Freitag, 1. Juni 2018

Nazcar - Peru

Nach einer zum Teil spannenden Busfahrt, die Straße führte durch unglaubliche Felsenschluchten, erreichten wir Nazcar. Den Ort als solches finden wir nicht so spannend, wir hatten auch keine Zeit für großartige Erkundungen.
und wieder im Bus

außerhalb der touristischen Orte
sieht Peru anders aus

was für ein

Straßenverlauf

Ziel erreicht
Nazca ist vor allem bekannt für die mysteriösen Nazca Linien. Niemand kann mit Sicherheit etwas über die Herkunft der Linien und Zeichnungen sagen, die hier in die Landschaft gezeichnet sind. Die am meist verbreitete Erklärung ist, dass die Abbildungen zur Götterverehrung geschaffen wurden. Ihre Blütezeit erlebte die Nasca-Kultur von etwa 200 v. Chr. bis 650 n. Chr. In dieser Zeit wurde das Nasca-Becken an der Südküste Perus mit großflächigen Bodenzeichnungen, sogenannten Geoglyphen, versehen. Der Zweck der Zeichnungen war lange Zeit rätselhaft, was zu vielen, teils abenteuerlichen Deutungsversuchen führte
Der Boden bot ideale Bedingungen dafür. Der Untergrund besteht in der Hochebene aus verdichtetem weißem Sand, der im Zuge der Gletscherschmelze in den Anden von großen und kleinen Steinen überdeckt wurde. Diese Steine haben aufgrund ihres Eisengehalts eine dunkle Färbung. Die Nasca schafften diese Steine weg, wodurch der helle Untergrund zum Vorschein kam, und schufen so die Geoglyphen. Die ersten Zeichnungen entstanden noch vor den Nasca in der Paracas-Kultur. Diese Zeichnungen wurden an Hanglagen angebracht, wo sie in ihrer Gesamtheit erkannt werden konnten. Sie dürften unter anderem als Schutz für die dort durchführenden Karawanenwege angelegt worden sein. Die Nasca-Geoglyphen mussten hingegen nicht mehr eindeutig erkannt werden. Diese riesigen Geoglyphen wurden nicht angelegt, um visuell erfasst zu werden. Sie wurden von den Menschen abgeschritten. Das geschah in Ritualen, die von Musik begleitet wurden und in denen auch psychoaktive Substanzen wie Meskalin eine Rolle spielten. Die geometrischen Formen bildeten über das Abschreiten ein rhythmisches Erlebnis. So hat man die Form in sich aufgenommen. Im übrigen habe ich im Beitrag von Paracas behauptet, das das Bild des Kerzenhalters am Meer von den Einheimischen zur Förderung des Tourismus selbst gefertigt wurde, das ist falsch. Nachdem ich jetzt etwas mehr weiß, kann ich sagen das dieses Bildnis uralt ist.
Es ist der 11. Mai 2018 und wir stehen am kleinen örtlichen Flughafen und haben einen Rundflug über eines der weltgrößten archäologischen Mysterien gebucht. Es ist wenig los; die Piloten der verschiedenen Airlines sitzen herum und warten auf Fluggäste. Statt des obligatorischen Check-in geht es auf die Waage – die fünf Plätze im Flieger werden hier nach Körpergewicht ver- und zugeteilt.
gleich geht
es los








Danach das allbekannte Sicherheitsprozedere wie an jedem Flughafen der Welt durchgeführt wird. Auf dem Flugfeld an der Maschine müssen wir noch etwas warten. Wir nutzen die Zeit zum Fotografieren. Von hier aus sind auch die kleinen Rundflugmaschinen beim Abheben und später wieder beim Landen gut zu beobachten.
noch eine kurze Einweisung
und viel gute Laune

schön festhalten, nicht klauen lassen

wenn es länger dauert dann fliege ich halt alleine














Eine Stunde später befinde wir uns schon mit einigen Gleichgesinnten in der Luft in einer kleinen Chesna, ordentlich durchgerüttelt und mit einem flauen Gefühl im Bauch. Die Sicht ist klar und der Flug bisher, aus meiner Sicht, nicht so unruhig wie vorher angenommen.

