.2016
Bye bye, Almerimar!


Alle winkten und ein Hupkonzert begleitete uns
zum letzten mal der Anblick der Hafenverwaltung
Nach ein paar stürmischen Tagen mit Wind aus der falschen, der westlichen Ecke (Poniente), nutzen wir den nächsten Ostwind (Levante), um gen Westen aufzubrechen. Es weht die ersten paar Meilen mit Stärke 3 bis 4 aus Ost – und das reicht gerade so! Hembadoo mühte sich mit 4 Knoten durchs Wasser, Genua und Besan sind gesetzt. Wir segeln in Küstennähe entlang Europas Gemüsegärten, deren Plastikabdeckungen im Sonnenlicht schimmern. Im Vordergrund gesellen sich karge Felsen, aber auch Strände und Touristendörfer hinzu, während die alles überragenden Gipfel der Sierra
die letzten klaren Blicke
der Wind geht und der Nebel kommt
Nevada tatsächlich noch etwas Schnee bereithalten. Leider bleibt es nicht so der Wind wird immer schwächer und zuguterletzt bleibt nur noch Segel einpacken und Motor starten. Aber dann urplötzlich super, dicker Nebel man konnte keine 50 Meter weit sehen. Bis zum Nachmittag sind wir mit eingeschaltetem Radar und AIS Alarm weiter gefahren in der Hoffnung das sich der Nebel auflösen möge, aber er tat uns nicht den Gefallen. Deshalb haben wir beschlossen die Fahrt nach Gibraltar zu unterbrechen und uns an der spanischen Küste einen Ankerplatz zu suchen. In Almunecar wurden wir um 18.45 Uhr fündig. Wir hatten die ganze Bucht für uns allein, es war super. Nach sechs Monaten Hafen hat uns das so gut gefallen das wir beschlossen haben uns für die nächste Nacht auch ein Ankerplatz zu suchen. Den ganzen Tag fuhren wir mit Motor nach Fuengirola,da kann man sich schon fragen, wozu hat man denn eine Segeljacht, aber bis Gibraltar null Wind. Es wurde Fuengirola, Anfangs war alles in Ordnung aber gegen 21 Uhr fing das Boot an zu rollen. Wellen mit 1-2 Metern Höhe kommen querab heran und machen das ganze extrem ungemütlich. Das Schlafen wurde zur sportlichen Herausforderung. Das komische an der Sache war im gesamten westlichen Mittelmeer war es schwach Windig, wo zum Teufel kamen diese Wellen her. Eigentlich blieb nur eine Lösung, die Bugwellen der Fracht-, Container- und Tanker-Schiffe die von und nach Gibraltar fahren, ständig und wie an einer Perlenkette hintereinander. Durch die ansonsten ruhige See laufen sie durchs halbe Mittelmeer. Aber egal wo die Wellen herkommen früh um 4.00 Uhr waren wir endgültig bedient und es gab nur ein Kommando – Anker auf und ab nach Gibraltar. Hembadoo rollt und buckelt in einem leicht wirren Rhythmus. Mein Magen beschwert sich. Nach sechs Monaten auf relativ festen Planken muss man sich an den Rhythmus erst wieder gewöhnen. Aber das komische Gefühl dauert nur kurze Zeit danach ist nur noch pure Freude und  das Gefühl der großen Freiheit.
18.05.2016 Ankunft in Gibraltar

