Sonntag, 12. August 2018

Arequipa, Colca–Canyon - Peru

Am Samstag den 12.05 sind wir in Arequipa angekommen, ein total schönes Städtchen (wobei man wohl Stadt sagen sollte, weil sie ca. 1 Mio. Einwohner hat).

die Landschaft war wie immer der Wahnsinn
Frühstück im Bus mit der  Aussicht
was will man mehr
Denn Arequipa ist die zweitgrößte Stadt des Landes. Sie wird auch die „weiße Stadt“ genannt. Diese wurde anstelle einer früheren Inka-Stadt im Jahr 1540 aus weißen Tuffsteinen gegründet. Der gesamte Altstadtkern ist im spanischen Kolonialstil errichtet worden und versprüht den Geist alter Zeit. Hinter dicken Mauern verbergen sich mediterrane Innenhöfe die zum Verweilen einladen. Jetzt sind wir das erste mal ein ganzes Stück höher als normal. 

alles alt und schön
das ist die größte und das Zentrum




in der obersten Etage befinden sich Gaststätten mit super Ausblick
Arequipa liegt im Schnitt auf ca. 2.400m. Von unserer Dachterrasse kann man die Stadt gut überschauen und dahinter erkennen wir die schneebedeckten Berge oder besser gesagt Vulkane, die Hüter der Stadt. Sie erfüllen ihren Job ohne jeden Zweifel, denn wir fühlen uns an diesem Ort super sicher. Die drei Vulkane Chachani(6.057 Meter), der Misti – der Mann - (5.822 Meter, ein noch immer aktiver Vulkan, sollte dieser aus seinem Dornröschenschlaf erwachen könnte das für die Stadt gefährlich werden, ein sogenannter pyroklastischer Strom könnte die Stadt innerhalb von 6 Sekunden auslöschen, das klingt sehr beängstigend und wir hoffen,dass das nicht eintreten wird, denn die Stadt ist wirklich wunderschön und letztendlich der Pichu Pichu – die Frau (5.665 Meter). Alle drei sind nicht nur Behüter von Arequipa, sie sind auch das Wahrzeichen dieser Stadt.

der Misti – der Mann
der Pichu Pichu – die Frau








Und wie sieht es mit der Höhe aus, es stellten sich kleinere Schlafstörungen ein! Aber es hat mich nicht all zu sehr gestört, es ist eine abgeschwächte Art der Höhenkrankheit die bei 30-40% der Menschen vorkommt. Beginnen tut das bei ca. 2100 m – wir waren drüber. Das ganze dauerte nur die erste Nacht dann hatte ich mich an die dünnere Luft gewöhnt und konnte wieder ganz normal schlafen. Die richtige Höhenkrankheit lernte ich erst später kennen. Na ja, so richtig los ging´s dann am nächsten Tag mit einer Stadtrundfahrt. Geplant waren 4 Stunden. Aber es war Sonntag und Muttertag, man kann sich nicht vorstellen was auf den Straßen los war letztendlich hat die Rundfahrt etwas über 6 Stunden gedauert.

uns geht es gut im offenen Bus
ansonsten Stau ohne Ende
 


 





Aber relativ schnell ging´s in den ersten Vorort mit super Aussichten auf Stadt und die drei schneebedeckten Vulkane drum herum. Es fühlt sich merkwürdig an Arequipa liegt auf 2400 Metern, aber wenn man diese Berge sieht, kommt man sich vor wie im Flachland, echt super. Danach ging´s dann noch weiter in weitere Dörfer, zu einem Aussichtsturm, zum Haus der Stadtgründer und in eine alte Wasser-Mühle und ein kleiner Zoo. Hier konnten wir uns Alpaca und vor allem Vicuna (die teuerste Wolle der Welt), Guanaco und Llama mal von nahen anschauen. Aber wir mussten aufpassen das Guanaco spukte wie ein Weitmeister(aus dem Gehege quer über den Weg).

unser Guide erklärte uns die Unterschiede

Guanaco
Vicuna

 