ein prüfender Blick
es sind alle da

Verteilt auf unglaubliche 500 km2 Dürre und Geröll aus Stein bilden die Nazca-Linien ein umfangreiches Netzwerk aus 800 Linien und 300 Figuren: darunter befinden sich 70 Tierzeichnungen und Darstellungen aus der Pflanzenwelt. Wir überfliegen in weiten Kreisen die bekanntesten Figuren, wie den Kolibri, Affen und Wal sowie einige mehr. Die Figuren besitzen eine enorme Größe, zwischen 30 und 130 Metern! Ebenso sind riesige, im rechten Winkel zueinander verlaufende 'Pisten' und ausgetrocknete Wasserläufe zu sehen. Wir werden jedes Bild zweimal anfliegen, damit alle im Flieger und auf beiden Seiten das jeweilige Motiv chancengleich betrachten und fotografieren können. Der Copilot gibt Zeichen. Wir überfliegen unser erstes Motiv, den Wal. Wir sind noch ungeübt um das Bild sofort zu erkennen und auch noch zu Fotografieren. Aber schon bei dem nächsten Bilder geht es besser. Die Trapeze sind glücklicherweise viel einfacher im Steingeröll zu entdecken. Keine Minute später – der Astronaut. Er wird aufgrund seines großen Kopfes, der einem Kosmonautenhelm gleicht, als solcher bezeichnet. Unglaublich. Ganz klar in seiner Struktur liegt er unter uns und ist sofort zu erkennen. Ich bin einfach nur beeindruckt und auch die folgenden Scharrbilder lassen meine Begeisterung nicht enden. Es folgen der Affe, der Hund und eines der am besterhaltenen Motive: ein Kondor mit einer unglaublichen Flügelspanne. Jetzt reiht sich Motiv an Motiv unter uns auf. Zum Schluss überfliegen wir die Hand und den Baum. Die Bilder werden durch die Straße und dem Maria-Reiche-Aussichtsturm geteilt. Einfach traumhaft. Ich fotografiere so viel und gut ich kann und hoffe, dass einige Bilder meinen Ausblick und Faszination auch wiedergeben werden.


der Kosmonaut
der Affe

der Baum, die Hand, M.R.-Ausichtsturm

Krokodil

Kolibri

Spinne


















 

Pelikan
Die Frage nach dem Wie und Warum stellt sich heutzutage immer noch den Forschern, darunter auch die inzwischen in hohem Alter leider verstorbene Maraia Reiche, die über 50 Jahre lang maßgeblich an der Erkundung und Erhaltung der Linien beteiligt war. Die deutsche ist in Peru eine Volksheldin. Der Flug dauert fast eine Stunde, wonach die meisten froh sind, wieder festen Boden unter den Füßen und unser Frühstück bei sich behalten zu haben. Ingrid und mir hat der wacklige Flug und das Abkippen um 45 Grad, mal nach rechts und mal nach links (damit jeder gute Fotos bekommt), nichts ausgemacht (wir sind vom Boot her ganz andere lagen gewöhnt).
Die Sicherheitswarnungen (auch vom Auswärtigen Amt) sind bestimmt begründet und wir haben sie auch zur Kenntnis genommen - andererseits können so kleine Flugzeuge noch eine ganze Weile ohne Motor segeln und bestenfalls landen. Ich jedenfalls bin der Meinung das ich als Fußgänger, im absolut chaotischen Straßenverkehr von Peru, weitaus gefährlicher lebe.
Meiner Meinung nach, ohne die Nazca-Linien gesehen zu haben fehlt einfach etwas auf einer Peru Reise. Sie sind unglaublich und schön!
Unser nächstes Ziel ist Arequipa, das heißt ab jetzt verlassen wir die Atacama-Wüste und es geht nur noch Berg auf in die Anden.

Sonntag, 20. Mai 2018

Oase Huacachina - Ica - Peru

Jetzt geht es weiter, so wie wir es uns vorgenommen haben, nach Ica in die Oase Huacachina. Nur das wir nicht mit dem Luxus-Bus fahren, sondern mit einem Klein-Bus. Der ist zwar nicht so bequem aber er holt uns vor der Tür ab und und fährt uns bis vor die Tür des nächsten Hostel. Bei drei Stunden Fahrt ist der Verzicht auf Komfort nicht so schwerwiegend. Der Gewinn an Bequemlichkeit (kein Taxi suchen, keine Preisverhandlung) und die Ersparnis am Fahrpreis wiegen da viel schwerer. Mit dem eingesparten Geld können wir ständig mit den witzigen Moto-Taxis (Tuk Tuk) hin und her fahren. Da wir unsere Unterkunft ein Stück außerhalb der Oase hatten, nutzten wir diese ständig.
das erste was in Ica auffällt sind massenhaft Moto-Taxis (in Asien TukTuk)

unser Zimmer im Hostal ist wie immer Okay)
auch im Bad ist alles i.O.