der Felsen von Gibraltar
wir haben den Felsen im Rückem
Gibraltar von Osten anfahren ist gigantisch. Der Fels fällt fast senkrecht ins Meer. An der höchsten Stelle erhebt er sich 428 Meter aus den Wellen. Wir haben uns vorab geeinigt in die Spanische Marina westlich der Landebahn anzulaufen. Kurz vor dem Hafen haben uns Marianne und Everett (sie sind zwei Wochen vor uns von Almerimar los gesegelt) angerufen und uns informiert das sie in zwei Stunden in Gibraltar sind. Wir haben uns gleich zum Nachmittag für eine erste Besichtigung der Stadt und ein Einkauf im Supermarkt verabredet. Mit einem gemeinsamen kleinen Umtrunk in der Hafenkneipe endete der Tag.
Marianne und Everett sind angekommen
Kaffee trinken und erste Neuigkeiten austauschen
Für den nächsten Tag war für uns beide die Besichtigung des englischen Teils von Gibraltar und des Affenfelsens angesagt.
über die Rollbahn nach England
Also los und den Felsen erkunden. Eben noch in Spanien, erwartete uns hier gleich eine ganz andere Welt – alles ist "very british": Schwarze Metallzäune mit goldenen Spitzen grenzen die Fußwege zur Straße ab, rote Busse, Telefonzellen und Postkästen, Bobbies und Schuluniformen prägen das Stadtbild.
na das sind mal Briefkästen
Die Menschen wuseln um uns herum. Juden mit ihrer typischen Kopfbedeckung, Muslems und äußerst korrekt gekleidete Engländer.Die Mainstreet runter, Spirituosenläden und Parfümtempel lösen einander ab. Wir sind dann mit der Seilbahn hoch zu den Affen. Überall sitzen sie rum, die schwanzlosen Affen von Gibraltar. Füttern verboten, sonst werden sie zu frech. Von wegen werden. Ingrid hatte Anfangs einen Höllen Respekt, das war auch gut so. Bei den obligatorischen Foto, Person dicht an Affe,  machte sich der eine am Rucksack von Ingrid zu schaffen. Eine
geklautes Essen schmeckt besser
Stunde später kommt eine Familie mit Kinderwagen, einer der größeren sprang an den, Gott-Sei-Dank lehren, Kinderwagen kippte ihn um und klaute zielgerichtet den Verpflegunsbeutel der Familie aus der unteren Ablage. Instinktiv wollte ich ihn den Verpflegungsbeutel wieder entreißen, da hat er mich voller Zorn und mit fletschenden Zähnen an-geknurrt so das ich dieses Vorhaben sofort beendete. Soviel zum Thema „frech werden“.

Affen-Foto 1
Affen-Foto 2
Affen-Foto 3
Affen-Foto 4
 



Die Aussicht ist aber fantastisch. Die ganze Halbinsel, der Flugplatz, wo die Landebahn die Grenze nach Spanien bildet. Auf der einen Seite der Atlantik, auf der anderen Seite das Mittelmeer, getrennt durch die Straße von Gibraltar und gegenüber Marokko, Afrika.
super Aussicht
überall Teile der alten Festung

Wir haben erfahren, dass die eurasischen- und die afrikanischen Landmassen, weit vor unserer Zeit zusammenhingen. Vor ca. 150 Millionen Jahren drifteten sie auseinander und der Atlantik stürzte in einem gigantischen Wasserfall in das, zur damaligen Zeit völlig trocken liegende, jetzige Mittelmeerbecken. Das könnte die in der Bibel beschriebene Sintflut gewesen sein. Das  militärische Tunnelsystem, das den halben Felsen zu durchlöchern scheint haben wir weggelassen, denn uns taten schon die Füße weh.

Geburtstagsmenü
ich habe nur gesundes ein 600g Steak mit Pommes
Wir mussten noch etwas fit sein denn Marianne hat uns zu ihren Geburtstag auf ein Gläschen in die Hafenkneipe eingeladen. Am Abend, in gemütlicher Runde tauschten wir dann die neuesten Erlebnisse aus.

Doch damit ist Gibraltar auch schon besichtigt und wir sehnen uns nach dem Auslaufen in den Atlantik.
bei Ostwind hat der Felsen eine Wolken-Kappe
Morgen am Freitag, den 20.05.2016 soll der Wind wieder auf Ost drehen und wir werden Gibraltar am Nachmittag mit ablaufenden Hochwasser (Gezeitentabelle) in Richtung Atlantik verlassen.

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