Besonders beeindruckend fanden wir das Kloster Santa Catalina. Es liegt direkt im Stadtzentrum und hat eine Grundfläche von über 20.000 m². Hier sollen bis zu 200 Nonnen in strenger Klausur gelebt haben und es war ihnen strengstens untersagt die dicken Mauern zu verlassen. Was sich hinter den Mauern verbirgt gleicht einer Stadt in der Stadt. Alles in allem das was wir wollten und eine sehr schöne Tour. Alleine hätte man das so sicher nicht machen können. Auch hier haben wir wieder einige kulinarischen Highlights probiert. Zum Beispiel haben wir Kokatee getrunken (interessanter Geschmack – der Tee und die Blätter zum kauen werden uns ab jetzt ständig begleiten) und wir haben Kaktusfrüchte probiert (unheimlich lecker und erfrischend) und wir kamen nicht umhin Meerschwein zu probieren. Verurteilt uns nicht, wir würden es nicht noch einmal essen (und wir haben ein bisschen schlechtes Gewissen). Doch die Peruaner essen es zu jeder Gelegenheit und lieben es einfach. Wir mussten es also mal probieren. Das Tier kam komplett frittiert auf den Teller (mit Kopf und Krallen) und ähnelte so eher einer Ratte. Ingrid rollte mit den Augen als der Kellner das Tier auf den Tisch stellte. Geschmacklich liegt es irgendwo zwischen Huhn und Hase, ist aber doch ganz eigen. Eine interessante Mahlzeit zweifellos, allerdings eine, deren Nährwert gegen Null tendiert. Entschlossen machte ich mich über das Meerschweinchen her, trennte die Extremitäten vom Körper, nagte hier ein winziges Knöchlein ab, knabberte dort an einem Pfötchen, immer auf der Suche nach Fleisch, aber so richtig fündig wurde ich nicht. Zum Glück gibt es noch die Beilagen, wenigstens die dämpften den gröbsten Hunger.

da kann man garnicht hinnschauen
aber Klaus kennt keine Gnade
 









Von Arequipa zum Colca–Canyon (der zweit tiefste Canyon der Welt)

Es ist Sonntag früh um 3:00 Uhr die gute Laune hält sich in Grenzen aber jetzt geht es richtig hoch! Wir fahren mit einem Kleinbus von Arequipa aus zum Mirador de los Andes, dem höchsten Punkt unserer Reise: 4920 m über dem Meer. Auf dem Mount Everest beginnt bei 5000 m die Todes-Zone! Oben auf dem Pass rannten jede Menge Vikunas, Lamas und Alpakas herum und wir konnten alle Vulkane der Umgebung sehen, auch einen der kurz vor dem Ausbruch steht. Es war bitter kalt und wir japsten nach Luft und ich bekam ordentliche Kopfschmerzen. Aber nach dem kurzen Stopp ging es etliche Meter nach unten zum Colca Canyon. Der Colca Canyon ist mit 3269m der zweit tiefste Canyon der Welt (der Grand Canyon ist im Vergleich „nur“ 1800m tief) und hier zum wahrscheinlich bekanntesten Ort im ganzen Colca Tal, dem Kreuz des Kondors („Mirador Cruz del Cóndor“). Dort kann man mit hoher Wahrscheinlichkeit Morgens Kondore (ist das die Mehrzahl von Kondor???) beobachten. Wir hatten Glück die Kondore flogen unter uns, über uns und auch in Augenhöhe. Was für ein Anblick, was für Segelflieger.


wir waren nicht die einzigen Zuschauer
aber dann sind sie gekommen



Einer



nach dem Anderen









Die 2–3 m Flügelspannweite des Kondors ist geradezu prädestiniert, um die erste schwache Morgenthermik zu nutzen und um zwischen acht und zehn Uhr ruhig am Canyonrand zu kreisen. Im Colca Canyon leben bis zu 500 Tiere. Am Kreuz des Kondors ist es meist kühl und äußerst zugig. Auf dem Weg zurück nach Arequipa hielten wir an den von den Inkas angelegten Terrassen. Von da aus sah man auch den Berg der angeblich der Ursprung des Amazonas sein soll.
hier ist die Quelle des Amazonas

noch sind sie im Stück

doch dann Smoothis aus Kaktusfrüchte
super erfrischend


na und ganz wichtig


Alpacas streicheln


 











Ein weiterer Stop war ein Bad in den heißen Quellen (das unseren geschundenen Muskeln gut tat). Aber dieser Stop war auch etwas für die Augen denn man hatte das Gefühl sich in der Kulisse eines Fantasy-Films aufzuhalten. 

ein Badespaß der besonderen Art
in 3000 Meter höhe im warmen Wasser



bei strahlenden Sonnenschein


kalter Luft und Vulkan im Hintergrund


zum Abschied noch ein extra Gruß vomVulkan
Nach einem typisch peruanischen Abendessen in Arequipa sind wir bereit für den 10-stündigen Nachtbus nach Puno (Titicacasee). Wir gönnen uns 1. Klasse – super bequeme Sitze und Wi-Fi sind ein willkommenes Plus!




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