 Huacachina ist eine paradiesische Oase etwa 8 km von Ica entfernt und mutet an wie ein verwunschener Ort aus tausendundeiner Nacht. Sie wird umrahmt von den größten Sanddünen Perus. Neben Baden in der idyllischen Lagune sind vor allem Sandboarden und Sandbuggy fahren beliebte Aktivitäten in der weiten Sandebene. Die Lagune wird von einem unterirdischen mineralhaltigen Anden-Fluss gespeist, wodurch sie auch, vor allem gegen Rheuma, als Heilbad genutzt werden kann.
ein paar Leute sind immer im lauwarmen Wasser
Ihr Wasserspiegel ist allerdings im Sinken begriffen, da die umliegenden Landbesitzer das Grundwasser der Oase für die Bewässerung ihrer Ländereien anzapfen. Um die paradiesische Oase vor dem Austrocknen und Verschwinden zu schützen, wird in regelmäßigen Abständen auf Beschluss der Regierung von Ica künstlich Wasser in die Lagune gepumpt. Die mächtigen Dünen sind bis zu 100 Meter hoch und tragen zur atemberaubenden Kulisse Huacachinas bei.
die Oase ist schon etwas besonderes

ein paar Bilder von allen Seiten
Bild 2

Bild 3

Bild 4

Bild 5
Unser Plan war es natürlich die angebotenen Aktivitäten mit enormem Fun-Faktor zu nutzen. Aber als erstes versuchte ich (bei unserem ersten Rundgang) eine kleine Düne zu erklettern. Dazu musste ich mir die Schuhe ausziehen denn der super feine Sand würde diese sofort füllen. Aber es war kein leichtes unterfangen. Nach ein Schritt vorwärts rutscht man mindestens 20 cm zurück. Aber ich hatte es geschafft und runter war ein Gaudi es fühlte sich an wie in Pulverschnee, nur viel heißer.
Keuch und Schnauf
aber das Ziel ist in Sicht








Wüstenwanderungen sind aber noch die normalsten Einfälle, die so mancher Urlauber haben kann. Da das Erklimmen der bis zu 100 Meter hohen Sanddünen zu Fuß ganz schön an die Substanz geht, (Hut ab vor den jungen Leuten die mit dem Sandboard und den dicken Schuhen auf der Schulter auf die hohen Dünen steigen um sie dan mit Voll-Speed herunter zu jagen)
den Surfern muss der Weg nach oben endlos vorkommen
da macht man dies am besten mit dem Wüsten-Buggy. Ausgerüstet mit getunten Motoren, Überrollbügel und traktorartigen Geländereifen düst man über die Dünen, bis den ersten Passagieren schwindlig wird und jeder ca. ein Kilogramm Sand geschluckt hat. Aber was solls am nächsten Tag begann der Spaß. Zu diesem Zeitpunkt war gerade nicht viel Los (wir konnten sogar den Preis herunter handeln) und so waren wir zu dritt in ein Buggy das für 10 Personen ausgelegt war. Das wirkte sich natürlich au das Gesamtgewicht und das heißt auf die Geschwindigkeit aus. Die Motoren sind schon der Hammer ich konnte zwar nicht erfahren wievielt PS dort zu Gange waren aber schon beim Anfahren hatte man das Gefühl das ein Flugzeug startet.
Ingrid wirft ein kritischen Blick auf den Motor
na dann kann es ja losgehen
Der Fahrer war so Gnädig und fragte „Power oder Slow“. Ich schaute den jungen Mann aus Israel an und wie aus einem Mund kam Power. Jetzt könnte jemand auf den Gedanken kommen und sagen „Alles Klar und die Meinung von Ingrid zählt wohl gar nicht“ Das ist nicht so, wir haben uns vorher abgesprochen. Und eins steht ja mal fest, wer ein Sturm mit 65 Knoten Wind und 10 m hohen Wellen durchsteht den wirft das nicht aus die Bahn. Jedenfalls wie ein startender Düsenjet jagte er die erste Düne hinauf und mit einer abartigen Geschwindigkeit und einem völlig Verrücken Winkel herunter. Ingrid hat geschrien wie eine 16-jährige ich dachte ihr reißen die Stimmbänder. (hinterher erzählte sie mir das sie in einen Bericht gelesen hat wo geschrieben stand das lautes Schreien die Fahrer zusätzlich anspornt) Jedenfalls ging das eine halbe Stunde so. Dann machten wir halt und es wurden die Snow-Bords, ach nein, die Sandbords ausgepackt. Das hat Ingrid dann doch verweigert obwohl wir „nur“ auf den Bauch liegend die Düne runter gesaust sind. Aber auch kopfüber mit einem irren Tempo die Düne hinunter zu schlittern ist ein großartiger Spaß, den man nicht jeden Tag erleben kann.
die erste Runde war noch nicht ganz so steil und lang
in der zweiten Runde ging dann die Post richtig ab (sogar mit kleiner Sprungschanze)
Jedenfalls alles in allen das war ein unglaublicher Spaß. Und wir waren der Meinung eine gute Übung für das Kleinflugzeug in Nazcar (die sollen ja auch wie Flugakrobaten unterwegs sein).
Rucksäcke schnappen und weiter geht es
Also dann bis Nazcar.






Donnerstag, 17. Mai 2018

Paracas - Peru

Islas Ballestas in Paracas – die „kleinen Galapagos Inseln“ Perus
In unserer ursprünglichen Routenplanung waren die Galapagos Inseln nicht vorgesehen denn wir wollten ja von Chile direkt nach franz. Polynesien. Durch unsere Planänderung und den Weg durch den Panama-Kanal wären sie aber wider eine Option. Aber mittlerweile wissen wir das es immer anders kommt als man denkt. Deshalb nutzen wir die Gelegenheit die sogenannten „kleinen Galapagos-Inseln“ in Peru zu besuchen. Sie liegen südlich von Lima in der Nähe von Paracas dabei handelt es sich um die Islas Ballestas. Vielleicht hast du schon einmal etwas von dem Ort Pisco gehört, der sich etwas weiter nördlich befindet. Pisco war vor vielen vielen Jahren das touristische Zentrum für Besuche der Islas Ballestas. Allerdings gab es 2007 ein schweres Erdbeben von der Stärke 7.9 in dieser Region und hat die Stadt in Schutt und Asche gelegt. Sicherlich wirst du davon heute nicht mehr viel sehen. Aber dennoch hat sich das touristische Angebot deutlich auf den kleinen Fischerort Paracas verschoben, wo du heute zahlreiche Hostels und auch teure Luxushotels findest.
und es wird weitergebaut
Die Fahrt mit dem Edel-Fernbus des Busanbieters Cruz del Sur war sehr entspannt.
sehr bequem ist es in den Bussen
und das Essen schmeckt auch

außerhalb der Touristenzentren

und nichts als riesige Sanddünen














Der Weg vom Busterminal zur Unterkunft war nicht allzu weit und wir konnten ihn zu Fuß zurücklegen.
die Bemalung der Gänge zu unserem
Zimmer war mal was anderes

Das Frühstück war auch Okay

es war sogar Zeit für eine Runde Billard














In Willys House angekommen buchten wir für den nächsten Tag sofort eine Bootstour zu den Inseln und einen Ausflug in die Atakama Wüste (die sagen Ausflug in den Nationalpark dazu). Am Abend flanierten wir wie echte Turis über die Strand Mole um anschließend etwas zu essen. Ingrid verweigerte auf einmal das wirklich gute Essen und meinte ihr geht es nicht gut sie müsse zurück zur Unterkunft. 
die Flaniermeile gesäumt von
Souvenierläden und Gaststätten

nur nicht vergessen was hier passieren kann

und immer wider tolle Gespräche mit deutschen Urlaubern (Sigrid und Steffen)

das schöne Essen, aber nichts geht mehr
Die ganzen, zurückliegenden drei Jahre haben wir es vermieden uns irgendwelche Durchfallerkrankungen einzufangen (selbst in Afrika nicht, wo wir mit dem Essen und Trinken nicht nicht allzu vorsichtig umgegangen sind). Ingrid war am nächsten Tag ein Totalausfall und ich musste den Ausflug alleine machen. Ich wurde früh morgens von einer netten, jungen Frau abgeholt und wir gingen zum Bootsanleger. Schon hier begegnete ich die ersten Pelikane, die den Fischern ihren Fang streitig machen wollen. An einem großen Steg lagen die Power-Boote (unseres hatte zwei 250 PS Außenbordmotore).
Pelikane
unser Boot









Mit entsprechen hoher Geschwindigkeit ging es dann auch los. Wir steuern mit voller Kraft aufs offene Meer zu. Wir nehmen Kurs auf eine Insel, die sich allerdings nicht als Ballesta-Insel sondern die Paracas-Halbinsel entpuppt. Hier dürfen wir einen Blick auf die Umrisse eines riesigen Candelabers werfen, der ähnlich wie die Nazca-Linien, allerdings zu einer anderen Zeit, entstanden sein soll. Man kann ihn (anders als die berühmten Linien in Nazca) ganz einfach vom Wasser aus betrachten. Dieses seltsame Gebilde erinnert an einen Kerzenleuchter (daher der Name) und ist 128 m hoch und 78 m breit. Der Tour Guide tat ziemlich geheimnisvoll. Ich glaube jedoch das die Einwohner das Symbol als Touristenattraktion selbst erstellt haben. 
auf geht´s
immer an der Wüste lang


der Candelaber (Kerzenleuchter)

Rund eine halbe Stunde nachdem wir aufgebrochen sind, wird das Vogelgeschrei immer lauter und die Felsen am Horizont immer größer und dann sind wir schließlich da. Meine Sinne fahren Achterbahn. Ich weiß gar nicht wo ich zuerst hingucken soll: zu den riesigen Schwärmen von Peru-Tölpeln, den „Hauptlieferanten“ des berühmten Guano-Düngers, die sich auf den Felsen tummeln und dicht über unseren Köpfen kreisen, zu den Seelöwen und Robben, die sich nicht nur am seichten Ufer vergnügen, sondern auch das Sonnenbad in den Felsen genießen, zu der Kolonie Humboldt-Pinguine, die dort über den kleinen Hügel watschelten, oder doch lieber zu den Chile-Pelikanen, mit ihrem putzigen Verhalten. Übrigens, über jeweils sieben Jahre ließ man die Inseln völlig unberührt, dann machen sich Männer über den angesammelten Guano her, ernten ihn (das war exteme Schwerstarbeit) und transportieren ihn ans Festland, von wo er den Weg in die Welt findet. In der Vergangenheit gab es im übrigen neben den Gärtnern noch eine zweite Gruppe, die an dem Vogelkot höchst interessiert war: das Militär. Wegen des Gehaltes an Calciumphosphat war Guano auch für die Herstellung von Sprengstoff geeignet, was eine Internetseite drastisch, aber zutreffend zu der Formulierung angeregt hat "aus Kacke Bomben bauen". Heute ist die militärische Nutzung kein Thema mehr, aber zur Zeit unserer Großväter waren die Lieferungen von den Islas Ballestas eben auch zu diesem Zweck ein heiß begehrtes Gut.
Viel zu schnell für meinen Geschmack dreht das Boot eine letzte Schleife durch das Archipel und steuert wieder auf das offene Meer zu. Ich hätte noch stundenlang auf dem Boot im Wasser treiben und das Tohuwabohu um mich herum beobachten können. Ich musste wiedermal feststellen das ich mich auf dem Meer mit seinem Bewohnern sehr wohl fühle.
die Inseln sind in Sicht
alles ziemlich bizarr

tausende von Vögeln

den Robben geht es gut

das war eine Guano Verladestelle

Abschließend kann ich nur eins sagen, die Inselgruppe der Islas Ballestas ist ein fantastisches Naturparadies und sie machen den Namen „das kleine Galapagos“ mit ihren unzähligen tierischen Bewohnern alle Ehre.
Noch ein Tipp an Leute die uns Folgen: Auf dem Boot bläst unablässig der Wind, daher unbedingt an wetterfeste Kleidung denken. Eine Kopfbedeckung schützt übrigens nicht nur vor Wind, Gischt und Sonne, sondern auch vor einer etwaigen Vogelkot-Attacke! Auch ein Feldstecher oder ein gutes Teleobjektiv können als Ausrüstung nicht schaden!
Nach einer Einstündigen Pause ging es mit dem Kleinbus in den Nationalpark (Wüste).
der Zutritt in die Atacama Wüste ist an dieser Stelle nicht kostenlos
Wir machten unterwegs mehrere Stopps. Einmal um die Steilküste, das Meer und die Überreste der „La Catedral“ zu sehen, welche beim Erdbeben 2007 zerstört wurde. Wir machten außerdem halt, um uns Fossilien anzusehen.
versteinerte Seetiere
das alles war einmal unter Wasser
 

 






Sehr beeindruckend war vor allem der rote Sandstrand, der sich so edel von den gelben Böden im Hintergrund absetzt. Hier machten wir ebenfalls eine längere Pause und wir hatten Zeit Fotos zu machen. Der Stopp bei den Flamingos hat nicht allzu viel gebracht, sie waren viel zu weit weg.
der rote Strand
baden im eiskalten Humbold Strom
In der Mittagspause schaute ich zu wie einige Wagemutige in das Eiskalte Wasser gingen. Alles in allem, für mich hat sich dieser Ausflug nicht gelohnt. Hier stand mehr das Geldverdienen im Vordergrund. Am nächsten Tag ging es Ingrid schon um einiges besser und wir konnten uns auf die Fahrt nach Ica, vor allen auf die Action in der Oase Huacachica, vorbereiten.